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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-04 · Heft 49 (4.12.1841) · p. Seite 704

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 49 (4.12.1841)
Date
1841-12-04
Page
Seite 704 (sequence 8)
Language
German
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704 gen, und stehen nicht an, hier einige Lischlieder, die bei mehreren kürzlichen Veranlassungen in Hamburg entstanden, und auf unsre Nachfrage uns überlassen worden, folgen zu lassen. I. Lied der Ehrengäste. < Melod. Der Papst lebt.) Die Zugend ladt das Alter ein: Komm zu mir, laß uns lustig sein, Bei raschem Tanz und frohem Sang Wird uns gewiß die Zeit nicht lang! Das Alter spricht: das kann nicht sein, Des Tanzes Schwung ist nicht mehr mein. Und hält' ich auch zum Singen Lust, Wär' doch zu enge meine Brust. Die Jugend spricht: jo laß uns zieh'» Wo schöner Mädchen Lippen glüh'n. Aus deren Blicken Leben dringt. Und selbst bas starre Blut verjüngt. Doch seufzend da das Alter spricht: Mein Kind, auch dieses gehet nicht: Für dich find Kuß und Liebe nur. Sie fliehen meiner Runzeln Spur. Zuletzt vereinen beide sich Zur Tafel fr eude brüderlich: Bei jungem Witz und altem Wein Kann Alter sich und Jugend freu'n. Als lust'ge Alte sitzen wir Zn so gemischter Ehe hier. Und seh'n, auf Ehre, ohne Neid Im kräft'gen Nachwuchs uns erneut. 2. Vergleiche. Denkst du daran, wie auf der Schlachtergassen, AuS einem trüben, altersschwachen Haus, DaS Völkchen unsrer wetterfeuchten Klassen Beim Schlage Zwölf mit Hurrah flog heraus? ' Äie Herren hier, mit oder ohne Titel, Zum Theil schon mit Nachkommenschaft bedacht,/' Sie waren es: mit Lineal und Knittel Durchkämpften sie so manche heiße Schlacht. Die Jahre floh'n: verändert ist fast Alles, Ein neu Geschlecht bewohnt die Schule nun. Das Haus ist groß und liegt am Rand des Walles, Wer jetzt entwischen will, kann's leichter thun. Doch ist noch Manches nicht modernisiret. Gottlob, die Buben sind noch keck und wild, Und mancher lose Streich wird ausgeführet. Daß ängstlich der getreue Lehrer schilt. Der Zeitenstrom, sonst heimlich und verborgen, Fließt heute sichtbar, greifbar vor uns hin. Wir seh'n die Früchte langer Müh'n und Sorgen, Und theilen selber uns in den Gewinn. Auch diese Feier lacht uns nicht vergebens; Der Tag, der solche Hochgenüsse beut, Er hat für alle Zeiten unsres Lebens Der Schüler Bund in frischer Kraft erneut. 3. Schulklassen. (Melod. Die ganze Welt ist ein Orchester.) Die ganze Welt ist eine Schule, Wir alle sind die Schüler d'rin. Das Schicksal sitzet auf dem Stuhle Als souveraine Herrscherin. Da wird geübt, da wird gelehret, Da wird gezüchtigt und belohnt, Wie lange Jedes Schulzeit währet, Das weiß nicht Einer unter'm Mond. Bezeichnet ist die erste Klasse Durch Rang, durch Macht, Talent und Geld; Die zweite zieht in stärkrer Masse Ganz » son aise durch dis Welt. Die Dritt' und Vierte, gar die Fünfte Postiren, wie sie können, sich, Sie bilden ganz bescheidne Zünfte, Und lärme» nur — gelegentlich.

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