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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-11-13 · Heft 46 (13.11.1841) · p. Seite 655

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 46 (13.11.1841)
Date
1841-11-13
Page
Seite 655 (sequence 7)
Language
German
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655 matorisch musikalischen, Abcndunterhaltung, wobei nicht nur die Wohlthätigkeit sich wiederum im schönen Lichte zeigte, sondern, was noch wichtiger ist, wo man den sich immer mehr verfeinernden Ton, und die schönen sich entwickelnden Talente, zur allgemeinen Freude wahrgenommen hatte. — Der 15. Oktober wurde als der Freudentag der Millionen, die in Preußens König ihren Landesvater lieben, auch von der hiesigen Gemeinde als ein Festtag begangen. Beim Morgengottesdienst war dieselbe zahlreich versammelt und nachdem die Psalmen 45, 61, 72, 110 und 21 intonirt wurden, sprach der dortige Oberlehrer von den freudigen Erwartungen za welchen das Vaterland, zumal die Israelitischen Unterthanen, schon nach diesem ersten Regierungsjahre unseres glorreichen Königs berechtigt sein können, und trug das »‘ran im:n mit deutscher Uebersetzung vor; worauf dann die Psalmen 111 und 112 vom Vorsänger und der Gemeinde gesungen wurden. Im Schullokale wurde den Kindern die Wichtigkeit des Tages erklärt; diese sprachen dann das Gebet für dett Landesvater No. 239. des Würtemberger Gesangbuchs für Israeliten, und schlossen dann mit dem schönen Gesänge des Vaterlandsliedes. Den Armen wurden Fleischportionen vertheilt; und des Abends versammelte sich ein geselliger Verein, den frohen Tag im heitren Kreise zu beschließen. Patriotische Lieder und Toaste auf das Wohl des Landesvaters, der huldreichen Königin und der Königlichen Familie zeigten es auch hier, wie das Judenthum in der Liebe seiner Bekenner zu ihrem Vaterlande sich jedem andern Glaubensbekenntnisse überall ohne Beschämung zu Seite stellen kann. -Oesterreich. Die Geburtsregister der österreichischen Provinzen (mit Ausnahme der nicht conscribirten Länder von Ungarn und Siebenbürgen) liefern für das Jahr 1840 eine Zunahme der Population nach den Religionsbekenntnissen: bei den Katholiken 800,862; bei den Evangelischen 9315; bei den Griechen 1516; bei den Juden 11,700 Individuen. Dabas (Pesther Komitat), 8. Oktober. (Privatmitth. Verspätet.) Ich erlaube mir, Ihnen anzuzeigen, daß am 4. Oktober eine Hauptprüfung der hiesigen israelitischen Zöglinge in Gegenwart einer bedeutenden Anzahl Sachkundiger statt gefunden, welche die Riesenfortschritte dieser Schüler seit zwei Jahren, wo der geregelte Unterricht mit ihnen begonnen, zu unsrer großen Freude bekundete, so wie in der Grammatik der hebräischen, ungarischen und deutschen Sprache, so auch in Geographie, Physik ff. Es gereicht den hiesigen, meist armen Israeliten gewiß zur Ehre, drei ausgezeichnete Lehrer zu halten, worunter einer reformirter Konfession. Ich nenne insonders den Hauptlehrer, Herrn I. Popper, der die Schule errichtet und fortwährend mit Anstrengung auf bester Stufe erhält. A. von Szappanoj, res. Geistlicher. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 28. Oktober. Angekommen: Schuschan-Eduth, das ist: Erklärung der fünf Bücher Mosche's. Für Israeliten beiderlei Geschlechts. Erstes Heft. Die fünf ersten Scdras. Von Moses Mendelson (in Hamburg). Stuttgart, 1840. Wir sehen von der scharfen und bittern Weise, auf welche sich der Vers, im Vorwort ausläßt, ab, und bezeichnen nur dessen Standpunkt. Es ist eine bekannte Eigenschaft vieler Auslegungen von Stellen der heil. Schrift in den Midraschim und Talmuden, den einfachen Ausdrücken des Textes durch eine mehr künstliche Exegese noch eine .allgemeine moralische Bedeutung abzugewinnen. Wenn nun bisweilen dadurch Gelegenheit zur Verdrehung des einfachen Woctsinns (wie ja schon Rasch! unzählige Male bemerkt) gegeben wird, so ist doch viel öfter sowol der Scharfsinn, als auch das tiefe moralische Gefühl und Bedürfnis, durch welche diese Auslegungen hervorgebracht worden, zir bewundern. Für alle Diejenigen, welche die Schrift weniger vom theologischen Standpunkt, als vielmehr von dem der religiösen Stärkung und Nahrung an der heil. Schrift, in die Hände nehmen, ist diese Auslegung von großem Werth. Sie ziehen durch sie das aus der Schrift, was sie am nächsten bedürfen und wünschen, sie werde» zugleich auf leichte Weise über viele Lücken und Frage» hinweggebracht, die sonst tiefe Unter-

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