Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1841)
- Date
- 1841-12-18
- Page
- Seite 747 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3225173-3225225--04028-3313600- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
747 und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die Israeliten beide Male von Kadcsch aus in Südkanavn einfallen wollten, das erste Mal aber die Bestimmung getroffen wurde, noch 38 Jahre in der Wüste zu bleiben, in Folge der Begebenheit mit den Kundschaftern, das zweite Mal, das Gebirge Scir umgehend von Osten her über den Jordan einzufallen, weil Edom den Durchgang verweigerte, und dieser nicht erstürmt werden sollte — so reicht der Zug vom Sinai bis Kadesch streng genommen bis 4M. 14. zu Ende; der zweite Aufenthalt in Kadesch beginnt mit 4 Mos. 20., so daß für die 37 Jahre, die zwischen beiden liegen, höchstens die Kapp. 15, 16, 17, 18, 19. bleiben. Nun enthalten aber Kapp. 15 und 19 Gesetze, die an gar keine Oertlichkeit angcknüpft sind, und Kapp. 16, 17, 18. enthalten die Empörung Korachs, der sich wider die Einsetzung > Ahron's in das Priesterlhum auflehnte, und in Folge derer die Wahlprobe Ahron's durch den blühenden Stab und ein Gesetz über die äußere Stellung der Priester und Leviten. Es ist leicht ersichtlich, daß dies nur kurz nach der wirklichen Einsetzung Ahron's und der Leviten geschehen konnte, wie uns auch die ganze Fassung zeigt. Wir möchten daher diesen Aufstand noch während des ersten Aufenthalts in Kadesch, oder kurz darauf vor sich gehen lassen, da die Israeliten so noch eine längere Zeit in Kadesch verblieben (5 Mos. 1, 46.) Auf diese Weise bliebe dann für die Zeit des „Umherweidens" in der Wüste während der 37 Jahre gar nichts übrig in der Geschichtserzahlung, wie auch in Rvsume nur der eine Vers s5 Mos. 2, 1.) darauf verwendet wird. Wie wir schon oben bemerkt, kann uns dies auch gar nicht auffällig sein. Wir haben ein völliges Analogon im Aufenthalt in Aegypten. Wahrend uns die Entwickelungsgeschichte Israel's von dem Manne, der von Jenseits des großen Stromes kam, von Abraham an, bis zur Niederlassung in Aegypten schrittweise und bis im Detail erzählt worden: schwinden die Jahrhunderte des Aufenthalts in Aegypten, während derer Israel zur Volksmasse anschwoll, im Nu vor uns vorüber, der Bericht übergeht sie mit Stillschweigen, und hebt den Faden da wieder auf, wo der Auszug aus Aegypten motivirt werden soll. Dieselbe Ausführlichkeit von da ab, wie vorher. Ganz ebenso verfahrt das heilige Wort hier. Der Zug bis zum Sinai, und die Begebenheiten allda werden mit Sorgfalt verkündet; dann werden die Israeliten auf ihrem Hineinzuge in die Wüste bis Kadesch begleitet, ihr Betragen, ihr Verhalten bei verschiedenen Anlassen dargelegt, auf diese Weise ihr längeres Verbleiben in der Wüste motivirt. Dann bricht der Bericht ab, und hebt den Faden wieder auf, als der Auszug aus der Wüste wirklich vollführt werden soll. Es liegt dies auch ganz im Zwecke des heiligen Wortes. Dieses will die Offenbarung und ihre Verwirklichung übergeben, das Werden Israel's zu einer Volksmasse in Aegypten ist an und für sich ihm ganz gleichgültig, das Beharren Israel's in der Wüste, um die Offenbarung in sich wurzeln und ein passenderes Werkzeug, als das alte Sklavengeschlecht war, heranwachsen zu lassen, ist ebenso gleichgültig, nachdem gezeigt worden, I daß dies nothwendig war. Während aber also die Geschichtserzählung mit diesen 37 Jahren sich nicht zu beschäftigen brauchte, ist es ein anderes mit dem Stationsverzeichniß. Wir sehen bis zum Sinai in ihm dieselben Stationen verzeichnet, welche die Geschichtserzählung gab, außer daß jenes in der Wüste Schur spezieller die Wüste Etham von den Israeliten durchzogen, angab, zwischen Elim und der Wüste Sin noch eine Station am Schilfmeere erwähnte, ebenso zwischen der Wüste Sin und Rephidim noch die Stationen Alusch und Dophka. Auch vom Sinai aus stimmt das Stationenverzeichniß noch eine Zeit lang mit der' Erzählung überein, denn obgleich jenes Thabeerah übergeht, das diese hat, folgen doch in beiden Kibroth Hathaavah und Chazeroth. Von hier aus treffen sie erst wieder im zweiten Aufenthalt zu Kadesch zusammen. Das Stationenverzeichniß erwähnt weder Paran, Sin oder Kadesch (das erste Mal), sondern zählt von Chazeroth an noch folgende Stationen: Rithmah, Rimmon Parez, Libnah, Rissah Kehelathah, Berg Schapher, Charadah, Makheloth, Lhachath, Tharach, Mithkah, Chaschmonah, Moseroth, bne Jaakan, Chor Gidgad, Jatbathah, Abronah, Ezjon Geber, Kadesch. Die- Erwähnung dieses Kadesch ist aber die des zweiten Aufenthalts, da das Stationsverzeichniß sie von da gleich nach dem Hör führt, und daselbst Ahron sterben und dies auch im 40sten Jahre geschehen läßt. Nothwendigerweise haben wir daher hier Stationen aus den 37 Jahren in der Wüste. Zwar könnte man vermuthen, daß