Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1841)
- Date
- 1841-10-30
- Page
- Seite 627 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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V27 wie es heißt: die Sonne legt die Regierung des Reiches zu des Vaters Füßen und sagt gleichsam: siehe, Vater, da hast du es, ich habe Deinen Willen auf Erden erfüllt, nun führe Du durch alle Ewigkeit dtr Ewigkeiten, denn Du bist drei in Eins: allmächtig, allweise, allgütig. — Ich muß es bemerken, so beklagenswert!) es auch ist, daß der Betrug und der Wucher und die Uebervortheilung in Handel und Wandel, deren man die Juden beschuldigt, Laß sie gegen die Leute, untex denen sie leben, ausüben, deren sich die Juden gewiß schuldig gemacht haben und zum Theil noch schuldig machen; zu diesem Unrecht sind sie gewissermaßen von den Leuten getrieben worden, unter denen sie leben, seien es Christen oder Nichtchristen; denn was sollten sie wol thun, denn^sie waren ja bis jetzt in mehren Ländern nach dem Lateinischen Ausdruck: ab aqua et Igne, von Wasser und Feuer, abgeschnitten, ja vom Einathmen der Luft selbst, wenn es möglich wäre ohne sie zu leben. Sie konnten nur zum Schacher oder Kleinhandel greifen, alle die Juden, deren Stellung war, daß sie sich weder als Handwerker noch von der einträglicheren Kaufmannschaft ernähren konnten. Ich erinnere mich, daß meine Großmutter erzählte, daß mein Großvater, als er an der Kopenhagener Universität von 1698—99 studirte, einen Rabbinen zum Lehrer im Hebräischen hatte, und daß viele Studirende denselben Gebrauch hatten; siehe, dieses war freilich ein Nahrungszweig, aber nur für Einzelne von den gelehrten Juden. Es kommt mir recht vor, als wenn unser Jesus gewußt hätte, was in den kommenden Jahrhunderten geschehen würde, deshalb gab er uns das Gleichniß von dem ungerechten Hausvogt, der zu sich selbst sagte: „was soll ich nun thun, da mein Herr mir die Haushaltung abnimmt, — nun weiß ich, was ich thun will u. s. w." — da sogar das Betteln dem Juden verboten war, — daher griff er zu Kleinhandel und Schacher. Ich kann, wie gesagt, nicht unterlassen meinen Geist durch den Gedanken zu erfreuen, wie der wahre Messias der Juden jetzt auf der Reise zu ihnen ist, dadurch daß diesem Volke unter uns Christen das Bürgerrecht gegeben wird. Da ich den wahren Messias der Juden nenne, so verstehe ich dadurch denselben, welcher auch der Messias der ganzen Erde ist, nämlich: Aufklärung der wahren Religion, und dieser muß feinen Vorläufer haben; die Geschichte der ganzen Welt zeugt von einem solchen, Johannes der Täufer ist und wird vorausgeschickt von dem ewig weisen Regierer. Laß das Sonnenlicht plötzlich dem in's Auge scheinen, der ohne Hülfe vom Staar operirt ist, er ist und bleibt oft nach der Operation in derselben Blindheit, die er vorher hatte, ja vielleicht ist er noch übler daran als vorher, da er nur einige einzelne Strahlen in's Auge bekommt, welche ihm das Bild gänzlich verkehrt zeigen; es dürste wahr.sein, daß halbe Aufklärung schlimmer als gar reine ist. Laß die Juden solche Aufklärung erhalten, wie sie mit ihrer Glaubenslehre bestehen und vereinigt werden kann; laß sie nur den Glauben behalten, den sie haben, Viele von ihnen glauben doch gewiß, ohne es selbst zu wissen, an den wahren Messias, welcher kam und fortfährt zu kommen, zu errichten Gottes moralisches Reich auf Erden; „mein Reich ist nicht von dieser Welt" — sagt der Stifter selbst. Das Moralgesetz ist in ihre Herzen geschrieben, und sicherlich eine sehr große Menge Juden haben daran geglaubt und glauben noch daran und bestreben sich, es zu befolgen. Der Haß, den sie gegen andere Völker haben, ist ohne Zweifel mehr die Schuld dieser alch der Juden. Die frühere Art, wie man die Juden bekehrte, nimmt jetzt Gottlob! schon ab, zur Ehre der rechten und wahren Aufklärung. Nein, laß dieses Volk bekommen seine Schulen, seine Akademien, Universitäten u. s. w.; laß sie Professoren in allen Wissenschaften werden; Landbesitzer und Landbebaucr, Handwerker in allen Arten; Kaufleute und Grossirer in allen Handelszweigen; Lehrer in allen Wissenschaften, Beamte im Reiche; es versteht sich von selbst solche, welche mit ihrer und unserer Glaubenslehre bestehen können; kurz, laß sie das Recht haben. Norwegische Bürger zu werden in dem richtigen Sinne des Wortes, in Allem und Jedem. Laß der Name Jude nicht genannt werden, statt dessen mögen sie Mosaiten oder' vielleicht richtiger Israeliten heißen, damit der Name Jude, der leider bis jetzt in den Ohren der Christen etwas Anstößiges hat, aussterbe, welches kaum in dem ganzen künftigen Jahrhundert geschieht, aber hier im Norden wdrden kaum 59Jahre hingehen, und der Name Jude hat das Anstößige verloren. Laß das nun Alles geschehen, so wird das