Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1841)
- Date
- 1841-12-04
- Page
- Seite 710 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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710 auch darumbe an libe und an gut straffen lassen, nach Iren verdienen. Dortzu haben wir auch dem vorgenannten Conrat bevolhen, und gantze Macht gegeben, das er euch und ewer yegliche, die dann hierinn widerwertig und ungehorsam sin werden tzu Hand in unser und des Richs Acht legen und tun solln. Als sich dann das gebäret hernach wisset euch tzu richten. Mit urkund disz briefs versigelt mit uüserer kuniglichen Majestät Jnsiegel. Geben tzuCostentz, Nach Crists gebürt viertzehnhundert Jarn, und darnach in dem Achtzehenden Jar, des nechsten Frytags nach unser Frawentag Purisicationis, unserer Riche des ungrischen rc. In dem Eyn und drissigsten und des Römischen in dem achten Zaren. Biographisches. (Schluß.) Dem Revolutionsbeil entwischt, entschloß sich Simon nach Spanien zu gehen, wo er sich bald bemerklich machte. So lange er hier wohnte, wurde er für den Dienst der königlichen Familie beschäftigt, die ihm anbot sich in Madrid für ein Gehalt von 30,000 Realen, um Schüler zu bilden, niederzulassen; man fügte dem die Benutzung eines weiten Hotels hinzu. Der belgische Künstler verweigerte eine so glänzende Stellung; er hatte ein Vaterland, eine Familie, Freunde, er fühlte zu lebhaft das Bedürfniß sie wiederzusehen, so daß er seine Rückkehr nach Paris bewerkstelligte. Kaum dort angekommen, ernannte ihn der Minister des Innern, auf den Bericht des Instituts und nach der Meinung des Konservators der königl. Bibliothek zum Professor der Steinschneidekunst am Taubstummeninstitut. Aber Simon empfand «bald die Uebelstände, welche zu oft mit einem großen Rufe verbunden sind. Der Minister, ohne Zweifel durch falsche Einflüsterungen getäuscht, schrieb ihm im Jahre IX, daß er mit Bedauern seine Demission annehme, die er gar nicht gefordert. Diese unverdiente Ungunst bestimmte Simon von Neuem in's Ausland zu gehen, bis der Minister, um ihn seinen Entschluß ändern zu lassen, ihn als Professor honorarius wieder einsetzte. Außerdem wies ihm der Mi- , J nister noch fünf Eleven an, die er unentgeldlich keine Kunst lehrte. J Damals war es, wo er sich im Palais royal etablirte. Der Ruf, den er genoß, bewirkte, daß er zum Graveur in feinen Steinen des Kabinets Napoleon's ernannt wurde. Die Kaiserin Josephine, deren Andenken den Künsten immer theuer sein wird, gab ihm den Titel eines Graveurs des Siegelrathes, was ihn bewog ein allgenleines Wappenbuch (i'Xrmoriai general) des neuen Adels zu unternehmen, für welches er einen Theil seines Vermögens opferte. Der Krieg im Jahre 1813 hatte den Handel und die Künste gelähmt; die reichsten Landschaften Frankreichs waren bald überschwemmt; Simon glaubte noch einmal den Stichel mit dem Degen vertauschen zu müssen; er erhielt vom Kriegsminister die Erlaubniß, auf seine Kosten das erste Korps der eclaireurs-francs des Departements der Seine zu bilden. In weniger als einem Monat war dieses Korps montirt, equipirt, bekleidet, bewaffnet, ohne daß die Negierung den geringsten Antheil daran gehabt: er sollte selbst ein Regiment Lanziers bilden nach dem Antrag des Kriegsministers. Das gute Benehmen, welches das Korps Simon's in der Armee zeigte, unter seinem Kommando, erwarb ihm das Lob des Fürsten von Wagram, Herzogs von Ragusa, der Generäle Compans', Vincent's und Andrer, unter deren Befehl er fast immer in der Schlachtlinie focht, die Artillerie-Parks schützend und die Rückzüge deckend bis unter die Mauern von Paris, am 30. März. An diesem Tage wurde der Oberst Simon von einem Biscayer im Schenkel verwundet, und verlor mehrere Offiziere und Soldaten. Ungeachtet seiner eigenen Wunde, verließ er das Korps .nicht, und vereinigte sich mit der Armee zu Fontainebleau, wo der Prinz von Wagram ihn dem großen Artilleriepark zuwies. Auf Grund des Dekrets Ludwigs XVIII. vom 6. Mai 1814 wurde das Korps des Obersten Simon entlassen, wie alle Freikorps; am 20sten legte er zu Laval, wo er sich befand, seine Waffen und Effekten in den Militärmagazinen dieser Stadt nieder, obgleich diese Gegenstände ihm gehörten. Dieses Korps hat ein ehrenvolles Andenken zurückgelas-