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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-10-23 · Heft 43 (23.10.1841) · p. Seite 610

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 43 (23.10.1841)
Date
1841-10-23
Page
Seite 610 (sequence 2)
Language
German
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610 schiedenen Einrichtungen in Augenschein, und verließen vollkommen zufrieden mit den leutseligsten, glückwünschenden Worten die Versammlung. — Die Segenswünsche seiner, durch so viele Güte, beglückten llnterthanen, begleiteten den hohen Fürst; möge Er bis in das höchste Alter sich der dauerndsten Gesundheit der vollsten Manneskraft erfreuen, um noch lange die Wohlfahrt des Landes befördern, und das Glück seiner Einwohner begründen zu können; mögen auch alle diejenigen Biedermänner ihren Lohn finden, die durch mildthätige Spenden, durch Wort und That, den Bau dieses Hauses befördern halfen. Doch, so erfreuend von der einen Seite, die Feier des Tages für jeden fühlenden Israeliten war, so erfüllte sie von einer anderen sein Herz mit den bittersten Gefühlen; denn wie schmerzlich mußte nicht jeder berührt werden, wenn er sah, wie der Zutritt zur Feierlichkeit, so vielen alten Familienvätern versagt war, die doch auch zum Bau und zur Erhaltung dieser wohlthätigen Anstalt beitrugen, und, da sie in früheren Jahren die Leiden ihres Volkes sahen"), auch einmal an seinen Freuden Theil nehmen wollten! Und warum konnten sie es nicht? weil, wie man sagte, eine zu große Menschenmenge Störung und Unordnung herbeigeführt hätte und daher aus so vielen hundert Familienvätern nur einige und fünfzig der Festivität beiwohnen durften, so beherzigten die Anordner der Feier den Spruch des weisen Salomo: "jb» rnnn tr Und was werden wol diese Herren antworten, wenn man sie fragt, warum sie an diesem Tage der Freude an Alles dachten, an Alles nur nicht an dessen Geber, nur nicht an Gott, der allein die Herzen der Großen und Mächtigen lenkt zum Wohl seines armen verkannten Volkes! Wahrlich ein feierlicher Choral, ein Danklied, zu Gott emporgesandt, würde erhebender gewesen sein, als die rauschende Militär-Musik. Aber wir kümmern uns leider wenig um das Reelle, sondern bloß um den Schein; wir fragen nicht, ob unser Thun und Lassen nützlich ist, wenn eS nur gefällt; wir wollen'Alles sein in den ") So eben sind es 53 Jahre, als man den auf den Markt hiehergekommencn Juden den Gottesdienst am Bersöhnungsrage, gerichtlich untersagte, und nach Alt-Ofen verwies. — Corresp. Augen unserer christlichen Mitbrüder, Alles nur nicht Jude»; deßhalb wurden auch in der feierlichen Versammlung unsere, zwei Appellanten (lo^n) vermißt. Diese greisen Männer, die schon durch mehre Dezennien ihr Amt hier ehrenvoll verwalten und denen das Wohl ihrer Nation gewiß sehr am Herzen liegt, würden Freudenthränen vergossen haben, hätten sie gesehen, wie die früher gedrückten und verachteten Juden nun die rührendsten Beweise der Liebe und Achtung ihrer christlichen Brüder erhalten; aber die langen weißen Barte, und das altmodische Benehmen dieser Männer paßten wahrscheinlich nicht zu einer solchen modernen Feierlichkeit und so mußten sie auf diese große Freude Verzicht leisten und daheim bleiben — wie sich das mit den Satzungen der jüdischen Religion verträgt, die da lehrt: ipr ':b rnnm ist unbegreiflich! K— y. Pesth, 21. September. (Privatmitth.) Nicht unbemerkt mag es bleiben, daß Herr Samuel Rosenthal hier, Israelit, nun öffentlicher Redakteur und Verlags-Privilegien-Besitzer, der seit 14 Jahr hier bestehenden deutschen Zeitschrift „der Spiegel für Kunst, Eleganz und Mode" und der „Peflhcr Handlungszeitung" ist, welche beide Zeitungsblatler Herr Rosenthal, schon seit ihrem Entstehen, aber in dem Privilegien-Besitz des erst kürzlich verstorbenen Franz Wiesen, redigirte. — Deutschland. Aus Franken, 30. September. Die Leipz. Allg. Zeit, enthalt einen Artikel über neuere Angriffe gegen den Dr. Levi, Rabb. zu Fürth, aus welchem wir Folgendes entnehmen. „Neuerdings sind -sie abermals mit einer Anklage hervorgetreten, worin sie eine Reihe von Beschwerden aufzählen, wie etwa folgende: der Rabbine sei am Sabbat mit einem Juden gegangen, der einen Stock getragen habe; er habe am Sabbat vor einer verschlossenen Hauslhüre die Glocke gezogen; man habe am Sabbat auf dem Dachboden bei ihm Wäsche hängen sehen, woraus zu schließen, daß sie Nachts vorher gewaschen wor, den sei; er habe in einer Lehrstunde nur von jenseitiger Belohnung und nicht auch von Bestrafung ge, sprachen; eins seiner Kinder habe über Mittag bei Christen gegessen rc. Anfangs, wie natürlich, lachte

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