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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-25 · Heft 52 (25.12.1841) · p. Seite 759

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 52 (25.12.1841)
Date
1841-12-25
Page
Seite 759 (sequence 11)
Language
German
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TW" während der langen und ruhmreichen Regierung Johann's I., des Sohnes jener Wittwe, ruhig zu wohnen und Geschäfte zu betreiben. Es gab damals viele Juden, nicht allein in Brüssel, sondern auch in Maiines, Antwerpen, Brügge, Gent, Binche, Verrönne, Ath, Tvurnai, Mons, Lüttich s. w.; diese Zahl vermehrte sich noch im Anfänge des 14. Jahrhunderts, als Philipp der Schöne, der nach" ihren Gütern Begierde trug, sie aus Frankreich jagte. Viele dieser Unglücklichen suchten eine Zuflucht in Belgien, wo sie von Wilhelm dem Guten, Grafen von Hagenau, wohlwollend ausgenommen wurden. Vautier, Herr von Enghien, und Johann der zweite, Herzog von Brabant ließen auch eine große Anzahl in ihren Staaten zu. Der letztere bewilligte ihnen sehr ausgedehnte Vorrechte, unter anderen öffentliche Banken zur Geldleihe zu errichten. Dieses 1295 ihnen bewilligte Privilegium, entzog er ihnen 13Ü7, nachdem der Papst Clemens der V. ihn von dem Eide losgesprochen, den er ihnen dieses Recht zu bewahren geschworen hatte. Wahrscheinlich verursachte die Konkurrenz der französischen Israeliten die Kassation dieses Ediktes, denn der Herzog war bis zu seinem Tode ihr eifriger Beschützer. Er überließ ihnen sogar 1304 den damals festen Platz Genappe. Kaum aber hatten sie sich hier niedergelassen, als eine Menge fremder Fanatiker, die sich auf dieses Land geworfen, trotz des Schutzes des Fürsten die Belagerung dieser Festung zu unternehmen wagten, um die Juden zu tödten und zu plündern. Man mußte daher zu den Waffen greisem Die Mehrzahl wurde getödtet, die andern klagten beim Papst in Avignon. Clemens der V. tadelte aber laut einen so verbrecherischen Angriff, und befahl diesen Wüthenden sofort in ihre Heimath zurückzukehren. Im Lahre 1321 wurden die Juden von Neuem aus Frankreich gejagt, sie kamen zum zweiten Mal die Gastfreundschaft Belgiens in Anspruch zu nehmen. -Wilhelm wies ihnen eine Straße in Mons an, und ordnete ihre Kultus- und Gewerbeverhältnisse. Dennoch hatte.dieser Fürst zuviel von seinem Jahrhundert, um nicht die Bekehrung der Juden zu versuchen. Priester und Mönche wurden) auf die schwere Mission ausgesandt, Männer zum christlichen Glauben zu bestimmen, die als in dem ihrigen unerschütterlich bekannt waren, und um so weniger geneigt sein mußten di« dargebotene Unterweisung anzunehmen, als, gehaßt und verachtet von den Christen, sie den Haß und die Verachtung mit Wucher Zurückgaben. Wir haben alle Ursache zu glauben, daß die Erfolge der Abgesandten sehr unbedeutend waren, weil sonst die Geschichtsschreiber jener Zeit davon zu berichten nicht verfehlt hätten. Diesem Fürsten folgte Wilhelm der II. im Jahre 1337. Auch dieser schützt« die Juden und bewilligte ihnen zahlreiche Privilegien. Die brq.banter Juden waren nicht minder glücklich unter Johann dem III., der von seinem Vater das Wohlwollen für sie geerbt hatte. Unglücklicherweise konnte seine Autorität sie im Jahre 1344 gegen die Wuth des Volkes nicht schützen, welches sie als Ursache der schwarzen Pest anklagte, die Brabant wie ganz Europa verwüstete. Dies ist der Bericht von der schrecklichen Katastrophe nach einem Zeitgenossen. (Li Muisis, Chronigue manuscrite de la Bibliothegue de Bourgogne JSTo. 13076.) (Fortsetzung folgt.) Belletristik. Der Zudenfels im Mittelmeere. 1. Der Himmel spannt sich so weit, so weit. Die Wellen wogen so breit, so breit. Und in dem Meere raget allein Das nackte, zerriffene Felsgestein, Vom ewigen Schwalle umbrandet: Da hat noch kein Schiffer gelandet. Und wen» sich die dunkele Nacht gesenkt Auf die Welle, die ewig sich jagt und drangt: Was beugt sich von Hr' Felsenwand Tief nieder über den zackigen Rand — Es glühen die Augen und flattern die Haare, Weiß wallet der Bart auf dem dunkel» Talar«. — 52**

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