Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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11 tetn, dahin ich euch verstoßen." (Jer. 29, 14). j War deshalb die Anwesenheit aller Exilirten Ln Judäa j erforderlich? blieb nicht E sra selbst fast noch sieben Jahre! lang in Babe!?*) Wie viele Lewiten blieben zurück!**) : War aber die Restauration deshalb dem gesammten Israel etwas Gleichgültiges, oder waren Zion und Jerusalem deshalb weniger der Mittelpunkt des relii gLösen Lebens? Demnach ist die leibliche, persönliche Gegenwart in Palästina schlechterdings keine s Bedingung von dem Glauben an Israels glücklicher, „re-! ligiöser Zukunft," an der wir nicht im geringsten zweifeln, j Die zweite Abweichung im Mussaf-Gebet bestehet darin, daß wir die Opfergaben weder namhaft! machen und erwähnen, noch überhaupt die Darb rini gung derselben zum Gegenstand einer Bitte erheben.! Auch hiebei U\ut uns ein festbegründetes Prinzip, das sowol Mose und die Propheten, wie auch Mischna und Talmud, so wie endlich die spätem Koryphäen in Israel für sich hat. Die Darbringung der Opfer selbst wird (Lev. 1, 2.) der Willkür eines jeden Israeliten überlassen, j und nur, um Mißbrauch zu vermeiden, wird der! Ort, wo, die Thierart wovon, und die Weise,! wie das Opfer zu bringen sei, näher bestimmt. Daher denn auch der Prophet Jeremia im Namen Gottes zu seinen Zeitgenossen gerade Zusagen konnte: Ich habe euren Vätern niemals in Beziehung auf Brand- und Schlachtopfer einen Befehl zukommmen lassen. (Jer. 7, 21—24.) Fast alle Propheten eifern gegen den mißverstandenen Opferdienst (Jes. 1, 11—19. Micha 6, 6—8. Amos 5, 21—25. Hosea 6, 6.) In dem berühmten Salomonischen Gebete (1 Kön. Kap. 8) heißt es wiederholt: „Höre, Gott daS Flehen Israels, so oft sie hier beten; nie aber beißt es: Nimm ihre Äpfer wohlgefällig an! Salomo nimmt in diesem, seinem Gebete für Israels Sünden Gottes Barmherzigkeit in Anspruch: von einem Sünden-Äpfer ist nie die Rede. — Der Sänger und Psalmist Assaf (Ps. 50) führt Gott redend ein mit den merkwürdigen Worten: *) Siehe Esra 7, 1—7. vergl. Tract. Eruchin Bl. 13. S. 1. *°) ibid. 8, 15. Vergl. lebamot Bl. 86. S. 2. Kidduschin Bl. 69. S. 2. „Nicht um deiner Opfer willen straf' ich dich, „Israel! denn deine Brandopfer habe ich stets vor „mir! Ich nehme aus deinem Hause keinen Farcen, „aus deinen Hürden keine Böcke, u. s. w. Trink ich „der Böcke Blut? Esi' ich denn der Stiere Fleisch? „Opfre Dank dem Herrn und bezahle dem Höch- „sten, was du ihm gelobt. So ehrst du mich/' — Und Salomo. (Prov. 21, 3.) „Recht und Gerechtigkeit üben ist dem Herrn lieber als O p fe r. — Da bei sehr viel Leuten im Volke die Bibel nicht so viel Gewicht hat, wie die — Tradition, und der kleinste Rabbi oft über Mose und die Propheten gesetzt wird: so wollen wir denn auch die Gemara und die Midraschim consultiren. Auch diese sprechen in einem wegwerfenden Tone von den blutigen Opfern, wahrend sie das Studium des Gesetzes, das Gebet, irgend eine Handlung der Menschenliebe sehr hoch stellen. „Wer sich mit dem Studium der Tora beschäftigt, sagt Raba, bedarf weder Brandopfer, noch Sündo p fe r, weder Speiseopfer, noch Schuldopfer." 32 aVi nKün sbi nVi* M ^2 ir# rmm Almosen geben übertrifft Alle Opfer, mr^prr w Np-k2 rrwn bna Gebet ist bei weitem mehr als Opfer, mm'-iprr p inbsn sibna Im Midr asch Rabba (Exodus Abschn. 32.) liest man folgende merkwürdige Worte: „Israel dürfte sagen: Herr der Welt, ehemals „sühnte man die Sünden durch Opfer — was sollen „wir aber beginnen, da der Opferaltar uns gebricht? „Da erwiedert der Herr: Gebete, inbrünstiges „Flehen verlange ich. Ihrem Gebete verdanken „eure Vater die Erlösung aus Aegypten. In Jo- „suas Zeiten half ich Israel kraft ihres Gebetes, „desgleichen in den Tagen der Richter, in den Ta- „gen Samuels. Wahrlich, ich verlange keine „Opfer; ich will nichts als eure Gebete!"*" *) Tract Menadiot Bl. HO. S. 1. **) irrp "j'n'Vr vnb snmn -rnaa «isnft mv tman« ban^iD *^b '121 ml»» , dir? ‘iMrm tpar:w traarn tp« ■töaft ■jmp i:b> “pa 12^ , ib ‘nösnTai p^ip «am