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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-12-04 · Heft 49 (4.12.1841) · p. Seite 699

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 49 (4.12.1841)
Date
1841-12-04
Page
Seite 699 (sequence 3)
Language
German
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699 jedem Augenzeugen hinterlassen hat. Möge nach demr Gotteshause nun auch die Schule die Beachtung der Gemeinde erwerben! Frankreich. Paris, im November. Folgender Bericht über eine Sitzung der No tadeln des Sprengels Paris wird von Interesse sein, indem er uns einige Kunde von dem dieses Institut nach seiner jetzigen Fassung beseelenden Geiste gicbt. Die Sitzung fand statt den 4. Oktober, um ein Mitglied des Konsistoriums von Paris, wegen des Austritts des Herrn Allegri, zu wählen. Der Namensaufruf erweist die Gegenwart von acht Notabeln. Der Präsident des Konsistoriums ladet die Versammlung ein, das Bureau zu bilden. Herr Lan, einer der anwesenden Notabeln, fordert das Wort, und spricht: „Seitdem ich die Ehre habe, zu den Notabeln zu gehören, habe ich niemals verfehlt, bei jeder Wahlversammlung, gegen die Ungesetzlichkeit und den Mangel der geziemenden Form unsrer Wahlen zu protestiren: in der That besteht das Kollegium der Notabeln aus 25 Mitgliedern, um eine Wahl gültig zu machen bedurfte es wenigstens 13 gegenwärtiger Notabeln. Indessen hat die Versammlung, außer bei der Wahl der Herren E. Halphen und Anspach, welche einstimmig von den Anwesenden, der erste mit 10, der andre mit 12 Stimmen, gewählt wurden, trotz meiner Protestationen, ihr Votum als gesetzlich sestgehalten, weil keine Gesetzesstelle das Minimum der Stimmenden feststellt und man es so immer gehalten. Ich muß der Versammlung bemerklich machen, wie unangemessen es ist, daß 8 Personen, also ein Drittel der eingeschriebenen Notabeln, weniger einen, die Wahl eines Mitgliedes des Konsistoriums vollziehen sollen. Diese Sorglosigkeit unsrer Kollegen! ist um so tadelnswerther, als die beiden jüngsten Ver- , sammlungen, wo die Sache der Gottesacker verhan-! delt wurde, bewiesen, daß die Majorität der Notabeln sich wol einsinden könne, wenn die Gegenwart der beiden Konsistorien und eine lebhafte Diskuffion der Versammlung mehr Glanz verschaffen." Herr Lan trug auf Vertagung an. Herr Patto antwortet Herrn Lan: „Ohne Zweifel kann man die Gleichgültigkeit unsrer Kollegen nicht genug tadeln, da die Notabeln so schon selten etwas zu thun haben; aber da mehrere krank oder abwesend sind, so glaube ich, daß die Vertagung bewirken wird, daß, da die gegenwärtigen Mitglieder dadurch entmuthigt werden, bei der nächsten Berufung noch wenigere da sein werden." — Herr Benokt Cohen erinnert, daß nach dem Reglement jeder Notabele, der mehreren Sitzungen nach einander nicht beigewohnt, von der Liste gestrichen werden soll. Er nennt mehrere Notabeln, die noch nie bei einer Sitzung gegenwärtig waren, und verlangt vom Konsistorium über die Ausführung jener Bestimmungen zu wachen. Die Versammlung entscheidet, daß zur Wahl geschritten werde. Nachdem das Bureau nun gewählt worden, ward.Herr Allegri einstimmig wieder gewählt. ' (Nach Arch. isr. de France.) (Ein Zeder kann sich wol unter solchen Umstanden den Verfall der bestehenden Institutionen der französischen, wenigstens der Pariser Juden denken. Red. d. A. Z. d. I.) Marseille, im November. Am zweiten Tage des Laubhüttenfestes wurde in hiesiger Synagoge eine Orgel zur Begleitung des Chors zum ersten Male gebraucht, und in nächster Zeit wird auch Konfirmation cingeführt. Am Jom Kippur bereitete der Groß - Rabbine die Geister aus diese Neuerungen durch eine Rede vor, aus der wir folgende Stelle über die Einführung der Orgel ziehen: Der Gottesdienst bringt keine nachhaltige Wirkung hervor, wenn man nicht all' den Anstand und all' die Sammlung damit vereinigt, die er verlangt; aber können wir in dem gegenwärtigen Zustand der Dinge, und mit all' den Mißbräuchen, die sich eingedrängt haben, dazu kommen? Diese Frage muß sich jeder aufgeklärte und wahrhaft fromme Mann aufwerfen. Denket nicht, meine Brüder, daß ich auf die Art Reformen anspiele, die von der einen Seite vorgebracht, von der andern mit Recht kritisirt worden. Ihr kennet bereits darüber meine Ansicht, und ich werde mich nicht davon entfernen. Aber sind wir dadurch verurtheilt, in unfern Kultus keine durch die Religion erlaubte Verbesserung einzuführen, die das Jahrhundert fordert, und bereits unerläßlich durch den Geist des Proselytismus geworden ist, der sich von außen gegen uns erhebt, uns umgiebt, uns

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