Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1841)
- Date
- 1841-12-25
- Page
- Seite 752 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ist eine Folge der Unwissenheit und der krassen Vorurtheile, in welchen sie durch einige obskure Rabbinen dieser Stadt erhalten werden. Der Redakteur der Arch. israel. de France, hat, nach dem Wunsche eines Handlungshauses von Konstantinopll, eine Schrift verfaßt, welche ins Spanische übersetzt werden soll, da diese Sprache von den Israeliten der ottomanischen Hauptstadt gesprochen wird. Der Zweck dieser Schrift ist, unfern unglücklichen Glaubensgenossen dieses Landes zu zeigen, daß ihr Elend die Folge der Unwissenheit, und daß Unterricht eine gottgefällige Sache ist; sie weist auf die Nothwendigkeit hin die Volkssprache zu erlernen. Wenn die Rabbinen von Konstantinopel der Verbreitung dieser Schrift kein Hinderniß in den Weg legen, kann sie einen heilsamen Einfluß auf die Zukunft ,der türkischen Israeliten üben. Großbritannien. London. Da das Gerücht geht, daß das Beth din zu London einen ähnlichen Schritt gegen den neuen Gottesdienst zu London, wie der Ehacham zu Hamburg thun werde: so ist es von Wichtigkeit, genauer den Ursprung und die Beschaffenheit desselben zu kennen svgl. den Art. London in No. 42). Ueber den Ursprung spricht sich neuerdings ein berichtigendes Schreiben in den Arcd. isr. de Fr. ungefähr dahin aus. Vor ungefähr 3 Jahren forderten einige Mitglieder der portugiesischen Gemeinde vom Vorstande eine Untersuchung, ob man Veränderungen in dem Kultus treffen könne. Die Veränderungen, die sie verlangten, waren: Verminderung der Gebete, eine passendere Zeit zum Gottesdienst am Sabbat und an den Festtagen, englische Predigten, ein passender Chor, die Abschaffung der zweiten Festtage. Die Petition wurde von vorn herein verworfen; nicht eine einzige der vorgeschlagenen Veränderungen wurde von dem Vorstande für würdig gehalten, untersucht zu werden. Die Petitionäre wiederholten mehrere Male die Bille um Annahme einiger Modifikationen, aber ohne die geringste Aussicht von Erfolg. Da sie sich von der Gemeinde nicht trennen wollten, verlangten sie vom Vorstand zuletzt die Autorisation, um am Westende von London, in der Nähe ihrer Wohnungen eine Nebensynagoge zu gründen, wo einige der gewünschten Veränderungen eingeführt werden könnten; aber auch dies wurde abgeschlagen. Da sie also fanden, daß sie vom Vorstande der Synagoge Nichts zu hoffen hätten, entschlossen sie sich einen Tempel zu gründen, wo sie, ihre Frauen und Kinder dem Einigen Gotte Israels dienen könnten; sie entschlossen sich auch von ihrem Bethause alle die Mißbräuche zu entfernen, welche die Synagoge einer großen Anzahl ihrer Mitglieder beraubt, und nicht wenig dazu beigetragen haben,. den Abfall und die Gleichgültigkeit zu vergrößern. Sie bildeten mit einigen Mitgliedern der deutschen Synagogen einen Verein, und durch ihre vereinigten Anstrengungen wurde eine Gemeinde gegründet, Gebetbücher gedruckt und. die Synagoge wird in Kurzem eröffnet werden. Sobald es bekannt wurde, daß die Mitglieder der neuen Gemeinde mit ihrem Beschlüsse Ernst machten, berief der portugiesische Vorstand eine außerordentliche Versammlung der Jechidim am zweiten Juni .184!, .wo mit der Opposition einer einzigen Stimme folgender Beschluß gefaßt wurde: „die Versammlung hat mit großem Leidwesen erfahj reu, daß mehrere Mitglieder unsrer Gemeinde, sich l mit Mitgliedern der deutschen Gemeinden vereinigt! haben, um eine westliche Synagoge auf Grundsätze, die durch keine regelmäßige Autorität bestätigt worden, zu gründen; die Versammlung ist daher der Meinung, daß es in ihrem Rechte ist zu veröffentlichen und zu erklären, daß sie als einen Bruch der religiösen Verträge, welche die ganze jüdische Nation binden, jeden Beschluß oder jeden Akt betrachte, der eine Veränderung oder Modifikation in den Gesetzen, Vorschriften oder Institutionen, welche uns überliefert worden und welche wir pflichtmäßig zu vertheidigen und zu erhalten haben, zum Gegenstände hätte; sie erklärt, daß die Mitglieder der Gemeinde sich mit denen der andern Gemeinden der Stadt zu vereinen bereit seien, um solche Vorgänge, welche die Grundsätze unsrer heiligen Religion und den Frieden und die Einigkeit, die uns durch die Vorschriften unsres Glaubens so dringend zur Pflicht gemacht ist, zu zerstören streben, zu verhindern und zu denunciren." Diesem Beschlüsse folgten noch andere: man beschloß das Recht eine Nebensynagoge zu stiften in Untersuchung zu ziehen; erst zu den folgenden Be-