Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1841)
- Date
- 1841-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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V. Jahrgang. Allgemeine No. 4S. Zeitung -cs Zudenthmvs. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Sr. Ludwig Philippson, Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Concession.) Leipzig, dm 16. Oktober 1841. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. ZeLtungsnachrichterr. Preußen« Nach einer amtlichen Bekanntmachung sind kn den acht Provinzen des preußischen Staats (mit Ausschluß von Neufchatel) im Laufe des verflossenen Jahres überhaupt geboren: unter den Christen aller Religionsparteien 580,227, unter den Juden 7048, zusammen 587,275 — dagegen gestorben 418,624— demnach Ueberschuß der Gebornen verblieben 168,651. Nach der am Ende des gedachten Jahres vollzogenen polizeilichen Zählung befanden sich, mit Einschluß des Militärs, auf demselben Flächenraume 14,907,091. Einwohner. Wird diese Zahl mit der vorstehend angegebenen Zahl der Geborenen und Gestorbenen verglichen, so ergiebt sich, daß von hundert tausend Lebenden im Jahre 1840 geboren wurden 3940, dagegen starben 2808,. also Ueberschuß der Gebornen verblieben 1132. Unter den Gebornen des ganzen Landes befanden sich 302,094 Knaben und 285,181 Mädchen, wobei sich die bekannte Erfahrung bestätrgt, daß sich das Verhältniß der Knaben zu Mädchen wie 106 zu 100 stellt. Die Betrachtung der Geburts- und Sterblichkeits-Verhältnisse des preußischen Staats enthält die merkwürdige und bis jetzt noch unerklärte Wahrnehmung, daß unter, den Neugeborenen der Juden der Ueberschuß der Knaben beinahe doppelt so groß ist, als unter den Neugeborenen der Christen. Berlin. Am 25. Sept. starb hier nach langem Krankenlager der, wegen seiner ungewöhnlichen Sprachkenntniß und seines biedern Charakters allgemein gekannte und geschätzte Privatgelchrte Abraham Basch', in einem Alter von kaum 42 Jahren. Obwol er keine öffentliche Stelle bekleidete und seine fast beispiellose Bescheidenheit ihn von der Veröffentlichung seiner kritischen Forschungen der Bibel und des Talmuds zurückhielt, war sein Name fast allen Notabilitäten im Bereiche orientalischer Sprachkunde auf das Vortheilhafteste bekannt. Er verstand neun Sprachen und besaß, unter anderen, in der Anfertigung hebräischer Gedichte eine solche Gewandtheit, daß er hierin vielleicht von Niemand übertroffen wurde. Neben diesen philologischen Kenntnissen fand sein Geist im Schachspiel eine Erholung; die ersten Schachspieler unserer Stadt haben oft seine Taktik bewundert und zahlten ihn zu den ausgezeichnetsten Spielern. Ein so seltenes Talent, das zugleich ein Muster der Menschenfreundlichkeit war, hatte nur die Bitterkeit des Lebens zu erfahren. Möge daher das Beispiel des verehrten Direktor B. Auerbachwelcher zwei der Hinterbliebenen Söhne sofort in die von ihm gegründete Waisen-Erziehungs- Anstalt aufnahm, in Betreff der Wittwe und der übrigen unversorgten drei unmündigen Kinder Nachahmung finden. Den literarischen Nachlaß des Dahingeschiedenen, welcher in Gedichten, Aufsätzen und einem umfangreichen Werke, „biblische Zoologie'/