Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1841)
- Date
- 1841-12-11
- Page
- Seite 719 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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719 in aller liturgisch-theologischen Wissenschaft? Wir lesen in dem gegen das Gebetbuch geschleuderten Banne weiter: „Alle Hauptgebete sind willkürlich verstümmelt, alle auf unsere religiöse Zukunft bezügliche Stellen, als rrnm rp«n nbi«a sind theils ausgelassen, umgemodelt, der Gebetgeist zerstört" u. s. w. So viele Anklagen — so viele Unwahrheiten! Jedes Blatt unsres Gebetbuches straft ihn Lüge"). Ist nun der Vorwurf der böswilligen, absichtlichen Nichtbeachtung des Inhaltes jenes Gebetbuches ungegründet, ist er zu hart? Referent theilt nun, zu richtigerem Verständnisse der Sachlage, einige Thatsachen mit, die dem Fremden interessant sein dürften. Als vor 20 Jahren die zu dem alten Synagogen-Kultus sich haltenden Mitglieder unsrer Gemeinde zu der Einsicht gelangt waren, daß jene drei Männer, welche unser van „Religionsbehörde" nennt, nicht fähig waren, irgend eine geistliche Funktion zu verrichten, verlangten sie von dem Gemeindevorstande, daß ein piL min gewählt werden möge. Der Vorstand glaubte, den 5) a) die typischen, oder Hauptgebete sind durchaus unverändert geblieben. (S. Vocr. zu dem Geberbuche.) b) Folgende Stellen — neben vielen hier nicht angeführten — beweisen die völlige Unwahrheit der Bernays'- schen Anklage: die mnicm niaia und «a^i nb?1' in "fbn in dem Mussafgcbet für die Festtage. \ rms ^ibam, *;2tnKb nnniv—niaa in pai in an für rh; ferner iwwn pp vnn - »pn' «inn vna N'NI - irm-mb bias NOiwa ypn baai — ii^bs “piabn niaa nba v'?awaw ii'Nb« — nw«J marn — b«ia ivaib «21 — 'N v'nb« v'ba« w'ip u. m. a. o) In der neuen Auflage sind durchaus keine Veränderungen in der angeklagtcn Weise vorgenomme», außer bei der -nrnnn nam, was durch die darauf bezügliche Anmerkung hinlänglich molivirt ist; es sind vielmehr Gebetstücke ausgenommen, die in der ersten Auflage fehlen, z. B. rn»H 'piDö, o"a für die Sabbate, löbini n'b, nn:n nbvn; mehre Gebete bei häuslichen und religiösen Veranlassungen pTan nana— poiv« nana nb'ran nana wo lanan -oraa unverändert geblieben. Die in der neuen Auflage ausgefallenen Gebete, als pn pns* bsb u. s. w. waren zur allenfallsigen Ausfüllung der Zeit bestimmt, konnten aber nie angewendet werden. Bitten der hirtenlosen Heerde nachgeben zu müssen und ihr einen Geistlichen zu bestellen. Die Wahl traf Herrn Isaak Bernays. Er nahm die Wahl an, fand aber die Namen pnn min, an nicht nach seinem Geschmacke,— er nannte sich van.. Die Mitglieder des Tempels widersetzten sich dieser Wahl nicht, da ihnen die beruhigende Zusicherung ward, daß laut §. 3. des Bestallungsbriefes dem neu erwählten Geistlichen untersagt sei, sich in die Angelegenheit des Tempels auf irgend eine Weise zu mischen. So oft nun Uebergriffe leise versucht wurden, verstand es der jedesmalige Vorstand, solche abzuwehren. Nur aber jetzt glaubte unser van, bei der dermaligen zufälligen Kombinirung des Vorsteher-Kollegiums es wagen zu dürfen, die ihm gesetzlich gezogenen Schranken ungeahndet überschreiten zu können, welches Verfahren denn auch die Direktion als ungeziemende Anmaßung zurückzuweisen nicht nur berechtigt, sondern, den Mitgliedern des Tempels gegenüber, verpflichtet war. Wenn wir nun ferner voraussetzen, daß Herr Bernays wol wußte, daß diejenigen Mitglieder unsrer Gemeinde, welche die Synagogen besuchen, nicht das Tempelgebetbuch für ihre tägliche Andacht gebrauchen, und daß die Mitglieder des Tempels und die an dem Gottesdienste desselben regelmäßig Theilnehmenden die Warnungen des van nicht beachten; und wir dennoch nichts dagegen gehabt hätten, wenn er seine Warnung in den einfachen Worten, wie die von "w'pn wirk lick lauteten, bekannt gemacht hätte, um, wie er sich ausdrückt: i:nbnp “pna bnaaa Tort»; so muß ein Verfahren, wie es Herr Bernays beobachtete, doch wahrlich, als ein auf muthwillige Weise den Saamen des Unfriedens in die Gemeinde Streuen, und die Religion als Vorwand Gebrauchen bezeichnet werden!- Und was die Direktion des Tempels befürchtete, und, so viel an ihr lag verhinderte, und was mit ihr alle Beffergefinnten jeder religiösen Ansicht in der Gemeinde von Herzen beklagen, ist eingetroffen: — der Friede ist gestört. Man hat uns zum Streite herausgefordert! — Er sei uns ein "n nnnba, und in diesem Geiste werde er von uns geführt. Nicht gegen die ehrwürdige Syna» zöge, unsre gemeinsame Mutter, nicht gegen