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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-04 · Heft 49 (4.12.1841) · p. Seite 711

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 49 (4.12.1841)
Date
1841-12-04
Page
Seite 711 (sequence 15)
Language
German
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711 feia ich will nur ein Faktum anführen, durch welches^cher Geist, der es belebte, bezeichnet wird. Im Laufe des März 1814 befand sich Simon in der Umgegend von Coulommiers, und wurde unterrichtet, daß eine feindliche Partei sich der Diligenz, zweier Mchlwägen und 16 Pferde bemächtigt habe; sogleich verfolgt er die Räuber, erreicht sie, zwingt sie ihre Beute in Stich zu lassen, und giebt den Eigenthümern Wägen, Mehl und Pferde zurück, obgleich der unbillige Kriegsgebrauch ihn ermächtigt hätte, es als Prise zu behalten. Nach der Auflösung des Korps suchte Simon beim Kriegsminister für sich und einige seiner Offiziere um die Erlaubniß nach, mit ihren Graden nach den Kolonieen zu gehen, empfing aber keine bestimmte Antwort. Da reichte er ein Memoire bei Ludwig dem XV1I1. den 15. Dezember ein, worauf er wie mehrere seiner Offiziere den Halbfold bekam. Nach der Landung Napoleons bei Frejus empfing der Oberst Simon, wie alle Offiziere auf Halbsold, den Befehl, sich nach Melou und von da nach St. Denis zu begeben. Als Ludwig der XVIII. die Hauptstadt in der Nacht vom 19. März verlassen hatte, und der General Maison nicht wußte, welche Befehle er geben sollte, wollten mehrere Offiziere, die nach Paris zurückkehrten, einige Gardes-du-Corps welchen sie aus dem Wege begegneten, entwaffnen und ihnen die Pferde nehmen. Simon widersetzte sich dieser willkürlichen Handlung lebhaft, welche die größten Unordnungen hätte veranlassen können; da diese That durch die Mehrzahl der Militärs, die dessen Zeugen waren, gebilligt wurde, wählten sie Simon zu ihrem Kommandanten. Kurz nachher als sie den Reisekoffern des Herzogs von Berry begegneten, die, wie man wußte, voller Silbergeräthe waren, äußerte sich Unzufriedenheit und Murren in bedeutendem Grade, und diese.reichen Kasten würden ohnfehlbar zerschlagen und geplündert worden sein, wenn der Oberst Simon, eine Festigkeit, welche ihm hätte gefährlich werdey können, zeigend, nicht befohlen hätte, sie durch ein Detachement zu eskortiren und nach den Tuillerien' zu bringen, wo sie unberührt ankamen. Eine so seltene Eigennutzlosigkeit erwarb ihm 8 Dekorationen der Ehrenlegion für die, welche unter seinen Befehlen dienten. Dieser kriegerische Künstler, welcher zu gleicher Zeit dem Mars und der Minerva diente, kam endlich 1816 nach Brüssel zurück. Er wurde zum Graveur des Königs ernannt und erhielt seine Rückzugpension als Oberstlieutenant, seitdem lebte er nur noch dem Studium und die friedlichen Eroberungen der Intelligenz waren sein einziger Ehrgeiz. Er machte sich alle Tage durch würdige Handlungen und durch seinen Eifer für seine Kunst bekannt; besonders trug er Sorge junge Waisen zu erziehen. Im Monat August 1830 zog der Geis von Neuem die Uniform an, und setzte sich an die Spitze einer Kompagnie Bürgergarden, welche er in der Eile bildete, um seine Mitbürger gegen einige plünderungssüchtige Menschen zu schützen. Ihm, seiner muthvollen Hingebung verdankt man die Erhaltung des Mobiliars des Königlichen Theaters. Eine lange und schmerzhafte Krankheit, welche er mit Geduld ertrug, endigte seine lange Lebenslaufbahn den 12. März 1834, als er 82 Jahre alt war. Er wurde mir militärischen und religiösen Ehrenbezeugungen begraben, der Großrabbine sprach an seinem Grabe eine Leichenrede. Simon hat unermeßliche Arbeiten und eine sehr kostbare Werkstätte von Gravuren in feinen Steinen, Medaillen u. s. f. hinterlassen. Er hat eine Sammlung aller berühmten Männer der Niederlande gravirt, er hat l'Armorial general de l'Empire, tome 1 et 2 in folio und mehrere andere ausgezeichnete Werke, unter andern l'Empreinte des nouvelles monnaies du royaume des Pays-Bas, herausgegeben. Simon war Mitglied mehrerer Zlkademieen, man kann ihn als den Chef der Steinschneide-Schule betrachten, welche sich in Frankreich so berühmt gemacht, weil er Unterricht den Dubois, Paul, Berger, Lalondre und dem jüngern Herrn Simon, seinem Sohne, der seinen Namen berühmt zu machen fortfährt, gegeben hat. Wir bemerken noch, daß man aus Jean Henri Simon zwei oder drei verschiedene Personen hat machen wollen. S. Xotice distorigue sur ckean-Henri Limoll Graveur du roi, Bruxelles 1836. 8.

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