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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-10-23 · Heft 43 (23.10.1841) · p. Seite 611

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 43 (23.10.1841)
Date
1841-10-23
Page
Seite 611 (sequence 3)
Language
German
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611 man über die zeitwidrigen Bestrebungen dieser Wenigen; nun aber erfährt man, daß sie große Hoffnung haben sollen, durchzudringen und den Rabbinen von seiner Stelle zu bringen. Dieser Umstand hat die allseitigste Aufmerksamkeit, auch der Christen, namentlich in den Städten Fürth, Nürnberg und Erlangen erregt, und man sieht mit gespannter Erwartung dem Ausgange dieser Sache entgegen. So viel man hört, hat der Rabbine gebeten, daß ihm seine Ankläger gegenüber gestellt würden, was jedoch abgeschlagen wurde. Wird seine. Stelle mit einem Altgläubigen besetzt, so beginnt der Streit von der andern Seite, denn die Partei der Aufgeklärten, die den jetzigen Rabbinen mit allen Kräften vertreten, ist wol zehnmal so stark als die der Gegner, und ein Rabbine, welcher ihr nicht zusagte, würde in Fürth so viel als keine Gemeinde haben." Hamburg, 24. September. Ueber den Streit zwischen Hüll und Hamburg giebt die Augsb. Allg. Zeit, abermals einen Artikel, der, (wieder in No.41), die Nothwendigkeit der Emanzipation nachweist. ES heißt da unter Anderm: „Die Frachtsätze sind durch die Konkurrenz so niedrig, daß bei den meisten Kolli der Stader Zoll viel mehr beträgt, ja, in manchen Fällen das Fünf- bis Siebenfache; könnten daher unsere Dampfschiffe das Privilegium der Flagge geltend machen, so wären die Englischen schon dadurch geschlagen; dies können sie aber nicht, bis die Israeliten das Bürgerrecht erlangen." Augsburg, 29. September. Es ist bemerkensweUh, und ein Zeichen der Zeit, wie die Israeliten Detilschlands keine Gelegenheit vorübcrgehen lassen, an den freudigen Ereignissen des Vaterlandes ihre ungeheuchelte Theilnahme zu erkennen zu geben. Als am 29. Sept. israel. Kaufleute aus Buchau am Federsee zufällig in Augsburg zur Messe sein mußten, feierten sie, 20 an der Zahl, das 2» Zubiläumsfest ihres Königs, durch ein Festmahl. ÄuS Ostfriesland, im Oktober. (Privatmitth.) Die Wahl eines Landrabbinen für die hiesige Provinz ist nunmehr, und zwar auf eine sehr befriedigende Weise, beendigt. Zn der am -13. Mai d. Z. zu Aurich, unter Leitung der Hohen Landesbehörde stattgehabten Wahlvcrhandlung, ist der Großherzogl. Oldenburg. Landrabbine Hirsch von den zur Wahl bestimmten Gemeinde-Repräsentanten einstimmig gewählt worden. Die jüdische Glaubensgenossenschaft Ostfrieslands hat sich zu dem glücklichen Resultate dieser heiligen Sache um so mehr zu gratuliren, weil der Landrabb. Hirsch nicht nur vermöge seiner, in der literarischen Welt anerkannten reichen theologischen Kenntnisse diesem hohen Berufe vorzugsweise zu entsprechen vermag, sondern weil seinem, der ganzen Provinz kund gewordenen nachbarlichen Wirken schon längst die Ueberzeugung abgewonnen ist, daß er mit seinem von Obscurantismus freien orthodoxischen Prinzip eine Humanität und ein solch loyales System verbindet, daß er auch, von dieser schönen Seite die Priorität zu diesem hochgestellten Amte verdient. Von seiner Energie und seinem Durchgreifen, da, wo es sich um Aufrechthaltung des Mosaismus und Fördern der Bildung handelt, sind mit allem Rechte auch bei uns, die segensreichsten Erfolge zu erwarten, und werden sich Synagoge und Schule, ein weites Feld, auf welchem hier zum Ausjäten aller Mißstände und Gebrechen bis jetzt noch keine Hand gelegt worden ist, unter seiner eminenten Intelligenz, einer ersprießlichen und zeitgemäßen Reform baldigst zu erfreuen haben. Wir ergreifen im Uebrigen diese Gelegenheit, dem verehrlichen Leser eine Relation über die Wiederbesetzungsverhältnisse des' hiesigen Landrabbinats nebst einer Skizze aller Vorgänge, wie eine Beschreibung von dem Modus des Wahlakts selbst nachzutragen. Nachdem die Wahlpredigten durch die drei nominirten Kandidaten, welche durch frühere Referate in d. B. bekannt geworden, bereits vollendet waren, nahm der würdige 0r. Herzfeld, dessen Erscheinen allhier so gewirkt, daß es ihm in allen Herzen eine stets erfreuende Rückerinnerung erhalten, in Folge seiner definitiven Erwählung zum Nachfolger des hochbetagten Landrabbinen zu Braunschweig, die Bewerbung um die hiesige Stelle zurück. Dieser Austritt motivirte Königliche Landdrostei der Gemeinde Emden die Vorschrift zu stellen, die Lücke der Dreizahl durch einen andern qualisizirten Kandidaten ausfüllen zu lassen. In Gemäßheit dessenwurde der Oberlehrer Frensdorf in Hannover, ein ausgezeichneter Gelehrte, der die größte Hochachtung sowol seiner dortigen Gemeinde, wie die aller jüdi-

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