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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-10-16 · Heft 42 (16.10.1841) · p. Seite 605

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 42 (16.10.1841)
Date
1841-10-16
Page
Seite 605 (sequence 13)
Language
German
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605 Damals war der gelehrte Simeon Ben Isaak Ben Aben ein Jahr lang Rabbine von Metz, 1091, da er daselbst verstarb. Er ist der Verfasser des erhabenen ‘■pbfco «in» ‘■jma am Kol Nidre Abend, und ward in den Umgebungen der Esplanade begraben, wo damals die Juden einen Gottesacker hatten. Es gab damals übrigens auch Gemeinden zu Verdun, Strasburg. In Metz bewohnten sie im östlichen alten Stadttheile eine Straße, Juerue, Juifruo genannt. Eine Synagoge, die älteste in Frankreich, aus dem II. Jahrhundert, steht im untern Lheil. dieser Judenstraße. (Fragment einer Gesch. d. Juden in Nordostm Frankreichs von Beg ie, die zum Jan. 1842 erscheinen wird.) Literarische Nachrichten. Magdeburg, 27. Sept. Angekommen: Daß System der religiösen Anschauung der Juden und sein Verhältniß zum Heidenthum, Christenthum und zur absoluten Philosophie. Erste Abteilung: Die Apologetik. Erster Band: Die Religionsphilosophie der Juden. Bon vr. Samuel Hirsch, Rabbine. Erstes Heft. Leipzig, 1841. — Unter diesem weitschichtigen Titel wird uns hier ein „Erstes Heft" geboten, welches enthalt: „Die aktive und passive Religiosität," aber auch hiervon wieder erst das erste Kapitel: „Das Ansi'ch der aktiven Religiosität und der Abfall von ihr." Außer allen diesen solchergestalt aufgeführten Rubriken verspricht der Vers, zu geben: zweiter Band, Kultusphilosophie, dritter Band, historische Theologie; Zweite Abtheilung: Theoretische Theologie, erster Band, Theologie, zweiter Band, Kosmologie, dritter Band, Anthropologie; Dritte Abtheilung: die praktische Theologie, erster Band,' Moral, zweiter Band, Ethik, dritter Band, Pneumatologie. Daß der noch junge Vers, das ganze Werk schon drei Jahre fertig liegen habe, wie er behauptet, möchten wir nach diesem ungeheuren Umfange bescheiden bezweifeln.— Mißlich ist es immer, einen so geringen Anfang eines umfassenden Werkes, dessen Werth von diesem Anfang noch nicht abstrahirt werden kann, zur Beurtheilung zu bringen. Denn wenn wir auch die "Kühnheit, mit der der Verf. den Erfolg seines eigenen Werkes bespricht, mit Ruhe ansehen, da, wer Großes leisten will, immer auch Muth, ja Verwogenheit mitbrkngen muß; wenn wir auch nicht glauben mit dem Verf., daß mit dem philosophischen Bewußtwerden unsrer Religion alle die an der materiellen Existenz derselben klebenden Gebrechen der Zeit mit einem Male geheilt werden würden, was die Geschichte stets widerlegt, da esoterische Schriften immerfort durch bedeutende Medien erst auf die Masse wirken können — so bleibt, wenn der Vers, sein Ziel wirklich erreicht, doch für ihn so viel Verdienstliches und Bedeutsames übrig, daß er daran genug haben kann. Der faktische Bestand einer im Prinzip geistigen Gesellschaft wird stets durch ein lebendiges Existenzgefühl und Existenzbewußtsein gehoben; das intellektuelle Bewußtsein aber hebt und belebt nur die zum philosophischen Denken befähigten Personen, deren Zahl gering ist, obschon diese natürlich eine wesentliche Rückwirkung auf die Masse mit der Zeit haben. — Wenn wir aber das vorliegende Heft näher betrachten^ so leuchtet aus demselben eine bedeutende philosophische Befähigung des Verf. unleugbar hervor, auch ein gründliches Studium der philosophischen Anschauungen ist nicht zu verkennen, obschon sich dies bis jetzt nur noch für die neueste Phase der Philosophie, den Hegelianismus., zeigt. Auch das Talent des Verf. wollen wir nicht unerwähnt lassen, die philosophische Deduktion, ohne sie ihrer Scharfe zu berauben, ziemlich.populär-faßlich zu halten. Dennoch können wir uns mit dem Gange und der Weise, die der Verf. in dem vorliegenden Hefte geht, noch nicht einverstanden erklären , indem er zu einer wissenschaftlichen Abklärung in seiner Darstellung noch nicht gelangt, das Hauptsächliche nicht einleuchtend zu gruppiren, und vom Nebensächlichen zu scheiden versteht, und eben so willkürlich die Erklärung und die Polemik in die Hauptsätze, wie in die Anmerkungen streut. Mag der Verf. uns dieses Vorwurfs wegen nicht als einen Liebhaber steifer und engbrüstiger Form ansehen; wer aber, wie wir, täglich damit zu ringen har, dem Publikum tiefere- Ansichten und Begründungen in leicht faßlicherer Form vorzutragen, und jene dadurch zum allgemeinem Eigenthum zu machen, der weiß, welche Wichtigkeit die gehaltene Form zur Erringung wesentlicher Resultate hat. — Was nun den Inhalt des vorliegenden Heftes betrifft, so ist er in der Hauptsache folgender. §. 1. Die Erkenntniß der Religion muß mit der Erkenntniß unser selbst anfangen. §. 2. Der Mensch beginnt mit dem Ich. §. 3. Das Ich ist bloß die formale Freiheit, das Wesen des Menschen ist aber: in jedem Augen-

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