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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-10-30 · Heft 44 (30.10.1841) · p. Seite 625

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 44 (30.10.1841)
Date
1841-10-30
Page
Seite 625 (sequence 5)
Language
German
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625 eine Einigung des A. und N. Testaments beabsichtigt, er das Verhalrniß Beider zu einander zur Sprache bringen muß. Er giebt nun auch unverholen zu erkennen, daß seine Forschungen ihn gelehrt haben, „daß sammtliche Wahrheiten, welche das Christenthum für die seinigen ausgiebt, nicht bloß der Grundlage nach, sondern in den Höhenpunkten des religiösen Bewußtseins sogar identisch im alten Testamente enthalten sind." Den Beleg zu diesem Satze giebt das ganze Buch, da in allen Rubriken die Stellen aus dem A. T. nicht allein die große Mehrzahl, sondern auch Kern und Grund ausmachen, dem eine weitere Zugabe meist sehr entbehrlich ist. Der Berf. stellt aber in der Lehre von Gott eine „erste Abtheilung" auf „Gott (Glaube)," und von dieser den „ersten Abschnitt: Gott (Vater)" — und so laßt uns auch hierin dieser erste Band ganz im Dunkel über des Verfassers Gang und Ziel. Ferner: wenn auch das Ganze nur eine Zusammenstellung biblischer Stellen ist, so sind doch die Rubriken des Verf. Eigenthum, und die Rubricirung ist in dergleichen Dingen die Hauptsache. Der Verf. stellt auch bei jedem einzelnen Paragraphen die anthropomorphistischen Ausdrücke und Aussprüche der Bibel zusammen, wobei wir freilich eine andere Anordnung gewünscht hatten. Die h. Schrift enthalt nicht bloß die göttliche Lehre, sondern auch deren Auffassung von den in der h. Schrift auftretenden Persönlichkeiten. Zu einem objektiven, lautern Verstandniß, wie es einer biblischen Religion geziemet, ist daher auch vor Allem eine Scheidung der eigentlich göttlichen Lehre und der subjektiven Aussprüche der Einzelnen nothwendig. Dies hatte der Verf. berücksichtigen, und da, wo die subjektive, namentlich poetischbewegte Stimmung hervortritt, in Anmerkungen erläutern sollen, wodurch Widersprüche in Klarheit gestellt worden waren. Es ist seit einiger Zeit Sitte geworden, jede und alle Exegese als verwirrend und hinderlich zu verwerfen. Wie aber das nackte, aus den Zusammenhang gerissene Bibelwort sicher und völlig entscheidend wirken solle, rst oft sehr zweifelhaft. Man bringt da oft seine eigne Ansicht im übersetzten Bibelwort zu Markte, das, weil es so nackt hingestellt wird, dann um so mehr den Anschein voller Autorität hat. Was nun endlich die Rubrizirung selbst betrifft, so ist es eine mißliche und unvollständige Weise, sich die biblische Lehre damit ganz zu veranschaulichen, weil Nichts der biblischen Anschauung entfenter liegt, als Schematisirung. Es kommt da ein Zerrissenes heraus, wo Genesis dicht neben Psalmist und Jesaias, Hiob neben Daniel und gar Maccabäer steht, da der Verf. die Apokryphen ebenfalls gleich geltend heranzieht. Des Referenten Ansicht ist, daß, um eine richtige biblische Anschauung zu erhaly ten, vielmehr jedes biblische Buch für sich genommen, und aus ihm das Jdeenbild Gottes, wie es in ihm ausgeprägt ist, entworfen werden müsse, wie Ref. es in einzelnen Aufsätzen im isr. Predigt- und Schul-Magazin versucht hat, und ln den „Ächlußbetrachtungen" zu den heil. Schriften in seinem Bibelwerke ausführt. Wir haben hiermit eine andere schwache Seite der Zusammenstellung berührt, die der Verf. in seinem Werke giebt, nämlich die unkritische Aneinanderreihung aller Stellen biblischer Schriften, als wenn diese einen einzigen Abfasser zu einem einzigen Zwecke gehabt hatten. Hier ist denn auch der Ort, über einen Fehlgriff .unsre Ansicht auszusprechen, den der Verf. mit vielen Theologen, unsrer Meinung nach, begeht. In dem Streben, das alte und neue Testament, (um diesen Ausdruck wegen der Gebräuchlichkeit anzuwenden,) zu vereinbaren, und diese Einheit namentlich den Juden in die Hände zu schieben, oder weil das neue Testament ohne das alte gar nicht denkbar ist, sucht man den großen Bruch zwischen beiden zu verdecken, undverleugnet, was doch offenbar ist, daß das neue Testament das ganze Lebensprinzip des alten Testaments geradezu aufhebt und zerstört. Das Lebensprinzip des A. Test, ist: den ganzen Menschen zu heiligen im einigen Gott, und deshalb seelisches, leibliches und bürgerliches Leben des Menschen mit der Heiligung zu durchdringen , und als ein Ganzes der Heiligung einzubauen. Dies verwirklicht nach allen Richtungen hin die Tora, und die übrigen Theile des A. T. legen sich als historischer und prophetischer Beleg um dieselbe, theils die Geschichte des Kampfes, der Offmbarungsideen mit dem materiellen Leben in Israel gebend, theils die prophetische Mahnung und Aufforderung zu . deren Verwirklichung enthaltend;'von den Hagiographen endlich haben Psalme, Sprüche, Hiob, H. Lied, Prediger ihre subjektiven Zwecke, die mancherlei Lücken in dem großen Ganzen ausfüllen. - Das N. Test, tritt nun diesem geradezu entgegen, und, der heidnischen Zerriffenheit des menschlichen Lebens nachgebend, hob es Cultus, Recht und leibliche Heiligung, wie das A. T. diese aufstellte, auf, gestattete sich ein willkührliches Herausgreisen des s. g. Moralischen aus dem einheitlichen Complex des A. T., und stellte, wie der Verf. selbst bemerkt (S. 97 ), ganz allein das Abendmahl dafür hin. Wir wollen uns gar nicht in den

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