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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-25 · Heft 52 (25.12.1841) · p. Seite 760

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 52 (25.12.1841)
Date
1841-12-25
Page
Seite 760 (sequence 12)
Language
German
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m Und hohler brauset der Windesschall, Unq schneller stürzt sich der Wasserfchwall, Und schroffer hebt sich da- Felsenriff: Weh', dreimal wehe dem nahenden Schiff, Herangerissen von heimliche» Machten, Zertrümmert es in den tückischen Nächte». 2. Von Frankreich's Küste Durch die Wasserwüste Zu gastlichem Land Mit den Seinen zu fahren. Das Leben zu wahren, Besteigt das Schiff Der flüchtige Mann. Denn Philipp der Schöne, Gedrückt von Schulden, Will Zuda's Söhne Nicht fürder dulden; Er nimmt sich die Güter, Und stellet Hüter, Daß nur das Leben Der Fremde sie geben. Mit Weib und Kind Betritt das Schiff . Um guten Lohn Der flüchtige Mann; Doch hat er geborgen Manch' Frucht der Sorgen Und langer Mühen, Damit zu fliehen: Das Weib so wonnig. Die Kindlein so sonnig, Und Edelgesteine Mit funkelndem Scheine In heimlichem Schreine — Doch der Schiffer schaut'S Durch geborstene Wand: Und wilde Gier Wird feiner Geister Zuchtloser Meister. 3. * Das Weib, die Kinder, das Edelgestein Ruh'» drunten in der Kajüte allein. Der Passagier und der Schifferherr Schreiten auf dem Verdeck einher. „Was steigt dort für ein schroffer Stein So einsam in di« Wolke hinein?" „„Es ist ei» Fels voll Schrecken und Grauen, Du wirst ihn bald schon näher schauen."". „Was legt sich dort für ein grauer Streif Um's Meer wie ein langer Nebelschweif?" „„Das ist Napolis' blühender Strand, Dem ist mein Schiff jetzt zugewandt."" Da breitet der Jude sehnend dir Arme, Mit Freudenzähren nach langem Harme. 4. Du süße, sonnig« Bucht, Dreimal heilige, die die Flucht In sichere Ruhe wandelt. Wo mit Licht und Luft Der gierige Fürst nicht schachert und handelt. Wo die Wiege frei ist und die Gruft! Ja, Flüchtlings Gruß ist Segen — Die Thräne, die er Dir cntgegenweint. Ist fruchtbringender als Sommerregen Mit Sonnengluih geeint; Der Seufzer, den er dir entgegensendet Ist des Friedens säuselndes Wehen; Und wie Du seine Qual geendet, Wirst Du fröhliche Ernten sehen! — Zu schaffen dem Weibe eine Ruhestätte, Den Kindlein einen Tummelplatz, Zu zerbrechen die Sklavenkette Und zu heben der gvldnen Freiheit Schatz, Den Nächten ein sichres Kissen, Den Spielraum seinem Können und Wissen, Eine Hütte dem heimlichen Leben Und seiner Hab' eine feste Truhe zu geben — Das sind des Mannes höchste Wonnen! So sei Du mir der Kerkernacht abgewonnen. Nimm mich auf an Deine Mutterbrust, Die das Meer umwoget mit süßer Lust, Da nähre mich mit der Freiheit Edelsast, Daß wieder heile die gebrochne Kraft,

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