Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1841)
- Date
- 1841-12-04
- Page
- Seite 706 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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708 Ueber den Ing der Israeliten in der W ii st e. (Nach unfern» Bibelwerke.) (Fortsetzung.) Der Zug der Israeliten von Aegypten bis zum Lande der Verheißung zerfällt in mehrere natürliche Abschnitte. Der erste derselben ist: bis zum Sinai. Hier lauten die Nachrichten bis auf Geringes übereinstimmend. 1. Sie ziehen aus von Naamses, das an sich mit dem Lande Goschen synonym ist (1 Mos. 47,1!), jedoch auch nur einen Distrikt dieses Landes bezeichnen konnte, und später öirdj. eine von bm Israeliten gebaute Stadt benamte (2 Mos. I, 11), so jedoch daß es ungewiß ist, hat die Stadt von der Landschaft den Namen angenommen, oder lieh die Stadt der Landschaft den Namen, wo dann 1 Mos. 47, II eine Vorausnahme wäre, wie öfter im ersten Buch Mose. Jablonsky leitet den Namen von dem ägyptischen ZX£2G Hirt, besonders Schafhirt, und PEM aus PP-Ml Mensch ab, also PEMEXQG „Menschen, die Viehzucht treiben," wozu I. Rossi EXQG Hirt von XXPGX Schande ableitet. 2. Erste Station Succot. Die nächste Frage ist, welchen Weg schlugen die Israeliten von Raamses aus ein? Nach Kanaan überhaupt konnten sie auf zwei Wegen gehen; der eine, der nächste (zwischen acht und zehn Tagereisen), führte geradezu durch die Landenge von Suez immer nach Nordost durch das am Mittelländischen Meere gelegene Küstenland der Philister in den Süden von Kanaan (2 Mos. 13, 17.) Der andre aber ebenfalls nach der Landenge von Suez um die Nordspitze des westlichen Busens des rothen Meeres, des Meerbusens von Suez, dann aber südöstlich in die Wüste hinein, durch die finaitische Halbinsel nach dem Südabfall des Südgebirges von Palästina (des Gebirges Juda), und über diesen in den Süden von Kanaan hinein. Der erste Weg wurde nicht gewählt, denn da dieser mitten durch mächtige, kriegerische Stämme (die die Israeliten selbst zur Zeit ihrer größten Macht nicht zu bezwingen vermochten), zu erstürmen gewesen, so hätte der unkriegerische Haufe der Israeliten sich davor zurückschrecken zu lassen, andrerseits hätte sonst der nächste Zweck, in der Wüste den Israeliten Lehre und Gesetz, inwete und äußere Organisation zu geben, nicht erreicht werden können. Schon vor dem Auszuge war der zweite Weg durch die Wüste als der von den Israeliten zu beschreitende im Voraus angegeben worden"). Dennoch mußten sie, sollten sie auch den zweiten Weg einschlagen, zuvor nordöstlich nach der Landenge von Suez, um den Busen des rothen Meeres zu umgehen. Auf diesem Wege haben wir daher die Station Succot und 3. diezweite Station, Etam am Saume der Wüste, zu suchen. Es ist dies ganz derselbe Weg, den noch jetzt die Karawanen, die von Kairo nach Mekka ziehen, einschlagen. Auf diesem Wege trifft man 12 Meilen von Kairo auf einen Platz, der höchst geeignet zum Lagern ist, und wo die Karawane lagert, um die westliche Karawane zu erwarten. Dieser Platz heißt kirket ei Hadj, der See der Pilgrimme, weil ein kleiner See, der sein Wasser vom Nil empfängt, sich daselbst befindet. In der Nähe liegen kleine Dörfer und Landhäuser der Vornehmen Kairo's. Alles spricht dafür, daß dies das Succot der Schrift ist, welches Wort überhaupt ein Nomadendors bezeichnet (vgl. 1 Mos. 33, 17.) Von hier aus zogen sie nach „Etam am Saume der Wüste," also jedenfalls an der Nordspitze der westlichen Bucht des rothen Meeres, an der Stelle, auf welcher es sich entscheiden mußte, ob man nordöstlich nach dem Philisterlande, oder südöstlich in die Wüste hineingehen wolle. Den Namen Etam leitet Jablonsky vom aegyptischen ATIOM „Gränze des Meeres" ab. Hier herum findet sich jetzt ein Platz, den man Atljeroud nennt, zwei Meilen von Suez, wo ein Dorf und ein von ägyptischen Soldaten besetztes Kastell sich befindet, und wo die Karawanen ihre dritte Station halten. Wahrscheinlich ragte aber damals das Meer noch weiter hinauf. Lagen nun in Etam (2 Mos. 13, 20) die beiden Wege, entweder nach dem Philisterlande, oder nach der Wüste offen, und war es schon vorher *) 2 Mos. 3, 12. Als sie den bezeichneten Punkt auf dem zweiten Wege, Kadesch, erreicht hatten, und in diesen Süden Kanaan's über bas Südgebirge dringen sollten, wurde er nach der Begebenheit mit den Kundschaftern abermals abgeandert, wie wir spater sehen werden.