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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-11 · Heft 50 (11.12.1841) · p. Seite 714

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 50 (11.12.1841)
Date
1841-12-11
Page
Seite 714 (sequence 2)
Language
German
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714 diese Feier selbst liefert einen schönen Beweis, wie man in «na so gemischten Gemeinde sich gegenseitig »icht var freundlich dulde», sondern bei der treuesten Anhänglichkeit an das eigene Glaubensbekennlniß Jeden anerkennen und ehren könne, der auf andere vernünftige Weise Gott zu dienen und ihm wohlgefällig zu werde» sucht, indem ja, womit obige Rede schloß, Gott nicht nur ein Gott Israels ist, sondern von allen Völkern und Zungen, ja aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge sich ein Lob bereitet hat. L. H—b. Frankfurt am Main, 21. November. (Privatmitth.) *) Viel und Vieles könnten wir Ihnen melden über die häufigen Zusammenkünfte und über die ungewöhnliche Thätigkeit, welche jetzt bei beiden Parteien der hiesigen israelitischen Gemeinde statt finden , allein wir fürchten die Geduld der Leser Ihres geschätzten Blattes auf eine zu harte Probe zu stellen, wenn wir Alles in extenso mittheilen wollten, da — partout conmie eher nous -— solche Akte und Scenen fast überall, wenn auch nicht mit so krassen Dekorationen, aufgeführt werden. Wir erachten es deshalb für besser, unsere diesmalige Relation über die Zustände der hiesigen Gemeinde, welche Letztere sich gegenwärtig in einer bedeutsamen Krisis befindet, nur in nuce zu geben. Wir werden so viel als möglich die Begebenheiten ohne Kommentar, ohne Animosität, und ohne Ausdringen unsrer Meinung, ganz der Wahrheit gemäß der Oeffentlichkeit vorführen; jedoch da wo es wegen Unbekanntschaft mit den lokalen Verhältnissen nöthig erscheint, uns erlauben, Ursache und Wirkung näher zu beleuchten und zur bessern Verständigung einige Ansichten darüber auszusprechen. — Drei Elemente der Uneinigkeit, die sich innig gesellt, bilden jetzt fast ausschließlich das Tagesgespräch aller Gemeindeglieder, deren subjektive Urtheile natürlich nach den Partei-Nüancen zu bemessen sind; jedenfalls aber zeugt die Rührigkeit und die Theilnahme derselben, daß Gottlob der Jndifferentismus bei uns noch keine so feste Wurzel gefaßt, und noch nicht alle Glieder gelähmt *) Da bet folgende Artikel, von wohlbekannter Hand uns zugeferügt, Anklagen enthalt, so würden wir nicht anstehen, Entgegnungen, sobald sie von gewisser Autorität begleitet sind, aufzunehmen. D. Redakt. hat: vielmehr, wenn es sich um gewichtige Dinß'e handelt, in unserer Gemeinde ein nicht geahntes Leben sich kund giebt, das zu den besten Hoffnungen, selbst in Mitten der heftigsten Kämpfe pro und contra, berechtigt, nach dem Spruche unserer Weisen: ö^prinb iLiü a-^sj asb to-o np-ihnanba. Und so wollen wir diese drei Elemente der Reihe nach, so wie sie zur Welt gekommen, rubriziren und beginnen mit I. Denunziation contra Jsaaksohn. Hr. Joseph Jsaaksohn aus Filehne im Großherzog, thum Posen versieht nämlich seit 1^-Jahren die Funktion eines ^provisorischen Rabbi in der snzn *). Wenn,wir bis jetzt vermieden haben, über die religiösen Vortrage dieses durch Talente wie durch Charakter ausgezeichneten jungen Mannes, den in unsrer Mitte zu besitzen wir so glücklich sind, zu berichten, — so geschah es blos, weil sowol seine eigene Bescheidenheit uns dies zu verbieten schien; als auch um diejenige Partei in unsrer Gemeinde, welche an Allem, was ihren Ansichten nicht zusagt, leicht Anstoß nimmt nicht unangenehm zu berühren, und unsrerseits keinen Anlaß zu Mißhelligkeiten zu geben. — Aber plötzlich wie vom Himmel gefallen, wird Herr Jsaaksohn zum Herrn Polizeisenator beschieden, der ihm, auf Denunziation der Gemeinde (dessen eigene Worte) das fernere Abhalten von sabbatlichen Vorträgen bis auf Weiteres untersagte. Es verstehet sich von selbst, daß man sogleich nach der Quelle (da der Ausdruck „Gemeinde" sehr *) Im zweiten Jahrgange dieser Blatter vom Jahre 1838 No. 134 findet sich ein Referat darüber, welches man nachzulesen beliebe. Da es den darin erwähnten Herren B. M. Adler, A. M. Fuld, A. S. Trier und dem später hinzugekommenen Herrn B. Niedcrhofheim aus gerechtfertigten Motiven ferner unmöglich war, die sabbatlichen- Vortrage regelmäßig fortzusetzcn, so wurde Herr Jsaaksohn dazu berufen, und ihm allein diese Funktion übertragen, in welcher er nicht nur die Erwartun. gen seiner Vorgesetzten in jeder Beziehung übertroffen, sondern auch seine, aus mehreren hundert Personen beiderlei Geschlechts bestehendes Auditorium stets zu erbauen und zu belehren und besonders auf die Jugend so wohl, thätig zu wirken gewußt. Wir werden uns erlauben, nächstens ausführlicher über diesen Verein und Herrn Jsaaksohn in's Besondere zu berichten. Anm. d. Einsenders.

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