Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1841)
- Date
- 1841-12-04
- Page
- Seite 707 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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707 42 Mos. 13, 17) bestimmt, den letztem zu gehen, stk wurde, anstatt sofort die Wüste, .an deren Saum man sich befand, zu betreten, ein besondrer Befehl gegeben, nämlich gewissermaßen wieder umzukehren (lanjii 2 Mos. 14, 2), und ziemlich an der Westküste des rothen Meeres aus der ägyptischen Seite hinunterzugehen, und sich vor Pi hachirot, zwischen Migdol und dem Meere, Baal Zefon gegenüber, am Meere lagern. Dadurch sollten die Aegypter zu der Meinung, daß die Israeliten sich verirrt, und zu dem Entschluß, sie zurückzuholen, kommen, und so Veranlassung zu dem wunderbaren Durchzug durch das rothe Meer gegeben werden, um die Israeliten vor dem Eintritt in die Wüste von der göttlichen Führung so recht zu überzeugen. Es ist hier nicht der Ort, dieses Wunder näher zu besprechen, wir haben nur das Thatsächliche, den Weg, den die Israeliten nahmen, in's Licht zu stellen. 4. Die dritte Station am rothen Meere und der Durchzug durch dieses. Das rothe Meer, Schilf-Meer, Saari-See, (von dem am Ufer des rothen Meeres wachsenden Schilf, Meertang , welches die Aegyptier jetzt Sari nennen, wahrscheinlich Fucus naiaus L.,) das arabische Meer, der Busen des indischen Oceans, der, zwischen Arabien und Afrika, dieses von Asien trennt, nur durch die schmale Landenge von Suez vom Mittelmeer getrennt, erstreckt sich in einer Länge von 300 geographischen Meilen von der Straße Bab el Mandeb (12° 40' N. B. 41° 11' O. L.), mit verschiedener Breite und Tiefe (bisweilen 300 Fuß, bei Suez nach Niebuhr 27 Fuß), in einem im Ganzen felsigen und tiefen Bassin, in zwei Buchten ausgehcpd, die die Halbinsel des Sinai einschließen, und von denen die westliche, breitere, sinus Heroopolitanus, jetzt von Suez, die östliche, Sinus Melanites, jetzt von Akaba, hieß. Es hat insonders die Eigenthümlichkeit, daß Ebbe und Fluth sich bis an die entlegensten Ufer erstrecken. Die Oberfläche des Wassers ist mit vielem Seetang bedeckt, (nach Ehrenberg allerdings nicht mehr so häufig, sondern nur bei cl Buhl,) und phosphoriscirt sehr stark; der Busen hat viele Fels- und Korallenriffe, Sandbänke und schmale Eilande, indeß sind viele Zeichen vorhanden, daß dieses Meer früher höher stand, als jetzt, da mehrere Städte, die früher als Seehäfen citirt werden, jetzt beträchtlich tief landeinwärts liegen, besonders ist dies am westlichen, dem B. von Suez, der Fall, wo das Ufer ungewöhnlich niedrig und seicht ist. Da nun nach dem Durchzuge durch das Meer die Israeliten in die sinaitische Halbinsel eintreten, so haben wir es hier nur mit dem westlichen Meerbusen (dem von Suez) zu thun, wie später bei den Zügen in der Wüste nur vom östlichen Meerbusen, dem von Akaba, die Rede ist, was wol festzuhalten ist. — Die Oertlichkeiten nun, welche die Schrift so genau angiebt, bis wohinunter die Israeliten zur Täuschung der Aegypter gingen, und dann am Ufer des Meeres lagerten, und die zugleich den Ort bestimmen, wo die Israeliten durch den (allerdings breiten) Meerbusen von Suez gingen, lassen sich durchaus näher Nachweisen, und sind der Konjekturen so viele, wie Autoren, die darüber verhandelt. Eine gangbare Annahme ist: Pi hachirot das Thal Bedea, » M. von Suez, welches aber selbst zu schmal ist, um eine Heeresmaffe, wie die Israeliten, zu fassen, und ebenso ist das Meer an dieser Stelle zu breit, um den Uebergang der Israeliten in so kurzer Zeit möglich zu machen. Andere Hadjerot, 3 Meilen von Bir Sues, da der Name, mit dem Artikel Pi, Aehnlichkeit mit dem hebraisirten hat. Baal Zefon, welchem schon Targ. jon. eine Hindeutung auf einen ägyptischen Götzen beilegt, Heroopolis, wo Typhon verehrt ward. Die örtliche Tradition bezeichnet in der Nähe dieser Plätze ein Vorgebirge mit dem Namen Ras Mousa (Moses), und eine nahe Quelle Ain Mousa, sowie die breite Bucht Wirket Faroun (See Pharao's.) Wir können aus den Umständen nur entnehmen, daß die Israeliten eine ziemliche Strecke längs des Meeres hinunter gegangen sein mußten, so daß dieser ihr Rückzug bemerklich ward. Ferner daß bei der Volksmaffe und der kurzen Zeit des Uebergangs der letztere in bedeutender Breite vorgenommen werden mußte, welcher Annahme Nichts im Wege steht. Immer aber wird es wol schwerlich je möglich werden, die Oertlichkeit zu bestimmen, da, wie wir schon bemerkt, die Beschaffenheit der nördlichen Küsten des rothen Meeres sich sehr verändert hat. Wir bemerken nur noch, dqß der Boden des rothen Meeres in der westlichen Bucht sandig, nicht schlammig, nicht felsig und nicht mit Korallen bedeckt (Niebuhr und Forskal), also zum schnellen Uebergang sehr geeignet ist, und verweisen in allem Uebrigen auf unser Bibelwerk.