Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1841)
- Date
- 1841-11-27
- Page
- Seite 689 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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689 Landrabbinen, in der Synagoge Hieselbst statt. Der Introduktions-Akt wurde durch den König!. Beamten und Comm. ioc. Herrn Amtmann Teltig cvram des Gemeinde-Vorstandes vollzogen, nachdem der Rabbine einige Tage zuvor vom Vorstande feierlich eingeholt worden, wobei alle Schiffe im Hafen geflaggt hatten. Sonnabend den 23. d. M. hielt der Landrabbine seine Antritts-Predigt vor einem außergewöhnlichen zahlreichen Publikum, indem ein Wohllöblicher Magistrat und Stadtgericht, mehrere Prediger verschiedener Konfessionen, und Honoratioren hiesiger Stadt der Predigt beiwohnten. Der Redner sprach sich über die Worte des Propheten Iesaias Kap. 40. V. 26—60 aus, entwickelte die Obliegenheiten, die seiner Amtsführung zum Grunde liegen, schilderte die. Schwierigkeiten und die störenden Kontraste alle, die zu beseitigen sind, um zu einer andachterregenden Liturgie zu gelangen; entfaltete das fühlbarste und unumgänglichste Bedürfniß eines regelmäßigen Schulwesens, welches allein der mächtige Hebel aller fortschreitenden Ausbildung ist; und forderte endlich die Gesammtheit und jeden Einzelnen insbesondere auf, im vereinten Wirken ihre Hand mit an's Werk legen zu wollen. - Ungefähr 14 Stunde fesselte der Geistliche die Aufmerksamkeit des achtbaren Auditoriums, welches Gelegenheit hatte das rhetorische Talent dieses Ehrenwannes zu bewundern. Allein es war nicht allein die kunstvolle Eleganz, der gediegene Vortrag, der erhabene Ausdruck, was alle Seelen durchdrang, es war auch das sinnreiche, durchdachte homiletische Werk im Ganzen, durch welches der Mann sich kund gab, vermögend der ergrauten Orthodoxie alles Schattenseitige zu benehmen, dieselbe in klares Licht zu stellen, um versöhnt mit dem Zeitgeiste fortschreiten zu können. Es ist vorauszusehen, daß der jüdischen Glaubensgenoffenschaft hiesiger Provinz eine solche heilbringende Zukunft bevorsteht, die dem Synagogen-Kultus eine angemessene Form, der der Lehre bedürftigen Jugend einen regelmäßigen Schulunterricht und eine zeitgemäße Ausbildung geben wird. Leipzig, 12. November. (Privatmitth.) Bei einer Korrespondenz aus Leipzig präsumirt man gewöhnlich, daß von nichts Anderm als von den jüdischen Angelegenheiten wahrend der hiesigen Messe die Rede sein kann; und in der Thal ist auch die leipziger Gemeinde der Zahl ihrer Mitglieder nach so klein, daß öftere Nachrichten über dieselbe von keinem besondern Interesse zu sein scheinen. Es sei mir indeß heute erlaubt über eine Angelegenheit zu sprechen, die allerdings schon vor mehren Jahren in Ihrem geschätzten Blatte erwähnt wurde, die aber dennoch bis auf den heutigen Tag noch nicht zu ihrem Schluffe gelangt ist, — ich meine den hiesigen Synagogenbau. Bekanntlich hatte der hohe Rath allhier in humaner Weise der Gemeinde einen Platz zu einer Synagoge geschenkt, der aber jetzt, weil ganz in seiner Nähe die beiden Bahnhöfe angelegt sind, durchaus unpassend und unbrauchbar geworden ist. Nicht allein die Gemeinde kann sich jetzt dazu nicht verstehen auf dem genannten Orte zu bauen, auch der Rath wünscht den Platz zurückzuerhalten, weil er anderweitig benutzt werden dürfte. Ganz natürlich supplicirten die Vorsteher um einen andern gelegenen Ort; aber so sehr sich auch ihre Eingaben an den Rath und an das königliche Ministerium in Dresden häuften, immer noch ist nichts entschieden, ja die ganze Angelegenheit scheint leider so sehr in Verfall gekommen zu sein, daß an eine Realistrung derselben fast gar nicht mehr zu denken ist. Möchte doch der geschätzte Vorstand in Ueberlegung ziehen, welcher Nutzen, ja welch' eine unberechenbare Wohlthat nicht allein den hiesigen ansässigen Israeliten, sondern allen ihren tausenden und abertausenden Glaubensbrüdern aus einer großen Synagoge mit geregeltem Gottesdienste an hiesigem Orte erwachsen würde! Die drei zeitigen Vorsteher sind Männer von Erfahrung und Ansehn, möchten sie doch den Muth nicht sinken und eine Gelegenheit vorübergehen lassen, sich einen dauernden Namen unter allen Israeliten zu erwerben! Magdeburg, 15. November. (Privatmitth.) Es ist unmöglich, alle Berichte, die uns über die in Hamburg obwaltenden Streitigkeiten und Reibungen vorliegen, zum Abdruck zu bringen, der Raum dieser Zeitung genügt nicht dazu. Wir erlauben uns nur, gewissenhaft ein Resume daraus zu geben. Bon der einen Seite glaubt man-in diesem Streite die theuersten Interessen des Judenthums und die demselben einwohnende Gewissensfreiheit in Frage gestellt. Da nun der Chacham Bernays seine rssni» in Tausenden von Exemplaren 48"