Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1841)
- Date
- 1841-12-04
- Page
- Seite 712 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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712 Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen I^Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Wir suchen von heute ab, oder zum 10. April 1842 einen examinirten jüdischen Lehrer, der zugleich Schächter und Vorbeter sein muß, die hierauf Reflektirenden wollen sich recht bald in portofreien Briefen an uns wenden. Rathenow, 11. November 1841. Der Vorstand hiesiger jüdischer Gemeinde. Der Unterzeichnete hat seine Lehranstalt für Kk^de! israelitischen Glaubens so erweitert, daß er noch Kinder in dieselbe aufnehmen kann. Außer einem Hülfslehrer und einem Lehrer für den Zeichnen- und Schreibunterricht hat ec noch einen vierten Lehrer, der Klavierunterricht ertheilt. — Auswärtige Eltern, welche ihre Kinder seiner Pension anzuvertramn geneigt sind, wollen sich gefälligst an Unterzeichneten wenden. Bonn, im November 1841. W. Sulzbach. Bemerkung. Es scheint uns nothwendig, um unsern Lesern ein ganz klares Bild von dem Hamburger „Gebetbuch der Israeliten" zu schaffen, dem in No. 46 und 47 gegebenen Bericht noch einige Bemerkungen nachzusenden. Das Gebetbuch ist die zweite Auflage des schon seit 1819 im Gebrauch seienden, und bedauern wir nur, kein Exemplar der ersten Auflage zur Vergleichung zur Hand zu haben. Nützlich scheint es auch, aus der Vorrede folgende Stellen anzuführen: „Unser Gebetbuch hat, als der Ausdruck eines zur Einfachheit und Würde zurückgeführten wahrhaft israelitischen Gottesdienstes, seit seinem Erscheinen im Jahre 1819 höchst segenreich gewirkt. Der religiöse Sinn ist durch den Kultus fruchtbar belebt worden, und die väterliche Religion gewann wieder einen erhebenden Einfluß auf das Gemüth einer zahlreichen Klasse, für welche sie die Weihe fast gänzlich verloren hatte. Selbst auf auswärtige Gemeinden hat unser Gottesdienst in vielfachen Beziehungen heilsam gewirkt." Ferner: „In Beziehung auf den Inhalt hat die Redaktion mit rücksichtsvoller Behutsamkeit zu verfahren gesucht. Sie hat die Unserer Liturgie zu Grunde liegende Unterscheidung der typischen Gebete von den accessorischen festgehalten. Jen? sind überall gewissenhaft beibehalten, da die Tempelgemeinde sich nur in.einigen Formen ihres Kultus von anderen israelitischen Gemeinden unterscheidet, nicht aber in Religionslehren. Der Gewissenhafte, der über die väterliche Religion klar zu denken im Stande ist, wird dabei völlige Befriedigung finden." — Endlich: „Ueberall hat man gesucht, die Prinzipien eines zeitgemäßen israelitischen Kultus immer fester in's Auge zu fassen, und immer mehr Konsequenz - und Harmonie in die Liturgie zu bringen. Wer hierbei nach keiner Seite hin Ueberspanntes verlangt, wird dm Segensquell gewiß freudig benutzen." Ferner diene zur richtigern Anschauung der Sachlage folgende Vergleichung. Die Ekngangsgebete des Sabbat haben in der portugiesischen Synagoge ebenfalls die Psalmen 95—99, 29. (n:2N2 12b) nicht, wenn auch das rob, das hat eine ganz andre Abfassung, als bei uns (am gewöhnlichen Abendgebet schon, noch mehr am Sabbatab., wo auf im» pm sofort V1-1OI folgt;) nach •to*’*} wird 'ifiöö’i ekngeschoben, nstl und nbs ist anders, 2"i üibitt kennt sie gar nicht. Die Sabbatmorgengebete der. portugiesischen Gemeinde: auch hier wird mit 'rnzVti ■’übtf angefangen, wie denn die Gebete vor 12^2 vielfach qnders geordnet sind, die in von dem Tempel angenommene Formel ist die portugiesische, die jedoch unsre auch.hat, bK-isr ->12 fehlt auch bei den Portugiesen, die Schachritkeduscha ist bei den Portugiesen am Sabbat wie am Wochentage; im Mussaf haben die Portugiesen ebenfalls anstatt n:on — mitt Nwnb, nur daß sie arik 'sba wie wir haben. (Schluß folgt.) Druck von I. B. Hirschfeld.