Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 45 (6.11.1841)
- Date
- 1841-11-06
- Page
- Seite 639 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3225173-3225219--03914-3313480- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
639 warmes Herz, das Glaubenbegeisterung erfüllt, mit der Kühlte einer Voltair'schen Philosophie wagen will. — Wo die Ergebung in Gottes dunkle Fügungen dehmüthiger und reiner als bei. diesem Volke? denn ach, welche Nebel liegen oft über dem Leben des Juden, wie oft. weiß der arme bedrängte Hausvater weder aus noch ein! geht weinend in mitternächtlicher Stunde zwischen den schlafenden Kindern einher, für die er beim ersten Erwachen kaum Sättigung hat. Und doch wird er nicht dem Krampf der Verzweiflung erliegen, nicht dem Trünke sich ergeben, nicht ungeduldig und düster in seiner Sphäre sich zeigen, sondern weiß bald mit Würde die ärmlichste Lage selbst zu beherrschen, bald stoisch gefaßt, die bittersten Erdennöthen zu siffliren, bald durch den Brennpunkt einer höhern Welt sie zu bloßen Prüfungsaufgaben zu läutern. — Wo die Thräne des Mitleids, bei den Leiden des Mitbruders reichlicher, wo die Hand zur Spende offner, als bei diesem Volke? Wer an dem Vorabend eines Feiertags sieht, wie einen kaum bemittelten Juden Hunderte seiner armen Glaubensgenossen umschwärmen, und keiner von seiner Schwelle beschämt, keiner ohne Gabe zurücktritt; wer die hunderte Wohlthätigkeits-Stiftungen kennt, die sie unter sich zur gegenseitigen Aufhülfe haben, der kann nicht anders als ausgesöhnt, und mit gebührender Achtung für sie, aus ihrer Mitte scheiden. — Wo das Streben nach Wahrheit und Aufklärung uneigennütziger, als bei so vielen dieses Volkes, wenn ihnen durch irgend eine besondere Schikkung die Binde des Jrrthums und der alten Gewohnheit von den Augen gefallen ist? Alle Sinnlichkeit tritt in den Hintergrund, Glücksgüter werden nicht beachtet; die Stunden der vorgerückten Nacht, der süße Schlaf wird Jahre lang bekämpft, um mit der Himmelsbraut, der Wahrheit, einen erquicklichen Umgang pflegen zu können. — Und welche irdische Frucht lacht ihren Bemühungen entgegen, als Verketzerung bei den noch im Dunkel der Unwissenheit schleichenden Glaubensgenossen! So wie Mendelssohn sich sein Brod in Tagesportionen abgcmarkt hat, so wie Maimon im Bettelrock nach Berlin wallfahrte, und vor den Thoren dieser Stadt, als ihm der Aufenthalt darin verboten war, weinte, so wie Spinoza die ganze Erde von sich stieß, um nur mit der Philosophie schwelgen zu können, solche Erscheinungen sieht man fast immer in jeder Gemeinde; und nur unter ihnen kann man wahrnehmen,' welchen Reiz, welche Zaubergewalt die Wahrheit über das menschliche Herz ausüben kann. — Und schließlich wo zeigt sich das Haupt des Staates von einer größern Glorie umstrahlt, als vor dem innern Blick des Juden? Nach jüdischer Satzung ist Er ein Engel des Herrn, sein feierlich erklärter Repräsentant, sein Statthalter auf Erden, bei dessen Erblickung man den Segen aussprechen muß"). „Wie er auch gegen dich verfahre, sagen jüdische Weisen, welche Befehle er auch gegen dich diktire, immer muß er dir im Glanz des Himmels vorschweben, und eine Ehrfurcht, wie du sie gegen Gott hegst, erfülle deine Brust stets für deinen Monarchen!" Sehr reiche Erzadern von geheiligten Grundsätzen besitzt die jüdische Literatur in dieser Hinsicht, denen nachzuspüren und sie zur Erbauung ans Tageslicht zu fördern, die Pflicht der Rabbinen sein müßte, wenn sie anders der Heiligkeit ihres Berufes entsprechen solltest. — Beispielsweise führe ich aus einem jüngern Schriftsteller eine Stelle an, die eine historisch begründete Wahrheit in sich schließt. "")„Die köstliche Regierungsform, sagt der Verfasser des Jesod Hadat, ist die Monarchische; ei- „nen ganz eigenen 'Schwung, eine besondere Vor- „liebe für diese Regierungsform flößt unfern Herfen, der Glaube an die Einheit des Allschöpfers „ein. ' So nach der Urgeschichte unseres Volkes, „hat das monotheistische Jehuda stets mit unverbrüchlicher Treue an den Nachkömmlingen des „ihm angeerbten Königstammes David's gehan- „gen, während das heidnische Israel von der Legi- „timität nichts wissen wollte. Denn mitderGot- „tesfurcht ist die Ehrfurcht vor dem König ver- „schwistert, weil wer an eine Vorsehung glaubt, „sich auch den Glauben nicht entreißen läßt, daß „Gott, dem die Herrschaft gebührt, diese auch auf .rob nna» pbm» "paa (* ,an«!a nböua «T , nanas nvia iabiaaata (•* ribonala nanrr , saian mwa iriani rtairr cnö oap "ans mar? >ab i-i; isaba nwa ' an aara 't Tan nab , ans baa paa a«r« .'32 imaba «va b? nan« aun awrr *obn