Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1841)
- Date
- 1841-12-18
- Page
- Seite 732 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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732 und die Dignität ihres verstorbenen Ehemannes bei. In dieser Hinsicht bedarf also die Ansicht der Königl. Regierung eine wesentliche Berichtigung. Berlin, den 21. August 1841. Ministerium des Innern. Erste Abtheilung, v. M e d i n g." Deutschland. Hannover, im November. (Privatmitth.) Im Monate Oktober ist das S-Hutzgeld xr. 1841—1842 abermals erhoben. — Die Hoffnung, von dieser lästigen und beschimpfenden Ausgabe befreit zu werden, ist bis jetzt leider! noch unerfüllt geblieben. — Wir sehen aber dennoch vertrauensvoll der Zukunft entgegen, da Sr. Majestät der König aufrichtig die Verbesserung der Lage ihrer israelitischen Unlerthanen beabsichtigen soll. Einige erfreuliche Abweichungen von den früher befolgten Prinzipien sind bereits von Sr. Majestät gemacht. — Einige israelitische Handwerker haben Titel und Arbeit bei Hofe, obschon bei dem Einen christliche Konkurrenten sich darum bewarben, erhalten. Außerdem sind uns Fälle bekannt, wo istaelitischen Bittstellern, die sich an das königl. Kabinet wandten, gerechte und milde Gewährung ward. Hannover, 2. Dezember. Heute hat die Eröffnung der Ständcversammlung statt gehabt. In der vom Prinzen Bernhard zu Solms-Braunfels, in der Eigenschaft eines Königl. Kommissars verlesenen Thronrede kömmt folgender Passus vor: ,,Sr. Majestät werden von Neuem die Angelegenheiten aufnehmen lassen, deren frühere Erörterung lediglich in Folge der nothgedrungenen plötzlichen Auflösung der letzten Ständeversammlung unterblieben ist. Dahin gehören Gesetzesentwürfe wegen ff. der bürgerlichen Verhältnisse der Juden." S. über den den Kammern vorgelegten, bei der plötzlichen Auflösung der Kammern nicht erledigten Gesetzentwurf No. 27. 28. 29. 33. d. I. Hamburg, I. Dezember. (Privatmitth.)*) Der als von der ganzen Gemeinde ausgehende Be¬ *) Dieser Artikel wird als Ausdruck der gemäßigt orthodoxen Partei gern angenommen werden. D. Red. richt aus Hamburg in No. 47. d. Z. über die Feirr^ des 2öjährigen Bestehens der Freischule, hat uns zu folgenden Bemerkungen angeregt. — Keiner von uns Alten, kann und will es in Abrede stellen, daß nicht alles, was der Bericht zum Lobe dieser Anstalt in Hinsicht der moralischen und wissenschaftlichen Bildung ihrer Zöglinge sagt, die reine, ungeschminkte Wahrheit sei. Dieses Institut ist eine Zierde jeder Gemeinde, besonders Hamburgs, wo für die bemittelte fromme Klaffe gar keine Lehrschule vorhanden ist, da Talmudtora nur Kinder armer Eltern aufnimmt. Fragen wir, warum Hamburgs große Gemeinde entblößt von einer so nothwendigen Anfldlt ist? so ist leider die Antwort, weil sich Niemand darum kümmert. Außer Talmudtora, wo sich schon mancher tüchtiger Kopf ausgebildet haH, sind alle anderen religiösen Institute in der traurigsten Verfallenheit. Elendere Vorsänger, schmutzigere Mikkwot, hat wol kein Dorf in Deutschland aufzuweisen, und alles Streben nach irgend einer Reform wird abgewiesen. Die Trägheit versteht es meisterhaft, jeden Funken der Aufregung zu ersticken, und die endlich nach zwanzigjähriger Berathung beschlossene Synagogen-Reform besteht darin, daß in jeder der drei Hauptsynagogen Wächter hingestellt sind, die das Schmusen abwehren sollen, damit die Andächtigen noch mehr Muße haben, sich bei dem über alle Beschreibung jämmerlichen Vortrag der unwissenden Vorsänger zu langweilen. Dieser Erbärmlichkeit gegenüber, blühet durch das gewissenhafte unermüdete Streben der Begründer eine Anstalt, wo der Jugend alles das dargeboten wird, was dem Menschen, zum Anschluß an die Gesellschaft nöthig ist. — Aber in Hinsicht des religiösen Standpunkts, den sich diese Anstalt gleich bei der Begründung vorgezeichnet hat, können wir Orthodoxen solche nicht als mit unseren Ansichten übereinstimmend, bezeichnen. Diese Behauptung bedarf keiner weitläufigen Auseinandersetzung; wir wollen nur einige Worte aus obigem Bericht anführen. „Religion, wie sie die Grundlage des Menschen „überhaupt, also muß sie es vorzüglich der Schule „sein rc. Religion soll in dieser israelitischen Frei- „schule, der Mittelpunkt alles Strebens, gleich- „sam die Achse sein, um die sich alles bewegt. Doch „welcher Theil der Religionslehre soll der Jugend