Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1841)
- Date
- 1841-12-11
- Page
- Seite 717 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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717 \ stikuts gegen jene Bannbulle abgegebene Erklärung. Beide Dokumente dürsten dem uneingeweihten Leser zu Betrachtungen und Fragen mancher Art Veranlassung geben. Er liest die mma, unterzeichnet von dem „aan" der israelitischen Gemeinde zu Hamburg. Ein Mann, der sich selbst „den Weisen" nennt — wie kann der so unweise verfahren, seine dem Scheine nach wohlgemeinte Absicht durch so leidenschaftliche Sprache zu verdächtigen? Wie darf ein aibia tprn aibta am» sich in Angelegenheiten der Religion, wo man die Sprache der Sanstmuth, der Liebe und des. Friedens erwartet, so zornentbrannt, so giftersüllt gebärden? Wie so ganz daS Wort der Schrift außer Augen setzen: nma a^aan man? Wie der Vorschrift unsrer Weisen vergessen, die von dem van mabn verlangen, daß er i»«aa mman ay nnsa unaai sei, auf daß Jeder beim Anblick seiner Handlungsweise freudig ausrust rtaa!r®ya anpina naa ran rr»d Aber, — so fragen wir weiter, — zugegeben, daß das Formelle jener Bekanntmachung unweise, ungeziemend, mithin verwerflich sei; wir müssen doch annehmen, daß sie dem Materiellen nach auf Wahrheit beruht, die Bekanntmachung mithin ein Erzeugniß ächter Religiosität ist: Wie durfte sonach die Direktion des Tempels eine so verletzende Erklärung abgeben? — So unbegreiflich diese Erscheinung für den Auswärtigen, mit den eigentlichen Verhältnissen nicht Vertrauten, wegen jener vermeinten Widersprüche sein mag; für uns ist sie es nicht. Wir wissen, daß nicht Pietät die Mutter dieser Mißgeburt, der mma, daß diese vielmehr das unglückliche Erzeugniß ist des verletzten Egoismus, gekränkter Eitelkeit, des Aergers über gescheiterte unlautere Hoffnungen und zu bald enthüllte Jntriguen *). — Nur darüber müssen auch wir staunen, daß dieser kluge Mann, der seit 20— sage.: zwanzig Jahren seine Kraft und Stärke im — Nichtsthun, im vornehmen „Jgnoriren" bekundet hat, sich endlich von seinen verblendeten Freunden hat verlocken lassen, mit — seinen wahren Gesinnungen an das Tageslicht zu treten, das sie doch sonst so wenig vertra- *) Nach vollständig geschlossenen Akten dürste vielleicht gehofft tverden, daß dieselbe» veröffentlicht werden, wodurch das Angedeutete sich klarer Herausstellen wird. gen können. — Versuchen wir indeß, unsere hier ausgesprochenen Ansichten näher zu beleuchten. Seit zwei Jahren war es in unserer Gemeinde bekannt, daß die Direktion des Tempels eine Kommission ernannt hat, die sich damit beschäftigen sollte, eine neue Aussage des vergriffenen Gebetbuches zu veranstalten. Dieß blieb auch unserm aan kein Geheimniß. Was würde ein um die Würde und Aufrechthaltung der Religion wahrhaft besorgter, den Frieden liebender, Eintracht und Einigung fördernder Geistlicher in einem solchen Falle gethan haben? Mußte er, wenn er schon einmal etwas thun zu müssen oder zu dürfen glaubte, nicht rathend und väterlich mahnend die Kommission aufmerksam machen, auf welche Weise sie bei der Redaktion der neuen Aussage verfahren möge, um Spaltungen möglichst auszugleichen, Zerwürfnisse zu heben und das rechte Verhältniß zwischen der alten und neuen Synagoge (Tempel) wieder herzustellen? Man entgegne nicht: „das würde vergebliche Mühe gewesen, der Tempel von seinem Standpunkte nicht gewichen sein!" Referent kann die heilige Versicherung geben, daß, wenn derartige Zumuthungen mit dem Geiste des Tempels, d. h. mit dem Geiste ächt israelitischer Gottesverehrung irgend in Einklang zu bringen gewesen wären, dieselben mit Nichten zurückgewiesen worden wären *). Was thut unser „van"? Die Vorschrift 'm “jmay n« warn nain beachtet er nicht. So wird er unmittelbar nach Erscheinen des Gebetbuches seine Warnung vernehmen lassen? Nicht doch! Zwei Monate verstreichen, das Volk erhebt und erbaut sich an den heiligen Festtagen nach unserm mio, versündigt sich also schwer, und wird — nicht gewarnt. Er wartet bis m®n fa "a av **); da ist von der hohen Be- *) Es ergibt sich schon bei oberflächlicher Vergleichung der zweiten Auflage unsres Gebetbuches mit der ersten, daß die Redaktion allerdings bemüht war, sich der Synagoge enger anzuschließen. (S. Anm. 5. Lit. e.) *•) Merkwürdiges Zusammentreffen, daß beide Bekanntmachungen mtan i"a "a ar battet sind, und wundern wir - uns, wie unser aan hierin kein schlimmes Prognostikon erblickte. Wir unserseits sind so vorurtheilsfrei nicht, und prophezeihcn dem unglücklichen Aktenstücke von a'Hn dieselbe Wirkung wie jenes von d'ypn hatte; von beiden wird gelten: miiyab narr naa rabisb ab ba 'brn »bi rips1 »bi mar »b r aannan