Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1841)
- Date
- 1841-11-20
- Page
- Seite 676 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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676 pfanglichen Menschen erbaue» und an die heilige Statte feffcln muß. Doch Gottes Wort aus dem Munde eines treuen Seelenhirten zu hören, war zur Sehnsucht Aller geworden, und es bedurfte auch hier wie bei dem Bau des Tempels nur der leisen Anregung unseres energischen und für alles Beffcre stets empfänglichen Vorstehers Herrn C. Cohn, um auch hierin zu einem glücklichen Ziele zu komme». Zwei Rabbinats-Kandidaten fanden sich in Folge einer ergangenen Aufforderung hier ein — es waren die Herren Doktoren Klein aus Meklemburg-Strelitz und Fränkcl aus Meklemburg-Schwerin, zwei höchst willkommene Gäste! — Wenn nun auch die Wahl zu Gunsten des Herrn Dr. Klein ausfiel, so können wir doch zur Steuer der Wahrheit das gewissenhafte Bekenntniß oblegen, daß auch Herr vr. Fränkel durch seinen gediegenen Vortrag und das zeitgemäß erfaßte Thema das allgemeine Lob aller Anwesenden erworben hat. Der bevorstehende Sommer wird uns nun mit göttlicher Hülfe, den für die hiesige Gemeinde erworbenen Herrn vr. Klein als Rabbinen und Direktor unserer Gemeinde-Schule zuführen, und mit ihm zweifelsohne auch eine allen religiösen Herzen wohlthuende Wärme. — So freudenvoll nun auch alles der Zeit harret, wo der erwähnte Geistliche unfern Tempel verherrlichen wird, so stellt sich uns doch ein Anderes schmerzlich entgegen. Es ist nämlich das freiwillige Ausscheiden des uns allen so lieb gewordenen Lehrers Herrn Rosenstein, dessen Stelle nunmehr» durch einen zweiten Lehrer bei unserer Gemeinde-Schule ersetzt werden soll. Wünschen wir ihm demnach viel Glück zu der sich ihm so günstig zeigenden neuen Laufbahn im Geschäftsleben. Doch auch danken müssen wir ihm für die uns außer seines Amtsberufs als Lehrer so vielfach bereiteten erbaulichen Genüsse seiner öffentlichen Vorträge im Tempel und Haus, unter denen uns noch der am 13. v. M. als am Geburtstag unsers Landesvaters gehaltene inhaltreiche Dank- und Seegensspruch stets eingedenk bleiben wird. Auch eine N12N wurde durch den vieljährig gehegten Wohlthätigkeitssinn unseres - Herrn C. Friedländer, Vorstehers dieser Brüderschaft, gestiftet. Sie zählt jetzt mehrere 40 Mitglieder. So gedeiht das Gute immer mehr und mehr, wenn Gemeinsinn, Einigkeit und'gegenseitiges liebevolles Benehmen, als Grundpfeiler einer Gemeinde wie die hiesige sind, da alles seit einigen Jahren bei uns entstandene Bessere trotz Hindernissen Kosten und Beschwerden unter friedlichem Sinne zu Tage gefördert worden ist — kein Hader, keine Zwietracht, noch gehässiger Neid oder Anmaßungen irgend einer Art spielten dabei eine Rolle. Schließlich entledige ich mich noch der angenehmen Pflicht, als Organ der jetzigen Repräsentanten, den unlängst aus deren Mitte geschiedenen Mitgliedern ihren und der Gemeinde Dank für die Leistungen abzustatten, welche diese Ehrenmänner in den letzten drei verhängnißvollen Jahren vollbracht haben. Besonders war es der Gold - und Silberarbeiter Herr Heimann, unter dessen umsichtsvoller Leitung der Bau unseres Tempels mit seinen innern Verzierungen und sonstigen Erfordernissen in so zweckmäßiger Verbindung mit den andern Gemeinde-Gebäuden ausgeführt wurden. Ein Mitglied der Repräsentanten. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 8. November. Angekommen: Abraham Basch's Leben, nebst Probe seiner Dichtungen. Zur Erinnerung für seine Kollegen, Freunde und Schüler. Zum Besten seiner Wittwc herausgegeben von vr. L. Weyl und H. Jolowicz. Berlin, 1841. — Den Tod dieses begabten Mannes haben wir früher schon gemeldet. Wenn irgend ergreifend und bekehrend, ist es das Leben solcher, mit vielen Fähigkeiten und großem Streben versehenen, dennoch durch den Drang und die Verschürzung der Umstände nicht begünstigten Männer. Wir geben daher aus obiger Broschüre einen Auszug. Abraham Basch, der erstgeborne Sohn des 1836 zu Landsberg an der Warthe verstorbenen Rabbinats- Assessors Samuel Basch, war am 17. Juli 1800 zu Posen geboren. Schon in seinem zarten Alter zeigte er einen so klaren Verstand und eine so richtige Beurthei» lungskraft, daß der Vater sich mit der Hoffnung, schmeichelte, es werde einst ein sehr tüchtiger Talmudist aus ihm werden. Zu dieser Hoffnung berechtigte ihn der außerordentliche Fleiß deS Knaben, der bereits in seinem 12. Jahre die Bibel in der Ursprache und die wichtigsten Abschnitte deS Talmuds zu lesen verstand. Nicht wenig stolz war der Vater auf seinen Sohn, der kn seinem 12. Jahre zu der Ehre gelangt war, bei dem Bürgermeister zu Landsberg als Schreiber zu fungiren. Nach zurückgelegtem 13. Jahre waren seine talmudifchen Kenntnisse so bedeutend geworden, daß der-Vater es für rarh«