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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-04 · Heft 49 (4.12.1841) · p. Seite 700

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 49 (4.12.1841)
Date
1841-12-04
Page
Seite 700 (sequence 4)
Language
German
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700 bedroht, und sollen wir, während man Gift auf unfern Kultus spritzt und andere Glaubensparteien seine Grundlagen zu untergraben suchen, müssig und gleichgültig bleiben? Geben wir vielmehr den gerechten Wünschen der Gläubigen nach, geben wir unserm Kultus all' den Glanz, dessen er fähig ist, und laßt uns überzeugt sein, daß er sich in unserm Glück ebenso erhalten wird, wie in unseren Leiden. In diesem Bezüge haben zwei Gegenstände insonders die Aufmerksamkeit aus sich gezogen: der religiöse Gesang und die Erziehung der Jugend. Der erstere hat schon die Sorge des Konsistoriums auf sich gezogen. Verschiedene Versuche wurden gemacht, und entsprachen der Erwartung nicht, aus Mangel an Begleitung; wir selbst riefen unsre Jugend auf, aber sie gab dem kein Gehör, sei es wegen der Handelsgeschäfte, die ihre Zeit in Anspruch nehmen, sei es wegen jener Gleichgültigkeit, die an der Gesellschaft nagt. Deshalb ist die Begleitung eines Instruments nothwendig geworden. Und in der That, warum sollen wir nicht annehmen, was unser weitläufiger religiöser Kodex nicht verbietet? oder um besser zu sagen, warum sollen wir nicht wieder annehmen, was andere Kulte dem unsrigen entlehnten? Denn alle Welt weiß, daß unsre religiösen Gesänge von Instrumenten begleitet wurden, von Moses an bis zur Zerstörung des Tempels. Nur in der ersten Gefangenschaft hingen unsre Väter ihre Harfen an die Weiden, und wollten ihre Gesänge auf fremdem Boden nicht hören lassen. Aber, frage ich, wo ist ein französischer Israelit, der gegenwärtig sein Vaterland verleugnen würde und sich noch auf fremdem Boden glauben könnte? Jndeß, man verkenne den Sinn meiner Worte nicht: jeder Israelit ist verpflichtet, an die zukünftige Ankunft des Messias zu glauben; es ist dies ein Fundamcntalsatz unsres Glaubens; wir müssen diese glückliche Zeit erwarten, die den Frieden bringen wird unter die Nationen, wo die wahre Religion alle Völker umfassen wird, so daß aus der Minderzahl, die wir jetzt bilden, wir dann die große Mehrzahl sein werden."- Tages-Controle. Norwegen. * (Fortsetzung.) Auf den Wiederabdruck seines Vorschlages an das Storthing führt Wergeland in II. Gegen die Vorurtheile folgendes an. I. Die Juden in bürgerlichen Nahrungszweigen. Ihre ökonomische Gefährlichkeit. Der Schacherhandel. Keinen Einwand gegen die Juden hört man so oft Vorbringen als die bürgerliche Beschäftigung, welche die Meisten unter ihnen unter dem Zwange der Verhältnisse treiben, nämlich den Handel und die Art, wie sie diesen treiben. Dieser Gegenstand führt, von seinem, rechten Standpunkte, von den einfachen Grundsätzen des allgemeinen Nutzens betrachtet, zu den einfachsten legislativen Resultaten; wird aber leider oft verwirrt durch die Einmischung fremdartiger religiöser Rücksichten, woran sich oft eine Tendenz schließt, das Interesse Derer aufrecht zu erhalten, die Vortheil davon ziehen, die Juden von einer Konkurrenz zu verdrängen, von welcher das Publikum Nutzen haben sollte, wenn sie frei und ausgedehnt ist. Um aber eine richtige Ansicht von .der Sache zu bekommen, frage man vor Allem keine Theologen, Philosophen und Belletristen, denen die ersten Grundsätze des Handels unbekannt sind (obgleich man im Allgemeinen gerade von ihnen das Geschrei über die ökonomische Gefährlichkeit der Juden hört), sondern praktische und theoretische Kenner statistischer und staatsökonomischer Kenntnisse um Rath! Folgende Bemerkungen müssen jedem redlich Denkenden Veranlassung geben, die Sache näher zu erwägen, das Wahre von dem Falschen zu trennen und das Resultat für die Gesetzgebung zu gewinnen, auf das es hier ankommt. Im Mittelalter und in Deutschland bis vor 20—30 Jahren waren die Juden eine Handelskaste, in der der Handel als einziger Erwerb vom Vater auf den Sohn vererbe wurde. Die Gründe davon sind leicht zu entdecken und können nicht in einer eigenthümlichen Neigung gesucht werden, wenn man bedenkt, daß der Rechtszustand der Juden damals nicht besser war als er jetzt noch in den meisten

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