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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-10-23 · Heft 43 (23.10.1841) · p. Seite 618

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 43 (23.10.1841)
Date
1841-10-23
Page
Seite 618 (sequence 10)
Language
German
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618 und Weise, wie die „Dorerlnnerrmg der Fest - und Kasualreden von vr. Maier, Mannheimer und Sakomon" auftcitt, die absprechende Weise, mit der hier der ganze Bestand des Judenthums in Frage gestellt, und der historische Boden weggezogen wird, und um so mehr hatte er Recht, da die Vorrede zu einer homiletischen Sammlung gewiß der unpassendste Ort hierfür ist. Diese Vorerinnerung durch kritische Bemerkungen zu vernichten, mar der Zweck des Verf., der jedoch im Gefühl, daß dies ein sehr unbedeutender Gegenstand selbst für eine Broschüre sei, noch einen kurzen Aufsatz über das „Verhältniß der positiven Religionen zur neuern Philosophie und Anwendung auf die religiösen Zustände im Judenthum" hinzufügte. Allein auch dieser letztere ist nur eine Negation, und entspricht sehr kärglich der großartigen Ueberschrist. Er zeigt nichts, als daß die neueren Philosopheme im Widerspruch mit den bestehenden Religionen sind, dies aber so oberflächlich, daß man wirklich gerade das erfahrt, was man langst weiß, aber nicht so viel man weiß. Zum Schluß giebt der Verf« seine eigene Ueberzeugung, die Lauft davauf hinaus: eine Reform ist wünschenswerth, ihre Nothwendigkeit auch begründbar — aber bk rechte Autorität fehlt, wer reformiren soll. Die Bemerkungen nun zu der gedachten Vorerinnerung lassen sich insonders gegen das Predigen aus. Lächerlich ist die Befürchtung (S. 25), daß nach Kley, Maier, Mannheimer, Salomon die gute israelitische Kanzelberedtsamkeit zu Grabe gehen wird. Daß bei der immer großem Verbreitung des Predigens viel Wässeriges zum Vorschein kommt, kann nicht verwundern; daß aber sich bereits viele tüchtige jüngere Redner wieder hervorgethan, kann gewiß nicht geleugnet werden. Mit vielem Rechte spricht sich der Verf. dagegen aus, religiöse Zugeständnisse aus der falschen Meinung, wir verbessern dadurch unsre äußere Stellung, zu machen. Diese wird nimmermehr daraus erfolgen, und sind solche Motive ein Verrath an der Religion. Geschickt stellt der Verf. auch den Widerspruch dar, wenn Redner den Talmud vermittelst des Rationalismus auf eine rücksichtslose Weise verwerfen, die Bibel aber vor aller rationalistischen Berührung verwahren, und zuletzt wieder mit den Sprüchen und Gewohnheiten „unsrer Alten" kokettiren. Zuletzt spricht sich der Verf. noch über die modernen Ansichten vom Messias aus. Wir geben dem Verf. zu erkennen, daß wir ihm Tüchtigkeit im Verfechten seiner Ansichten nicht absprechen, daß er aber noch der Reife und Abklärung bedarf, um sich zu einem Strmmgeber zu bilden. Ewig und ewig Negation, bald von der Resormpartei für die Opposition, bald von dieser für jene-Resultate und Positives gar wenig. — Tages-Controle. Unsere Zeitung war es, welche zuerst das, seitdem oft besprochene „Schreiben eines Altonaer Israeliten an den Präsidenten des Norwegischen Storthing" veröffentlichte, so wie sie auch zur Zeit den Antrag von Mergeland bei dem Storthing, den Artikel im Norwegischen Staatsgrundgesetz, der den Juden den Zutritt in Norwegen verweigert, auszustreichcn, besprach. Je näher die nächste Session des Storthing, die darüber zu entscheiden, kömmt, desto wichtiger werden alle Stimmen, welche sich in jenem Nordlande darüber äußern, auch für uns. In der zu Christiania herauskommenden Zeitung „den Constitutionelle" vom 8. August findet sich ein Aufsatz, der der Uebertragung und der Aufnahme in eine Zeitung würdig ist, deren Tendenz Alles ist, was Jude und Judenthum betrifft. Ansichten, wie die darin ausgesprochenen, sind unseren Ohren um so lieblicher, wenn sie aus dem Munde eines Christen kommen, wobei man freilich Einiges dem Christen zu Gute halten muß/ das uns vielleicht zu christlich klingt. Doch zur Sache. Der Aufsatz ist überschrieben: Einige Worte über die Israeliten, und von einem Christlichen Geistlichen verfaßt. „Körperlich am Rande des Grabes liegend, in meinem 82sten Jahre, beinahe mit beiden Füßen schon im Grabe, oft angefallen vom Dämon des Mißmuths, aber Gottlob! nicht von der Furie der Verzweiflung, horche ich oft auf das, was mir von dem Gange der Begebenheiten innerhalb und außerhalb Landes erzählt und vorgelesen wird; ich werde dadurch in meinem alten Glauben bestärkt, daß Alles auf der ganzen Erde zum Vollkommneren und Besseren fortschreitet; gleiche der Fortschritt auch dem Kriechen einer Schnecke auf das Blatt einer Pflanze hinauf, es geht doch vorwärts. — In gewissen Ländern wird

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