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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-11 · Heft 50 (11.12.1841) · p. Seite 718

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 50 (11.12.1841)
Date
1841-12-11
Page
Seite 718 (sequence 6)
Language
German
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718 Hörde die Erlaubniß zum Baue eines neuen, größeren Tempels ertheilt und das Petitum des sgeistlichen Beamten unbeachtet gelassen, ein Petitum, das doch so kräftig — fromm und salbungsvoll lautete: „daß nicht allein jeder „Neubau, woraus eine positive Konstitution seiner neuen Einrichtung auch nur „von fern her zu deduciren stehe, möglichst „zu verhindern, vielmehr zur Zurückdrän- „gung dergleichen anmaßlicher Vergröße- „rungsbestrebungen abseiten des Vereins „derselben anzuweisen sei, innerhalb sei- „ner gesetzlichen Stellung gemäßen Na- „men „Erbauungsverein" anzunehmen „und den Kraft seiner Natur nach Vergrößerung strebenden Namen Tempel abzu- „legen."") Wer könnte nun noch die Form der Bekanntmachung des Herrn Bernays unbegreiflich finden? — Prüfen wir aber den Inhalt. Als Einleitung wird erzählt: „Als d'rpn die sogenannte u"'i rcia Va erschienen war und die damalige jüdische Religionsbehörde darin wahrgenommett k. rc." Schon diese Einleitung ist eine völlige Entstellung der Thatsach'en. Allerdings haben die drei Dajanim auf Anhalten weniger Eiferer damals ihre Namen unter eine sogenannte „t-irrra" gesetzt; sie haben aber nichts „mit tiefer Bekümmerniß wahrgenommen;" denn ein Mal war das Gebetbuch zur Zeit der Veröffentlichung jener noch gar nicht erschienen, nur einige Bogen kür den Sabbatgottesdienst lagen vor, und dann....... doch jene Männer ruhen längst im Grabe, stören wir diese Ruhe nicht! — Vermochten sie auch nicht, Erscheinungen auf literarischem und religiösem Gebiete zu beurtheilen, so war ihr Urtheil doch ihren Ansichten angemessen, also von ihrem Standpunkte wahr. Das damalige Vorsteher-Kollegium freilich, die Unfähigkeit jener Dajanim zu gründlicher *) Dieß sind dl« Worte des Petitums in der Eingabe des geistlichen Beamten Bernays an den Hochweisen Rath in Betreff der von der Direktion des Tempelvereins nachgesuchten Erlaubniß zur Erbauung eines neuen, größeren Tempels und zur Acquirirung eines zu diesem Behufe erforderlichen Grundstückes. — Der Erfolg ist bekannt. und unparteiischer Beurtheilung erkennend, und'in der rwiiv derselben einen Schritt unverzeihlicher Anmaßung erblickend, verwiest der „Religionsbehörde" ein solches Verfahren aufs Ernstlichste und verordnete, daß jene nsmn sofort zurückgenommen wurde! Sie hatte also nie gesetzliche Geltung, und man glaubte sie auch längst der Vergessenheit anheim gefallen, was alle Freunde der guten Sache und vor Allen die der Urheber jener wrna wünschen mußten 'w dntiün ba nbisaa. Und nach 23 Jahren entreißt mit übermüthigem Leichtsinn unser hochgelahrter van sie der Finsterniß und schiebt ihr Motive unter, an welche die Abfasser nie gedacht hatten und wovon in derselben auch mit keiner Sylbe Erwähnung geschieht. Das Interdikt fährt fort: „Und diese ernstliche Warnung hat ihre fromme Wirkung nicht verfehlt; es ist bisher keinem 'NiN' in den Sinn gekommen, sein nnin nbsri aus jenem Buche bbsnio zu sein." Also alle, welche ihre Pflichtgebete aus diesem Buche gebetet haben und noch beten — wären keine Juden? Unsre theuren lieben Anverwandten, die in dieser Zeit von uns geschieden sind, die aber bei ihren Lebzeiten mit frommem Glauben, mit warmer Andacht aus diesem unserm Gebetbuche gebetet haben, — waren nicht als Juden gestorben? Und die wir noch mit unfern Frauen und Kindern uns an jedem Sabbate, an jedem Festtage in den Gebeten unsrer riban erheben, die wir am heiligen tr-n» öt* zu dem Gotte Israels rufen 'm pm tnm bor "n "n, die wir am Abend dieses Festes mit aller uns noch verbliebenen Kraft, mit einer Innigkeit, wovon der uns Verketzernde wol kaum eine Ahnung haben mag d-mw riidvu bis» sind, ausrufend: „Vsm»’ und „d'Nbrr 81N "n" — wir wären keine Juden? Wir, die wir kein höheres Streben kennen, als die Würde unsres Glaubens aufrecht zu erhalten, die wir kein Opfer, keine Mühe scheuen, unsre Kinder zu wahren, ächten Israeliten zu bilden, wir werden für „Nichtjuden" erklärt, und das von einem Manne, dem wir sein Judenthum so tHeuer bezahlen müssen!? — Wer stimmt — zur Rettung der sittlichen Ehre des Herrn B. — nicht in die Erklärung der Direktion des Tempels ein: Solch ein Urtheil zeugt von der tiefsten Unkundr

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