Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1841)
- Date
- 1841-11-20
- Page
- Seite 674 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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674 © ¥pj?$¥ti<titttteit» London, I November. (Privatmitth.) Es liegen uns wieder zwei Nummern der Voice of Jacob vor. Wir begnügen uns heute mit einigen Andeutungen daraus, etwas Näheres in der nächsten No.— In Sydney in Neuholland wird eine Synagogegebaut, zu welchem Zwecke bereits 3000Liv.St. gesammelt sind. —, In Liverpool ist im Sept. die neue Synagoge feierlich eingeweiht worden. — Am 14. feept. wurde eine neue jüdische Schule in London, mit 120 Schülern feierlich eröffnet. — Preuße». Breslau. Seit einigen Tagm weilt der Dr. Loewe, Orientalist Sr. k. Hoh. des Herzogs v. Süsser, bekannt durch seine mehrmaligen Reisen nach dem Orient, und ganz besonders deren letzte, in Begleitung des Sir Moses Montesiore, auf der er in Constantinopel von dem Sultan und in Alexandria von Mehemet Ali mit besonderer Auszeichnung beehrt wurde, in unserer Stadt. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde hat diesen unseren Landsmann am 28. bewillkommnet und ihm zu erkennen gegeben, mit welchem dankbaren Gefühl überall der Name des Mannes genannt werde, der mit so glänzendem Erfolge für das Wohl seiner Glaubensbrüder gekämpft hat und fortdauernd besorglist. An kl am, 1. November. (Privatmitth.) Am fünfzehnten October fand hier, wie Sie bereits gemeldet, die Einweihung der Synagoge statt. Sie erlauben, über das, was diese vor vielen anderen ähnlichen Feierlichkeiten Besonderes hatte, kurz zu berichten. Es war das Streben der Gemeinde darauf gerichtet, ihr Gotteshaus in eine»! zwar einfachen, aber doch der hohen Bestimmung würdigen Style zu erbauen, und ist diese schwierige Aufgabe glücklich gelöst worden. Was nun die Feier selbst betrifft, so versammelten sich alle in Anklam wohnenden Israeliten Morgens acht Uhr in dem alten Bethause. Gegen neun Uhr begann der in mehrere Kolonnen abgetheilte Festzug sich in Bewegung zu setzen. Vor der ersten Kolonne, welche die festlich gekleidete von ihrem Religionslehrer geführte Schuljugend bildete, trug ein Primaner eine große hellblaue seidene Fahne, worauf eine Ansicht der neuen Synagoge dargestellt war. Ueber derselben sah man eine große goldene Krone mit der Unterschrift. Friedrich Wilhelm IV., die Jahreszahl 5602 und die Namen der zeitigen Vorsteher. Auf der rechten Seite der Länge herab, standen die Worte des heiligen Sängers: Ps. 127, 1. „Vergeblich ist der Künstler Arbeit, will Gott nicht selbst den Tempel bauen," und auf der linken die Worte aus Jesaias 66, 1. „Ist doch der Himmel mein Thron und der Erdball meiner Füße Stuhl; wo wäre also der Tempel, den ihr mir erbauen wolltet? wo der bestimmte Ort, an dem allein ich gegenwärtig bin?" Dang folgten weißgekleidete Jungfrauen, Myrthenkränze in der. Hand tragend, vor denen die Tochter des ersten Vorstehers, auf einem weißen Atlaskissen den Schlüssel zum Gotteshause, und ihr zur Seite die Tochter des zweiten Vorstehers als Symbol der. Unschuld und des Friedens einen grünen von Myrthen umgebenen Palmzweig trug. Diesem Zuge schloß sich eine Kolonne festlich gekleideter junger Männer an, deren Einer voran eine aus blauer Seide geschmackvoll gearbeitete Fahne trug. Aus ihr bemerkte man das Stadtwappen, darunter den Namen des zeitigen Bürgermeisters, des Herrn O. L. R. Klappenbach mit dem Datum des 15. October 1841. , Zu beiden Seiten standen folgende Bibelsprüche: Ps. 133. 1. „Siehe, wie lieblich und herrlich ist's, wenn Bürger in Eintracht leben!" und Ps. 122, 7. „In Deinen Mauern wohne Friede, Wohlergehen in Deiner Wohnung." Den vierten Zug eröffnete ein vollständig besetztes Musi'kchor, hinter welchem man unmittelbar den zu dieser Festlichkeit von Berlin berufenen würdigen Geistlichen, Herrn De. Cohen von den Kantoren Herrn Lichtenstein aus Stettin und Herrn Wolff aus Neustadt-Eberswald geleitet, erblickte. Dann folgten die Vorsteher und die vier Gemeinde-Aeltesten, von denen ein Jeder eine mit den schwersten Silber-Stoffen umhangene Gesetzrolle trug, und neben welchen die zwölf würdigsten Mitgliever der Gemeinde gingen. Vor ihnen trug der erste Lehrer eine Fahne, auf der die zehn Gebote mit hebräischen und darunter mit deutschen Lettern die Worte aus Je« saias 60,1. zu lesen waren. „Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir." Mit feierlichem Ernste bewegt sich der Zug über den Markt, wo unweit des Rathhauses die früher eingeladenen und von einer