Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 Aus allen diesen Stellen, die wir leicht vermehren könnten, gehet auf's deutlichste hervor, daß der Opferdienst im Judenrhum niemals und zu keiner Periode etwas Nothwendiges und Wesentliches gewesen sei, und daß er in den Schriften Mosis gar keine Erwähnung würde gefunden haben, hatte das gar zu sinnliche Volk, so wol in der Ägyptischen Sklaverei als auch bei andern Götzendienst und Abgötterei treibenden Völkern nicht die Darbringung der Opfer vor sich gesehen, wodurch es in dem Wahn befestigt wurde, daß es ohne blutige Opfer weder Religion noch Religiosität gäbe. Alles was nun der Gesetzgeber thun konnte bestand darin, das Volk dahin zu bringen, die Opfergaben nicht mehr wie früher den heidnischen Gottheiten, sondern dem Pnrp— dem Einig - Einzigen — Gott zu weihen. Belletristik. Die N e u j a h r s st u n d e. Geheimnisvolle Stunde, zweier Jahre Axe, Du mitternächtlich Kind, Symbol Des Kommenden und Nimmerkehrendcn, Sprich, wenn Dein stiller Gang, Erwartet, sicher, ja, erwünscht. Doch nicht ersehnt, heranschlürft; Wenn Du den Schleier ziehst Vom neuen Jahr mit kecker Hand, Doch Nichts gewahren lastest — Was überschleicht da bangend die Gemüther, Und drückt fühlbar das weiche Herz zusammen? — Ich wollt' Dir oft die Larve vom Gesicht Herunterreißen, wollt' des Prunks, Der Prahlerei vieldeut'ges Mienenspiel Dir ruhig lösen, daß der Züge Gewöhnlichkeit mir werde offenbar — tapfc ibberMi 122 bnV iek '22*1 172-2 'w tiwö nbEra 2-21:722 122211:22 22-^128 ö-üBiiött -72-2 »2-0-2 2nb VP22 nbsra 221N1 üi’pb* iri72N2 rtbcnä bsvzw -7222 , 2rip^2L wso *'l21 'l21 Ich sprach mir oft: was gilt's, sie ist ein falscher Prophet, wje alle waren, Und sie bringt Nichts, als was sie alle brachten; Zuletzt wird sie geheftet an die Zahl All' derer, die wir durchgerungen, Wie wir's gehalten, seit wir deß bewußt. — Ja, spotten wollt' ich ihrer, denn ich sprach: Zudringlich bist Du, und ein hohler Pocher, Ganz wesenlos; was hast Du denn voraus -Vor Deinen Schwestern? Daß der Mensch Nach Willkür Dich zu zweier Jahre Mitte Gestempelt hat? Er konnte Alle wählen — Hast nicht einmal, was Juda's Neujahrsfest In schöner Fülle, markigreich umschließt, Ein Fest der Bestrung, ernster Rechenschaft, Der Sühne mit sich selbst, des göttlichen Gerichts, Des Ringens um das ew'ge Heil zu sein, Der Auferweckung aus der Seele Schlaf, Der selbstvergessnen, eiteln Seele Traum. Du bist ein Weltkind, mit dem Weihrauch Des Gluthweins Dich empfangen, ist nicht Sünde, Wo Juda's Neujahr harmend Fasten heischt; Ja, Dir das Glas, das schnellgeleerte, in Das Antlitz werfen, würde Niemand schelten — Du trittst so locker, ein geschminkter Fant, Heran zu mir: verlange drum nicht mehr, Und wolle nicht das weiche Herz mir rühren .. Doch durch die Rede dringt der Glocke Schall, Der mitternächtlichen, nur dumpfer zwischen: „Wenn ich Nichts bin, was mühst Du's zu erweisen?!" Ha, Jahre, wie ihr fliegt! Du ew'ge Wahrheit, daß die Jahre fliegen! Ihr Heuchlerbrut, ihr Jahre, Mit Doppeltrug auf lügnerischer Zunge — Erst so bedächtig, erst so vielversprechend, Als ob eu'r Schooß ein unerschöpflicher. Erst so berührend mit der großen Zahl Von Tagen, Nachten, Stunden und Minuten — Und hinterdrein, ach! wie ein Traum verflogen. Wie Eins, schnell abgezählt, ein dünner Inhalt!- O, doppelzüngig Neujahr — Was wirst Du bringen? ist die Lieblkngsfrage, Die vornehmthuend Du so gern vernimmst; Und eine Welt scheint sich vor uns zu offnem Was brachtest Du? Der Hohn, der klingt Dir nach, Wie Schattenspiel sinkst Du zusammen schnell.-