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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-10-09 · Heft 41 (9.10.1841) · p. Seite 585

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 41 (9.10.1841)
Date
1841-10-09
Page
Seite 585 (sequence 9)
Language
German
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585 Chaldäische mit vollem Rechte eine aramäische Mund-' art genannt werden müssen, sein eigentliches Vaterland ist Babylonien, wo es sich die Juden im Exil als Volks¬ und Schriftsprache aneigneten. Dann müßte man einen west- und ostaramäischen Dialekt unterscheiden, und das bisher sogenannte Chaldäisch babylonisch nennen. Das Syrische wäre der westaram. Dialekt. Weil das Volk Babylonien's im A. T. vorherrschend Srito heißt, hat man die Benennung chaldäisch vorgezogen. Da aber, dieser Dialekt nur in von Juden abgefaßten Schriften uns erhalten worden ist, so wird man kaum annehmen dürfen, daß wir ihn in der vollen Reinheit vor uns haben, ' mit welcher er von den semitischen Babyloniern gesprochen worden. Jndeß ist et nur in Einzelheiten vom Hebräischen Lnfluirt, im grammat. Bau und im Wörterschatz aramäisch geblieben. Die helleren und flüssigen Laute bezeugen das Chaldäische als eine Mundart, die in einem offenen, flachen und ebenen Lande gesprochen worden, im Gegensatz zu den rauhen und schweren Tönen des Syrischen. — Die Ausstattung ist sehr löblich. Magdeburg, 26. Sept. Angekommen: Sprüche Salomon's. Erläutert durch Erzählungen und Fabeln. Herausgegeben von M. Mannheim, Lehrer rc. Köln, 1841. Die Idee, die Sittensprüche Salomonis durch Erzählungen zu erläutern, und für die Leser anschaulicher zu machen, ist nicht ganz neu, jedenfalls aber sehr plausibel. Der Verf. giebt den hebr. Spruch (ohne Vokale), dann die deutsche Uebersetzung und einen gereimten Vers, hierzu eine Erzählung oder Fabel, meist von eigener Erfindung. Allerdings könnte die Wahl der Erzählung öfter besser sein. Der Verf. hat sich theils die Jugend, theils das Volk als Leser gedacht. Für die erstere würde es in dem ersten Kkndesalter passen, das letztere verlangt jedoch jetzt konsistentere Speise. —- Sammlung lehrreicher Geschichten und Erzählungen zur Erwekkung echter Religiosität und Sittlichkeit, zunächst für die israelitische Jugend. Ein Lesebuch für Schule und Haus. Herausgegeben von Dr. I. H. Dessauer. Erlangen, 1841. Das Merkchen erfüllt seinen Zweck sehr gut. Die Erzählungen, an deren Spitze immer ein Bibelvers steht, sind meist aus den Sagen und Geschichten der Israeliten (z. B. auch aus den Apokryphen) genommen, hie und da eigener Erfindung. Obschon auch hier sich öfter Einseitiges eingeschlichen hat, und der Vers, bei einer zweiten Auflage die Wahl strenger treffen wird, so ist doch das Ganze passend geordnet (Gottes Eigenschaften, Pflichten gegen Gott, Nebenmenschen, uns selbst,) -und gut erzählt, so daß es in Elementarschulen von den Lehrern wesentlich benutzt werden kann. — Licht des Glaubens, enthält das Geschichtliche der fünf Bücher Moses, ein lehrreiches, zur Erbauung und Unterhaltung geeignetes Lesebuch rc. von Ber Frenk. Preßburg, 1841. (In jüdisch-deutschen Lettern.) Der Vers, will seine Schrift an die Stelle der ins&m MSftg bringen. Er giebt das rein Geschichtliche des Pentateuchs, einfach vorgetragen, hier und da mit etwas Midrasch, einiges Anstößige auslassend, in zwei Theilen, TO rroa Geschichte der Schöpfung und der Vater bis Ioseph's Tod, und b&noi rro, des Volkes Israel bis Mosis Tod. In Gegenden, wo die deutschen Schristzeichen noch nicht verbreitet sind, wird das Werk gewiß sehr segensreich wirken, besonders für das weibliche Geschlecht. — Magdeburg, 27. Sept. Angekommen: Das Pesach als Aussöhnungsfest, Predlgtrc. von Joseph Kahn. Saarbrücken, 1841. — Welche Gedanken und Entschlüsse müssen in dem Israeliten, nach den Vorschriften seiner Religion, entstehen, wenn er seinen König von Angesicht zu Angesicht schauet? Rede, bei der Anwesenheit Wilhelm's 11. in Luxemburg, von Joseph Kahn. — In No. 1. behandelt der Verf., der seitdem Rabbine in Trier geworden, das Thema, daß Peßach vermöge der darin enthaltenen Religionswahrheiten, wie auch durch seine Eeremonien, wenn sie mit Geist und Herz begangen werden, die verschiedenen religiösen Ansichten ausgleichen könne. Das Thema ist allerdings zu groß für eine Predigt, und mußte daher in' vielen Beziehungen zu abgebrochen ausfallen. — No. 2. wurde bei einem besondern Gottesdienste gehalten, als der König Wilhelm H. in Luxemburg war, welcher Gemeinde er auch kurz vorher eine bedeutende Unterstützung zu ihren Kultusausgaben hatte zufließen lassen. Den alten jüdischen Segensspruch beim Anblick eines Königs behandelnd, bespricht der erste Thekt der Pr., daß der König von Gott zu seinem Stellvertreter auf Erden eingesetzt ist, der zweite Theil enthalt — sonderbar genug — die Aufforderung an die Gemeinde, einen Geistlichen anzustellen, eine Religionsschule zu gründen, und die Jugend israelitisch religiös zu erziehen. So zweckmäßig dies sein mag, so hätte der Verf. doch wol ein ander Mal darüber sprechen können, der Zusammenhang mit dem 41 *

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