Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-10-16 · Heft 42 (16.10.1841) · p. Seite 594

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 42 (16.10.1841)
Date
1841-10-16
Page
Seite 594 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225173-3225216--03866-3313429
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

594 besteht, werden seine Freunde und Schüler, die Herren Jalowicz und Dr. L. Weyl, herausgeben. Bon dem letzteren erscheint in der Lewentschen Buchhandlung in einigen Tagen, zum Besten seiner Willwe, der Nekrolog und eine Probe seiner Gedichte; ein Denkmal für seine Freunde und Schüler. Magdeburg, 27. Sept. (Aufforderung und Bitte.) Zur Abhülfe eines großen Nothstandes lassen wir an unsre Leser eine freundliche, aber dringende Bitte ergehen. Den Gegenstand werden dieselben am besten aus folgendem, an uns gefertigten Schreiben ersehen. Nordhausen, 22. Sept. Nachdem in Ellerich am 13. dieses schon eine Feuersbrunst gewüthet, welche 21 Häuser in Asche gelegt hatte, wobei aber die jüdische Gemeinde verschont geblieben, entstand am 15. dieses, Nachmittags 3 Uhr, als dieselbe dem Beginn des Neujahrsfestes entgegensah, aufs Neue Feuer, und zwar in den Straßen, die von dem größten Theil der jüdischen Gemeinde bewohnt werden, welches mit rasender Schnelligkeit um sich griff, so daß binnen einer Stunde 30 Wohnhäuser, darunter die 16 jüdischen Familien, in vollen Flammen standen. Durch das rasche Umsichgreifen des Feuers und die Bestürzung, in welche hierdurch die Bewohner versetzt waren, wurde es denselben unmöglich, Etwas von ihren Habseligkeiten zu retten. In wenigen Stunden waren ihre Wohnungen, ihr Hab' und Gut eine Beute der Flammen, und am ersten Tage des Neujahrsfestes standen sie — ein gräßlicher Anblick — auf den Trümmern ihrer Habe! Nur 6 der abgebrannten Familien sind einigermaßen wohlhabend; die übrigen >0 hingegen, welche sich zwar kümmerlich, aber rechtlich ernährt hatten, sind jetzt im tiefsten Elend. Ohne Kleidungsstücke, ohne Betten, ohne Obdach, ohne Holz, ohne Mittel endlich zur Subsistenz ihrer zum Theil starken Familien, sehen sie mit Bangen dem nahenden Winter entgegen. Es ist unmöglich, das Elend zu schildern, und wenn gleich die hiesige Gemeinde sehr hilfreich «ingeschritten, so reichen doch einzelne Kräfte nicht hin, dem Elend zu steuern; es bedarf allgemeiner, rascher Hilfe, und deßhalb hat das Unterzeichnete Comite die Vorstände nicht zu entfernter Gemeinden gebeten, von den Mitgliedern ihrer Gemeinde Gaben für die armen Abgebrannten anzunehmen,, und die eingehenden Beitrage an den mitunterzeichneten Vorsteher PH. Solmitz einzusenden. Die Gemeinde zu Ellerich ist beinahe autzelöst, und außer Stande, für ihre armen Brüder auf diesem Wege zu sorgen. Wir erlauben uns daher, es Ihrem Ermessen anheimzustellen, ob Sie von der gegenwärtigen Mitthcilung — als Privatmittheilung — Gebrauch machen wollen, um in Ihrer weitverbreiteten, vielgelesenen Zeitung des Judenthums das Unglück zur Kunde des Publikums zu bringen, und dasselbe aufzufordern, den Unglücklichen Spenden zu reichen, was um so wirksamer sein würde, wenn Sie Sich geneigt finden, eingehende Beiträge anzunehmen. Auch die Gemeinden, an welche wir uns bittend gerichtet haben, würden, wenn sie die Afforderung in Ihrer Zeitung lesen, sich zur Beisteuer mehr angeregt finden, da die Zeitung des Judenthums schon so oft zur Beförderung guter Zwecke hilfreich gewesen, und allgemein als ein hochgeachtetes Organ betrachtet wird. Schließlich bitten wir Sie rc. rc. Das Comito zur Unterstützung der abgebrannten armen Ellericher Israeliten. PH. Solmitz, Vorsteher. A. Cohn, Prediger. H. Bach. Die Redaktion ist sehr gern erbötig, Beiträge anzunehmen, sie Herrn Solmitz zu übersenden, und darüber Bescheinigung als Belag zu veröffentlichen. Breslau, 26. Sept. (Privatmitth. Fortsetzung). Die zweite Periode reicht von 1^60 bis 1826. Waren die Bestimmungen gegen jüdische Niederlassungen noch nicht aufgehoben, so ließ man sie doch nach und nach abstumpfen. In diesem mehr passiven Verhalten der Regierung lag eine für die damaligen Zustände große Begünstigung. Ihm verdankte die Gemeinde nach Innen und Außen Zuwachs und Wohlstand. Wie wir aus einer amtlichen Notiz ersehen,. zählte sie z. B. im Jahre 1776") 222 *) 1) 17 Generalprlvilegirtc, 2) 19 Prlvi'lcgirte, 3) 152 Tolerirte, 4) 34 Fixentristen, 5) Schutzjuden sind nicht gezählt. Die Generalprivilegirten hatten schon

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.