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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-04 · Heft 49 (4.12.1841) · p. Seite 708

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 49 (4.12.1841)
Date
1841-12-04
Page
Seite 708 (sequence 12)
Language
German
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708 5. Vierte ^Station: Mara. Nach 2 Mos. 15, 22 zogen die Israeliten vom rothen Meere in die Wüste Schur, wo sie nach drei Lagen nach dem Orte kamen, den sie nachher Mara nannten. Hingegen wird 4 Mos. 33, 5 dieselbe Wüste Etam genannt, wo sie nach drei Tagen ebenfalls nach Mara kamen. Diese Verschiedenheit läßt sich am leichtesten so heben, daß Etam ein besondrer Lheil der großen Wüste Schur war, ein Verhältniß, dem wir' noch öfter begegnen werden. Die Wüste Schur ist die zwischen dem rothen Meere, dem Mittelmeer bis gegen die Südwestgränze Palästina's und Pelusium sich ziehende Wüste El Dschofar, also beträchtlichen Umsangs, (7 Tagereisen,) so daß der Theil derselben, den die Israeliten hier durchzogen, Wüste Etam heißen mochte. Die Israeliten zogen offenbar südlich an der Ostküste des Meerbusens von Suez herunter. Mara aber ist zweifellos die Quelle Howara, 15 £ Stunden von Ain Mousa, also gut drei Tagereisen für einen Haufen, wie die Israeliten. Ihr Wasser kann man um so weniger genießen , wenn man vom süßen Wasser des Nils kömmt. Auf dem Wege dahin kömmt man über eine steinigte und sandige Ebene, dann über Sandhügel in das unfruchtbare Bett eines Winterstromes, welches noch jetzt Wady Amara heißt. 6. Fünfte Station: Elim, das in seltener Uebereinstimmung alle Reisenden in dem anmuthigen Lhale Girondel sehen, zwei Meilen nördlich von Tor, wo noch jetzt gute Quellen, Palmen, Tamarisken, Akazien in Menge gesunden werden. Das Thal ist eine Meile breit. Wenn sich jetzt nicht gerade 12 Quellen daselbst finden, so ist dies kein Widerspruch, da nach Niebuhr in kleinster Tiefe Wasser gefunden, bald aber wieder vom Sande bedeckt wird. 1: Sechste Station: die Wüste Sin. Um in die Wüste Sjn einzutreten, mußten die Israeliten die östliche Küste des Meerbusens' von Suez verlassen, und 4 Mos. 33, 10 nennt uns daher zwischen Elim und der Wüste Sin noch eine Station am Schilfmeer, die ganz passend sich einreiht. Hier verließen sie den Meerbusen von Suez, um diesen nie wieder zu berühren. Die Wüste Sin wird am richtigsten mit Laborde im Thale Mokattab gefunden, das, nach Burkhardt, 3 englische Meilen breit, > 3 Stunden lang ist, und am bequemsten zum Sinai führt. Hierhin kamen sie am löten des zweiten Mönats, einen Monat also, nachdem sie Aegypten verlassen, indem sie nunmehr östlich quer in die sinaitische Halbinsel hineinzogen. (Fortsetzung folgt.) Geschichte. Interessante Urkunden. I. Ueber die Abgaben der Juden an das Oberhaupt des römischen Reiches *). Aus mehreren schon gedruckten Kaiserurkunden und insbesondere aus der schätzbaren Urkundensammlung des römischen Gegenkaisers Ruprecht der Jahre 1400 bis 1411, vom k. k. Archivar Chmel (Franks. 1834), zeigen sich als gewöhnliche Abgaben der Juden an das Reichsoberhaupt damals: ») der jährliche golden Opferpfennig von jedem Juden, der über 12 Jahre alt, 1») die jährliche halbe Judensteuer. Rücksichtlich außerordentlicher Abgaben werden wir mehrere Urkunden nach und nach geben, zuerst die folgende des römischen Königs Sigmund vom Jahre 1418. Dieser geldarme Kaiser hatte mit vieler Mühe das Koncil von Kostnitz zu Stande gebracht (Il.Nov. 1414 — 22.April 1418), wo auch der Papst Martin V. erwählt ward (II. Nov. 1417). Die Ereignisse dieses Koncils veranlaßten auch einen Krieg wider Herzog Friedrich von Oestreich. Das große Geldbedürfniß bewog Sigmund schon 1415 zum Verkauf der brandenburgischen Marken an das Haus Hohenzollern. Auch die Juden sollten ihren Theil zahlen. Wahrscheinlich hatte Sigmund von den Juden zu Kostnitz viel Geld entnommen, die er nun auf sämmtliche deutsche Juden verwies. Mandat des Röm. König Sigmunds an sämmtliche Juden im Röm. Reiche, Herrn Conrad *) S. Wiener Skizzen Th. II. S. 117.

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