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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-11-27 · Heft 48 (27.11.1841) · p. Seite 687

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 48 (27.11.1841)
Date
1841-11-27
Page
Seite 687 (sequence 7)
Language
German
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687 Landsberg und den Synagogen - Vorstehern aufs Herzlichste und Freundlichste bewillkommt wurden, geruhten derselbe die Einladung zu einem Vortrage am gestrigen Sabbate und zu einem zu Ehren dem ehrenwerthen Gaste veranstalteten Mahle aufs freundlichste anzunehmen. Demzufolge hatten wir am gestrigen Tage das Vergnügen, den Herrn Or. Löwe in unserer großen Synagoge einen höchst erbaulichen und lehrreichen Vortrag halten zu hören, der die Herzen aller Zuhörer aufs andächtigste stimmte, und kein Auge thränenleer ließ. Das Thema, worüber der Redner sprach, war aus dem Wochenabschnitte (!-ni2 ^n) entnommen, die Sendung Eliesers nach dem Geburtslande Abrahams betreffend, ein Thema welches um so paffender und geeigneter war, weil der geehrte Redner den Namen Eliesar führt, und überhaupt mit der Sendung jenes Eliesers aus Dameffek viele Beziehungen anklingen konnte. Nach beendigtem Vortrage, der langer als zwei Stunden währte, wurde dem verehrten Gaste, ein hebräischer, von dem Herrn Ober-Rabbinen Landsberg verfaßter Willkomm gebracht, und konnte wol noch nie ein Willkommens-Gruß herzlicher und inniger dargebracht werden. Nachmittags bald nach dem Mincha-Gebete, versammelte man sich in der Behausung des Herrn^ Ober-Rabbinen zu einem frohen Mahle, welches Herr vr. Löwe mit seiner Gegenwart beehrte und welches bis spät in der Nacht dauerte. Mehrere Toaste wurden ausgebracht, wobei der fernen Mitglieder, der für das ganze Judenthum so wichtigen Miffron, Herren Moses Montesiore, Adolph Cremieux, Munk und vr. Wire aufs herzlichste und liebevollste gedacht wurde. L.r. Oesterreich. G r o ß -Wardein, 2. November. (Privatmitth.) Als glänzendste Thatsache zur Widerlegung der auswärtigen Insinuationen, welche unlauter« Gründe den Entschlüssen unserer Stande als Folie unterbreieten, und ihnen Unbeständigkeit prognostirten, steht der merkwürdige Beschluß der Biharer Stände, den sie in der bekannten Physikus-Kontroverse faßten, da sie die Stelle des ersten Komitats-Medikus, trotz der Besetzung von Seiten Sr. Excellenz des Herrn Administrators, für erledigt erklärten, sich das Recht vorbehaltend, unter den Individuen den Tauglichsten zu wählen. Bei dem zu diesem Zwecke abzuhaltenden Konkurs soll Berufstüchtigkeit allein, mit Ausschließung aller Geburts- oder Religions-Rücksichten entscheiden. Da dies als ein Grundsatz ausgesprochen ist, hat eine wirkliche Erwählung nichts zu bedeuten; und das hohe Zutrauen und die Wichtigkeit, die mit diesem obersten Medizinalamte verbunden sind, geben keinem Zweifel Raum, daß bei allen subalternen Aemtern dieses Faches dasselbe Prinzip seine Anwendung haben wird. — —. Wie eben die Zeitungen berichten erwählen die Gesp. Arva einen Israeliten mit großer Stimmenmehrheit - zum Komitats - Chirurgus — Megyei Sebeß. —. Bei den vielen Siegen, die die Gewissensfreiheit aller Seiten feiert, huldigt auch unsere Regierung dem Prinzip, und unterdrückt jede Giftpflanze, die in den Territorien einzelner Freistädte hervorzuschießen droht. In Bebrezin sollte die Weinschank verpachtet werden. Am dem dazu bestimmten Termine erschien auch ein Israelit, Herr Aaron, doch, da den bisherigen Pächter der Magistrat begünstigte, wurde ihm der Bescheid, „Israeliten können nicht mitlicitiren." Genannter Herr, in der merkantilischen Welt als höchst energisch bekannt, der sich ein Recht nie rauben läßt, sparte weder Kosten noch Mühe, bis die König!. Statthalterei durch einen Beschluß den bisherigen Pacht vernichtete, eine neue Kundmachung anordnete, welcher ausdrücklich beigefügt werden mußte: „Juden werden zugelaffen." M. Papa, 28. Oktober. (Privatmitth.) Die in Ihrem geschätzten Blatte so häufig vorkommenden Berichte über Schulwesen, zeigen zur Genüge, wie nur von diesem allein die Möglichkeit günstiger Reformen im Judenthume abhängt, und die Wiedergeburt Israels nur von den, in keinem verjährten Dunkel erstarrten Gemüthern der Jugend ausgehen kann. Wenn ich daher eben einen Bericht über das Bestehen und die Ergebnisse der hiesigen vereinigten ung. deutsch und hebr. Armenschule einsende; so geschieht es wahrlich nur, um zu zeigen, wie die Macht des siegreichen Zeitgeistes, und des

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