Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1841)
- Date
- 1841-10-16
- Page
- Seite 604 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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604 —. In Bath wurde den 26. August der Grundstein zu einer neuen Synagoge feierlich gelegt. . —. Zn Birmingham wurde den 29. Aug. eine neue jüdische Schule.unter Herrn Raphall und Ascher (letzterer aus Dresden), eröffnet. —. In Liverpool sind der Mizwotverkaus und die Mi scheberacb’s abgeschafft worden. London, im September. Die Arch. isr. de France geben abermals einen Bericht über die „neue Synagoge in London." Dieselbe soll nun in der zweiten Woche des Novemb. eröffnet werden, der Chor wird schon gebildet und zwar aus mehr als 100 Personen (?). Die große Synagoge will nicht zurückstehen, und Herrn David Isaaks aus Liverpool als Redner anstellen (?). Das Comite der neuen Synagoge hat so eben den ersten Band ihres neuen Gebetbuchs veröffentlicht (Form« of prayer, used in the west London synagogue of british Jews.) mit englischer Uebersetzung. Es ist von W. Marks, Chasan der neuen Synagoge, cdirt. Ein Privatbrief giebt übrigens nähern Aufschluß, wie die Sache sich gemacht. Einige Monate vor der Abreise Montesiore's nach Damaskus wurde eine Versammlung der zur portug. Gemeinde Beitragenden gehalten, um den ersten Paragr. der Statuten von 1664 aufzuheben, nach welchem es Niemanden gestattet sein sollte, eine Synagoge näher als zwei Meilen von der existirenden, zu gründen. Es wurde ein Comite von 20 Notabel» erwählt, um dieNothwendigkeit, den reichen Bewohnern von Westlondon zu erlauben, eine Synagoge in ihrer Nähe zu errichten, zu bestimmen. In den Sitzungen des Comite's srug man die, welche Reformen verlangten, was sie wollten? Sie antworteten nicht, aber man sah, sie wollten eine von der Autorität des Rabbinen unabhängige Gesellschaft bilden. Das Comite bewilligte die Errichtung einer Synagoge, Vorbehalten, daß sie unter der alten Autorität verbleibe. Sie standen dies nicht zu, indeß wurde ein Bericht an die Beitragenden entworfen. Die Ultra orthodoxen, die davon vernahmen, bildeten eine Gesellschaft gegen die Reformer, welche übrigens diese letzteren nur vermehrte. Die Majorität der Ultra's verwarf den Bericht. Von der Zeit an war die Vereinigung nicht mehr möglich, und neue Sitzungen zeigten die Verwirrung und Spaltung nur offenbarer. Der Briefsteller stützt sich darauf, daß eine Veränderung im jüd. Kultus nur durch das gesammte Israel vorgenommen werden könne, durch eine Versammlung Abgeordneter aller Gemeinden, da sonst eine Trennung in das Ganze komme, die alle wahren Freunde der Religion bedauern müßten. Eine Gemeinde könne nicht einer Anzahl ihrer Mitglieder das Recht, Veränderungen zu treffen einräumen, weil sie dieses Recht gar nicht besitzt. Frankreich. Paris, im September. In diesen Tagen ist zum ersten Male ein Israelit auch Huissier geworden. — An Rosch haschana bemerkte man mit Vergnügen Dem. Rachel im Tempel beim Gottesdienst. Metz, im September. .Im zehnten Jahrhundert scheinen die Juden im Metzer Lande das Recht, liegende Gründe zu kaufen, gehabt zu haben, wie aus einer Charta des Bischofs Adalbero» I. erhellt. Tosefot zu M. Schabbat erwähnt eines R. Eliesar, S. Samuel's, aus Metz, der hier Rabbine war 4535, das ist 975. Der Bischof Adalbero» II. (984—1005) muß den Juden sehr günstig gewesen sein, da diese, nach dem anonymen Biographen des Bischofs, bei seinem Tode viele Thränen vergossen. Im Anfang deS 11. Jahrhunderts wurde ein christlicher Geistlicher, Alpert, Jude, und widerlegte in einem Buche de Liversitate temporuin die damals im Schwange seienden Raisonnements gegen die Juden. — Bei dem Schutze, den die Juden in Metz genossen, konnten sie sich den Studien desto ungestörter hingeben. Judas-Ben-Meir Cohen und Simeon Hagadol hielten große Schulen. Verschon Ben Judas, geboren zu Metz am Ende des elften Jahrhunderts, verdiente sich den Titel Meor Hagola; in Worms hielt er 1030 die berühmte Synode , welche auf die Polygamie rc. einen Bann legte. Ihm folgte Jakob - Ben - Jakar nach seinem Tode 1040, einer seiner Schüler. Der berühmte Abt Sigbert von Gemblours, als Gelehrter im Hebräischen zu seiner Zeit ausgezeichnet, hatte deshalb viele Beziehungen zu Juden.