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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-11-13 · Heft 46 (13.11.1841) · p. Seite 659

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 46 (13.11.1841)
Date
1841-11-13
Page
Seite 659 (sequence 11)
Language
German
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659 daß ein solches Vorurtheil existiren und so gut Wur, zel geschlagen haben konnte, daß solche Mittel, wie ernstlich niedergeschriebene Widerlegungen, und nicht bloß Spott und Satire nöthig waren. Durch finstere Vorurthcile schießen die Palmen der helleren Zeiten auf; der Geist künftiger Zeiten ist immer ein Befreier, und der Befreier vom Joche der Borurtheile in Betreff dieser Sache kann, aus verschiedenen Zeichen zu schließen, nicht weit entfernt sein. Man schämt sich schon sie zu äußern, und verbirgt sich hinter der Gefahr, einen Tüttel am Grundgesetze zu rühren. Gebrechliche Sicherheit! wie wird sie dann dem §. 59 Schutz gewähren, welcher wie eine aus der Bewegung in der Erde hervorgeschossene Mauer von Jahr zu Jahr dem Falle näher gebracht ist? Das nächste Thing oder schon dieses muß unausbleiblich hierin einen Bruch im Grundgesetz machen , wovon in jenem §. gleichsam eine Spitze von selbst fällt. Und möchte das Gebrechliche das Fallenswürdige begraben, und darunter auch den Auswuchs an §. 2! — Da doch das Grundgesetz in einem Punkte verändert werden muß, so ist die Gelegenheit da, es auch in anderen zu verändern, die es bedürfen; und dann hat die Aushebung des Grundgesetzverbots, das die Juden aus Norwegen ausschließt, den meisten Anspruch wegen der Menschenpflicht, der Religion und der Volksehre unter den übrigen freien Nationen. Die helleren Ansichten, womit ein Volk die Gesetze der Väter revidirt, sind der Weltregierung eigene, sichere, nie schlummernde, aber von Zeit zu Zeit gleichsam stärker ausstrahlende Blicke. Die Menschen erkennen die moralische Nothwendigkeit der Reform; es ist der Druck von Gottes Finger, den sie in ihrem Herzen fühlen. Sie folgen ihm, und Sein Wille geschehe, der die sanft hingleitenden Wolken und den Flug der Sekunden gebraucht, die Scheitel der Berge damit abzuschleifen und umzuförmen. (Fortsetzung folgt.) Einige Fragen von praktischem Werthe. (Eingesandt.) II. Ueber Gemeindeverfassung. Es würde gewiß sehr anmaßend sein, diesen Gegenstand mit einem allgemeinen Grundsatz abfertigen zu wollen. Denn wenn irgendwo, ist es hier die Lokalfärbung, welche einen bedeutenden Einfluß üben muß. Die Größe der Gemeinde, der Bildungsstand, die in derselben mehr oder weniger hervorragenden Individuen, sei es durch Geist und Streben, oder durch Reichthum und Stand, alle diese Momente werden den Bedürfnissen der Gemeinde eine verschiedene Richtung geben, welche wiederum im Laufe der Zeit wieder eine ganz andre werden kann. Allerdings ist es wol zu berücksichtigen, daß in der gegenwärtigen Zeit die Frage über die Gemeindcverfaffung eine größere Wichtigkeit bekommen hat, denn seit langer Zeit. Gerade weil die Neuzeit alle Gemeindeinstitute reorganisiren muß, weil sie von innen und außen nach einer Verjüngung und Wiederbelebung des Bestehenden drängt und die Schöpfung von manchem Neuen verlangt, kann es nicht gleichgültig sein, wie die Gemeinde organisirt ist, um sie hierzu befähigt zu machen. Denn von der einen Seite kann die Zersplitterung der Funktionen, der Mangel an Koncentration die Gemeinde ganz und gar lähmen, und bei dem besten Willen zu Nichts führen; von der andern Seite kann, wenn die ganze Administration in einer oder Weniger Hand liegt, sobald diese nicht von richtigen Prinzipien geleitet sind, die ganze Gemeinde gehemmt und aufgehalten werden: Und da es sich um Erhaltung und Fortbildung eines Elements handelt, welchem, obschon es das höchste im Kreise des Menschlichen ist, die neuere Zeit doch weniger zugeneigt ist, als die frühere, nämlich des religiösen, so sieht man, von welcher Wichtigkeit Geist und Form der Administration in der Gemeinde ist. Denn, wenn es auch meist übertrieben und ungerecht ist, für Alles, was in der Gemeinde geschieht, oder unterlassen wird, den Vorstand der letztem verantwortlich zu machen: so liegt doch immer so viel in der Macht dessen, der die Maschiene in Bewegung zu setzen ukid zu erhalten hat, daß im Allgemeinen die Richtung der

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