Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1841)
- Date
- 1841-12-11
- Page
- Seite 723 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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723 .halten, während des Enges in der Stadt Handel und Wandel zu treiben, und sucht erst bei spätem Abend die bischöfliche Vorstadt auf, wo er Wohnung hat. Ueber den Zug der Israeliten i» der Wüste. <Nach «nferm Bibelwerke.) , (Fortsetzung.) 8. Siebente Station: Rephidim. Zwischen der Wüste Sin und Rephidim nennt 4 Mos. 33, 12—14 noch zwei Stationen Dophka und Musch, die 2 Mos. 17, 1 übergangen werden. Nach 2 Mos. 18, 5 ist Rephidim-die letzte Wüste vor dem Gebirgsrücken des Sinai, und ist es daher, wenn wir der Beschreibung Burkhardt's folgen, am angemessensten anzunehmen, daß die weite, offne, mit niedrigen Hügeln besetzte Ebene Szueir, in die man durch das Thal Feiran und das Scheikh-Thal (wohin die Lokaltradition fälschlich Rephidim versetzt, und einen Stein Mokad Seidna Mousa, d. i. Sitz des Herrn Moses^ nennt,) kömmt, Rephidim sei, wo die Schlacht mit Amalek' geschlagen wurde. Hiermit stimmen auch ungefähr (die alten) Fabri und Breidenbach, und Laborde überein. 9. Achte Station: in der Wüste Sinai, wohin sie mit dem dritten Monat kamen. Werfen wir hier einen Blick auf die ganze Lokalität. Zwischen den beiden Meerbusen des rothen Meeres liegt die Halbinsel Sinai; dieselbe ist im Norden abgeschnitten durch das Gebirge' El Tyh, das in der ganzen Breite von Osten nach Westen sich erstreckt, so daß die Halbinsel unterhalb dieses Gebirges ein Dreieck bildet. Gerade in der Mitte dieser Halbinsel erhebt sich nun eine höchste Berggruppe, der Sinai des heiligen Wortes, ganz unabhängig von jenem El Tyh, von dem er durch weiße, sandige Ebenen und unzusammenhängende Hügel, Zebeir genannt, getrennt ist. Im Osten und Süden läuft dieser Sinai in geringe Höhen aus, im Westen aber, nach dem Meerbusen von Suez zu, fällt er jäh ab, so daß die Gegend offen ist, nur daß an der Küste ein Zug von Kalkbergen sich hinzieht, Djebel Heman genannt. Den ganzen Sinai, der 28° 50' Br. liegt, nennen die Araber Tor Sina, und das Terrain vom Meer bis zum Fuße dieses Gebirges erhebt sich (nach Rußegger im Jahre 1839) zu 3370 Paris. Fuß. Der Sinai ist ein gewaltiger Centralgranitstock, umgeben von buntem Sandstein und dem ihm untergeordneten Porphyr. Das herrschende Gestein ist nämlich grobkörniger Granit, der gegen die Gipfel der Berge zu feinkörniger wird, ein schiefriges Gefüge annimmt, und in Gneiß übergeht; der höchste Gipfel besteht ganz aus Feldsteinporphyr. Unbeschreiblich schön ist der Anblick des -ganzen Sinai dem nahenden Wandrer. Dieses Gebirge erhebt sich nun in drei höchsten Spitzen: 1) Djebel Mousa (nach Anderen Djebel Horeb), 5956 par. Fuß über dem rothen Meere, das 30 Fuß über dem mittelländischen Meere liegt, der niedrigste Gipfel (281 deutsche Meilen südöstlich von Suez.) Auf 1400 regelmäßig eingehauenen Stufen ersteigt man ihn, wo eine kleine Ebene (60 Schritte im Umfang) mit dem sogenannten Eliaskloster. Ueber diese, und eigentlich als derselbe Berg erhebt sich 2) Djebel Horeb, (nach Anderen Djebel Mousa, nach Anderen Djebel Katherina genannt,) 7097 Paris. Fuß, zu dem durch enge Schluchten ein treppenartiger Weg führt. Die muhamedanische Tradition verlegt die Gesetzgebung hierher, und der Ort ist des Gegenstandes würdig: man hat hier eine bezaubernde Fernsicht, die ganze sinaitische Halbinsel liegt zu den Füßen ausgebreitet wie eine Karte, und man sieht zugleich die afrikanische und arabische Küste und ein, jede Vorstellung übersteigendes Chaos von Bergen. Am Fuße liegt das Katherinenkloster. Eine reiche Vegetation bedeckt die Seiten dieses Berges, wie zum. Theil reicher Weideplatz, und in den Thälern wachsen Oel- und Obstbäume; Wasser wird sehr reichlich gefunden. Dies ist, nach Burkhardt, die „Wüste Sinai." Von diesen beiden Gipfeln ganz getrennt und isolirt erhebt sich 3) Djebel Katherin,'bei den Arabern Djebel Serbal genannt, 8168 Paris. Fuß, der höchste Gipfel, ganz kahl, in eine scharfe Spitze auslaufend. Auf diesem Gipfel selbst erheben sich wieder fünf Spitzen, von denen die zwei höchsten an der West- und Ostseile sich gegenüberstehen. Dies ist die Beschaffenheit dieses ewig für die