Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1841)
- Date
- 1841-12-04
- Page
- Seite 705 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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705 Doch heute gelten keine Klaffen, Die Schüler eint ein edles Band, Die Freude, daß in unsre Gaffen Die Bildung ihre Wege fand. Hat auch die Lehrzeit ihre Grenzen. Der Weisheitsbaum, deß wir uns freu'n. Wird noch in spatem Zeiten glanzen, Und künftigen Schülern Früchte streu'n. 4. Die alten Schüler. lMelod. Seit Vater Noah in Becher goß.) Die alten Schüler versammelt heut Des Frohsinns lockendes Mahl, Und wer der Schule sich hat gefreut. Stößt an mit vollem Pokal. Ern alter Schüler, fürwahr! Das ist so ein Titel, den Großen und Kleinen Und Weib und Mann Man geben kann, Weil's Zeder wird, ist, oder war. Wohl dem, der in seiner Jugendzeit Die beste der Schulen besucht, Dem Lieb' und reizende Lieblichkeit Beut ihre köstliche Frucht. Welch Glück, so ein Schüler zu sein! Doch ach! dazu helfen, wie sicher ein jeder Erfahrne weiß, Nicht Müh' und Fleiß^ Dazu muß geboren man sein. Und auch die Schule lob' ich gar sehr, Die vulgo „des Glückes" man nennt, Und wo vor Reichthum und Ruhm und Ehr' Der Schüler kaum selber sich kennt. Doch schwer ist zu finden die Thür'! Es tappen gar Biele — doch wer nicht hineinkann, Der bleibt heraus, Und — geht nach Haus, Und tröstet sich bestens dafür. Und wo ein Jeder sich recht befleißt, Und Tafelfreude studirt: Bei Schmaus und bei schäumendem Wein, Umgeben von lachenden, lieben Gesichtern Zm Kreis herum — Und wer nicht dumm, Wünscht ewig da Schüler zu sein. 5. Der Schule und ihren Wohlthätern. Weise von Panny: Dir den im Kranz der Reben. Wem tönen unsre Lieder? Sie tönen dem, der bieder, Mit Ernst und Treu und Freudigkeit Der armen Zugend sich geweiht, Die Lehrer und die Meister, Die mühsam unsre Geister Durch Wahrheit, ohne Glanz und Schein Zur Tugend und zur Freiheit weih'n. Stoßt an! (aßt uns den goldnen Wein Den Lehrern allen jubelnd weih'n. Hoch leben sollen Alle, Die nicht mit Paukenschalle, Nein, leis' und still, doch schnell bedacht, Dem Armen seinen Trost gebracht, Ich darf sie drum nicht nennen, Doch jeder wird sie kennen, Und flüstert seinem Nachbar zu: Der stille Geber, der bist du! :,: Stoßt an! laßt uns den goldnen Wein Der Lust des Wohlthuns jubelnd weih'n. Doch Einem soll vor Allen Das Jubellied erschallen, Dem Mann, den Gott der Noth gesandt Mit frommem Sinn und offner Hand, Dem echten Maccabäer, Dem Helden der Hebräer, Der nie vor Tausenden erschrickt. Das heißt, die er den Armen schickt: Stoßt an, laßt uns den goldnen Wein Dem Salomon Heine jubelnd weih'n. Jedoch gefällt mir zu allermeist Die Schule, die heut wir geführt, 49