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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-18 · Heft 51 (18.12.1841) · p. Seite 743

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 51 (18.12.1841)
Date
1841-12-18
Page
Seite 743 (sequence 15)
Language
German
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743 i liebevolle Sorgfalt unterlassen sollte, die ihm theuren Geschöpfe dessen theilhaftig zu machen, was der Grundstein seines eigenen Friedens und seiner Seligkeit ist. Wir sehen hier wiederum ein Streben der Wahrheit den Sieg durch plumpe materielle Bande zu verschaffen, statt im unerschütterlichen Vertrauen zu ihrer ewigen Göttlichkeit, sie selbst den Sieg gewinnen zu lassen durch ihre eigene unwiderstehliche Kraft. _ (Den dritten Abschnitt: Deutsche Sophismen, der größtentheils ein Auszug aus Oi. Rieffers Schriften ist, übergehen wir. D. Uebers.) (Fortsetzung folgt.) Theologie. Gutachten über!das „Gebetbuch der Israeliten" des Hamburger Lempeloereins*). Nur krasse Ignoranz oder absichtliche Täuschung auf dem Gebiete der Geschichte unsrer Liturgie haben aus den gebräuchlichen Gebeten einen so eisern seststehendm Kodex gemacht, an welchem jeder Buchstabe unveränderlich bewahrt bleiben müsse, wenn nicht das Judenthum in seinen Grundvesten erschüttert und gefährdet sein sollte; nur diese haben alle die Klagen überhört, die über die Ueberfüllung mit kabbalistischen Formeln und ähnlichen unangemeßnen Zuthaten, die durchaus nicht mit °j Wir glauben es unserm Lesepublikum schuldig zu sein, chm in diesem Gutachten unsere persönliche Meinung in dem bekannten Streite vorzulegen. Der Tempelverein forderte ein Gutachten vom Redakteur dieser Zeitung, und er hat das folgende gegeben. Da der' Verein die Oeffentlichkeit will, so glauben wir durch diese Veröffentlichung ihm kaum vorgegriffen zu haben. Wir bemerken nur noch, 1) daß sich dieses Gutachten auf die zweite Auflage des Gebetbuches bezieht; 2) daß in dem Gutachten nicht eine spezielle Kritik des Einzelnen, sondern nur eine Beurtheilunz der Grund-! satze gegeben werden sollte. Redakt. * dem wahren Geiste der israelitischen Religion in Einklang stehen, seit lange geführt wurden, nur diese haben alle die dringende Aufforderung unterdrückt, zur Reinigung des Kultus von jenen angehäuften Schlacken, zur Abschaffung so vieler zweckloser und ermüdender Wiederholungen ernsthaft zu schreiten, wozu sich schon im vorigen Jahrhundert ganz orthodoxe Rabbinen entschlossen zeigten, von denen ich nur R. Elias Wilna s. A. nach dem! a^ ’TiWn anführe.' So wichtig auch der Gottes- dienst für jede Religion, als ihr äußeres Gewand, ihre materielle Existenz, ist: so sind doch die Gebetformen ihrer Natur nach auch dem Judenthume mehr der Bezug des Individuums zur Religion, als diese selbst. Die Geschichte unsrer Liturgie zeigt schon dem 1 oberflächlichen Forscher, daß unser Gebetbuch nicht etwa ein Urprodukt unsrer Religion, sondern später Zeit und einer i 060jährigen Periode ist, in welcher ein anfänglich an Umfang Geringes zu — Folianten sich vergrößerte, und durch An- und Einsetzen und immer wiederholte Zusätze und Einschiebsel zu schon Abgeschlossenem ein maßloses Ganzes wurde. Die heilige Tora enthält, wie bekannt, nur eine Formel, die der Israelit als solcher bei bestimmter Gelegenheit als ein Bekenntniß zu sprechen verpflichtet war 5 Mos. 26, 3. 5 —10., weshalb sich Rambam zu dem vielbesprochenen Ausspruch veranlaßt sah: minii p mVsnr: p« p« itVanb psi , ri'rmrs p nstrt i-ftann iiDiaa pso rmm p rnap pT (Hilcb. 'ban I, 1.) Ueberhaupt aber widersprach der Geist unsrer früherem Gcsetzesiehrer vielfach jeder strengen, knechiischen Gebetsverpflichtung, wie Aussprüche beweisen, wie: aap “pban «wn b« Vsann nnrurra <(Aboth), oder lnVan ■pN yap irtan iniüWi ü^ninn, (Berachot 28. b.), wo p unter Anderm erklärt wird: ba irp'H'in •'■min cpr aai naa m ttsnni? Via1 Pitia (Berach. 29, b.), womit eine ganz freie Bewegung des Gebetes neben dem Festgestellten in Nothwendigkeit gesetzt wird. Die tolerante Ansicht des talmudischen Zeitalters, die von der neuerer Zelotiker so sehr absticht, spiegelt sich auch trefflich in der Vorschrift ab: baa ■pinw ibs ttbam map iwa ■>rr>n .naio rvina pcb 'nai “platt naaai (Sota 32. a.)

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