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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-11-27 · Heft 48 (27.11.1841) · p. Seite 688

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 48 (27.11.1841)
Date
1841-11-27
Page
Seite 688 (sequence 8)
Language
German
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683 doch endlich überall durchdringenden Guten, sich auch hier kund gibt; und wie nach einem hier bis vor kürzlich noch immer vorherrschenden Jndiffcrentismus in allem Schönen und Guten, endlich ein reiner Morgen Heller Gesinnungen anbrach, und wie man zu fühlen beginnt, was man bisher entbehrt und ferner benöthige.- „Der Segen kommt von oben!" Den ersten Impuls zur Errichtung einer Schule gab vor zwei Jahren eine Aufforderung des löbl. Komitats. Und wenn auch früher alle solche Anregungen fruchtlos blieben; ja, man selbst mühevoll der guten Sache entgegen gearbeitet; so siel diese letzte Rüge auf einen solchen Israeliten - Vorstand, der bereits aus der religiösen Lethargie erwacht, und sich nicht fürchtet vor der Aufklärung, und zunehmender Bildung. — Mehrere vorzügliche Männer des Ortes stellten sich an die Spitze und es wurden als Hauptmotive der Schule statuirt, daß man erstens: zur Förderung der Nationalisirung, die Verbreitung der magyarischen Sprache unter die Jugend als erste und vorzüglichste Aufgabe sich stelle; daß zweitens: ein zweckmäßiger Unterricht der deutschen und hebräischen Sprache, der Geschichte, der Religion, und der Moral sich daran schließe; und endlich: so viel es thunlich ist, einen öffentlichen Unterricht im Talmud anzureihen. — Die Schule besteht bereits seit l; Jahre, und die günstigen Resultate öffentlicher Bildungsanstalten blieben auch hier nicht aus; die Kinder der Armen, welche früher der Willkür, der Unwissenheit preis gegeben waren, beginnen jetzt doch am Lernen Geschmack zu finden, und an Zucht und Ordnung sich zu gewöhnen. — Nicht ohne bedeutende Kämpfe, sowol gegen äußere Anfeindungen finsterer Vorurtheile, als auch gegen den der Verwaltung selbst beigegebenen dunklen Streif fanatischer Trübungen, war das bisherige Wirken der würdigen Herrn Vorsteher: der Herren Albert und Salomon Neumann, Sam. Hirschler, Schlesinger und Moritz Bettelheim, ein mühevolles und würdiges; und was die Schule Gutes und Nützliches bisher hervorgebracht, hat man einzig und allein nur den genannten Herren zu verdanken, so wenig es ihre Schuld ist, wenn, bei den nicht glänzenden pekuniären Verhältnissen, und den mannigfachen Schwierigkeiten, die Schule nicht das ist, was bessere An- und Einsicht von ihr erwarten könnte. — Eine sehr glückliche Aquisition machte die Schule, indem der in Ihren Blättern nicht unbekannte praktische Arzt Herr Moritz Feirel, kaum sich hier ansässig gemacht, schon von dem hiesigen ehrenwerthen israelit. Vorstand, um die Annahme einer Jnspektorstelle an der hiesigen Schule angegangen wurde, die er auch annahm. Von diesem Manne mit dem tiefpoetischen Gemüthe und hochreligiösen Gesinnungen, dem — nebst seinem ausgezeichneten ärztlichen Rufe — auch die Abhilfe der moralischen Gebrechen seiner Nation am Herzen liegt, ist es zu erwarten und sicher zu hoffen, daß sein Kennerblick in die gegenwärtige Wirre eindringen, und er durch ein freies, rücksichtsloses Wort die noch bestehenden Fehler enthüllen, und ihnen zu entgegnen bedacht sein wird. — Reserent, der nur einige Monate hier anwesend ist, und nur durch den Umgang mit einigen der Herren Vorsteher, mit der Sachlage bekannt, ist so frei, nur darauf aufmerksam zu machen, daß die jetzt bestehende Schulverwaltung, die schon des Guten und Schönen so vieles gestiftet hat, auch fernerhin die Grundmotive ihrer Schule vor Augen haben möge; und nicht gestatte: daß minder wichtigen, in das bedeutsame Gewebe des Lebens weniger eingreifenden Lehrgegenständen, der meiste Zeit- und Kostenaufwand gewidmet sein, Kinder, welche man zu nützlichen und tüchtigen Bürgern des Staats zu erziehen trachtet, nicht zu viel mit erfolglosen Hirngespinsten zu erschöpfen; sondern sich damit begnügen solle, wenn sie nur in der Kenntniß ihrer Landes¬ und Muttersprache, und in geläuterten Begriffen von Religion und Moral, wie auch in den Elementen der zum Leben nothwendigen Wissenschaften, zur Tüchtigkeit.gelangen. Nath. Pfeifer, Hörer d. Phil. Deutschland. Emden, 8. November. (Prioatmitth.) Nach einer fast dreijährigen Vakanz des hiesigen Landrabbinats fand am 22. Oktober die Installation des Landrabb. Hirsch, vormals großherzogl. oldenb.

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