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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-11 · Heft 50 (11.12.1841) · p. Seite 725

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 50 (11.12.1841)
Date
1841-12-11
Page
Seite 725 (sequence 13)
Language
German
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725 . Wir sind also gezwungen, einen zweimaligen Aufenthalt in Kadesch anzunehmen, und das ordnet sich sehr leicht, sobald wir die Oertlichkeit etwas näher kennen. Nämlich folgender Maßen. In 4 Mos. 10, 12. war angegeben, daß die Israeliten vom Sinai nach der Wüste Paran zogen. Daß hiermit nicht ihre erste Station bezeichnet sein sollte, sondern nur im Allgemeinen der Landstrich, wohin sie sich begaben, ersieht man daraus, daß sie 12, 16 erst aus Chazeroth, der dritten Station, nach der Wüste Paran kommen. Aus der Wüste Paran sendet Moses die Kundschafter aus 13, 3., jedoch ziehen diese einige Verse weiter 13, 21. aus'der Wüste Zin ab, und kehren 13, 26. zur Gemeinde nach Kadesch in der Wüste Paran zurück; so wird auch 5 Mos. 1, 19. 22. der Ort, wohin die Israeliten vom Horeb zogen, und von wo sie Kundschafter aussandten, Kadesch-Barnea genannt. Hieraus erhellt, daß Paran, Zin und Kadesch identisch sind, so aber, daß Kadesch das Ziel des ersten Zuges vom Horeb aus war, und in der Wüste Zin lag (wie dies 4 Mos. 33, 36 geradezu gesagt wird,) die Wüste Zin aber ein Theil der großen Wüste Paran war. Wo lag aber Kadesch? 4 Mos. 33, 4. und Josch. 15, 3. bestimmen es zweifellos, an der Südgrenze von Palästina, südwestlich von der Südzunge des tobten Meeres, zugleich aber 4 Mos. 20, 14, 16. 34, 3. 5 Mos. 1, 7>. 19. 20. an der Grenze Edom's, westlich vom Emoritergebirge (Seir), so daß wir dafür den Winkel bezeichnet finden, welchen der Südabfall des Gebirges Juda und der Westabfall des Gebirges Edom am Südende des tobten Meeres bilden. Steil fallen das Gebirge Juda (also nördlich von Kadesch,) und Edom (also östlich von Kadesch), gegen diese Ebene ab, die das nördliche Ende des vom tobten Meere zum Meerbusen von Akaba laufenden Ghor (des alten Jordansbettes) bildet, westlich begranzt vom niedrigen Absall des Wüstenplateau's Tih. Dieses ganze, höhlenreiche Ghor wäre nun die Wüste Paran, deren nördliches Ende die Wüste Zin, worin Kadesch lag. Deshalb konnte es im Allgemeinen heißen (4 Mos. 10, 12.), sie zogen nach Paran, trotzdem man erst von Chazeroth (12, 16.) aus das Ghor betrat, und es konnte auch heißen, man sandte Kundschafter aus Paran (13, 3.), vbschon dies genau genommen aus Kadesch in Zin geschah. Hieraus ersieht man, daß, da Moses vom Sinai mit der Absicht wegzog, sofort in's Land Kanaan zu ziehen, der gerade Weg ihn nach Kadesch führte, wo er sogleich an der Südgrenze Kanaan's sich befand, und den Südabfall des Gebirges Juda erstürmen mußte, um sofort den Südstrich Kanaan's einzunehmen, wie dies auch klar, und der Oertlichkeit gemäß 5 Mos. I, 7. 21. ausgedrückt ist. Der Zwischenfall mit den Kundschaftern änderte Alles, der Plan, Kanaan sofort zu betreten, mußte aufgegeben werden, wie er sich auch, da wider Mose's Willen das Volk es versuchte, unausführbar zeigte 4 Mos. 14, 40 ff. Man mußte 37 Jahre umherwandern („weiden" 4 Mos. 14, 33.), umherlagern in der Wüste, westlich vom Gebirge Seir 5 Mos. 2, I., einer Zeit, aus der, ibie wir unten sehen werden, gar keine begebenheitliche Erzählung verblieb. Nachdem diese Zeit vorüber, das alte Geschlecht ausgestorben, das junge Geschlecht kräftig heraufgewachsen war, kehrte man vom Durchwandern der Wüste aus der Gegend des Meerbusens von Akaba, nach Kadesch (4 Mos. 20, 1.) zurück, um nun von diesem Punkte aus den Einfall in Kanaan wirklich auszuführen. Man wollte nun allerdings über das Gebirge in den Süden Kanaan's. Das Gebirge war aber von Edomitern besetzt. Man mußte von ihnen entweder freien Durchzug erlangen, oder diesen-mit stürmischer Hand erzwingen. Das erste schlugen die Edomiter ab, das zweite war, da man in der Tiefe stand, und wol die Kraft des Volkes nicht verschwenden wollte, sehr mißlich.: und so beschloß man das Land oder Gebirge Edom zu umgehen, indem man zwischen das Gebirge und dem Meerbusen von Akaba durchzog, die von Edom östlichen Ebenen zu durchziehen, und von Osten her über den Jordan in Kanaan einzufallen (4 Mos. 21, 4. 5 Mos. 2, 8.) Wir haben also vom Sinai ab einen dreifachen Zug zu unterscheiden: 1) vom Sinai gerade Weges nach Kadesch an der Südgrenze Palästina's; 2) von Kadesch aus in der Wüste, westlich vom Gebirge Seir und in den Gegenden des (östlichen) Meerbusens von Akaba (Ezjon-Geber), 37 Jahre lang, bis nach Kadesch zurück; 3) im 40sten Jahre von Kadesch über den Hör um das Gebirge Seir herum, dann nordöstlich in das Ostjordanland bis zum Jordan.

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