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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-10-09 · Heft 41 (9.10.1841) · p. Seite 582

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 41 (9.10.1841)
Date
1841-10-09
Page
Seite 582 (sequence 6)
Language
German
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582 die hier genau behandelt werden muß, weil dadurch, I nächst ihrer Humanität, ihr religiöser Gehalt aufs Unzweideutigste sestgesiellt wird. Darüber äußert sich §. 8. folgendermaßen: „Laut Urkunde vom 2b. Tischri dieses Jahres beliebte es einigen ■ ehrbaren Hausvätern bei einem Unglücksfalle persönlichen Beistand zu leisten." Diese Männer sind zum Unterschiede von den übrigen Mitgliedern Mitasskim genannt. Ihre Verpflichtungen hängen durchaus nicht mehr von ihrem frommen Belieben ab, sie sind gesetzlich bestimmt und muffen übernommen werden. Ja ihre Vernachläffigung zieht nach blos einmaliger fruchtloser Anmahnung des Monatsvorstehers, sofortige Ausstoßung aus der Brüderschaft nach sich. Ganz in der Ordnung, in welcher ihre Namen verzeichnet sind, lösen sie sich in ihren zweistündigen Dienstleistungen ab, deren Hauptgcgenstand die genaue Beobachtung des Kranken ist. Bemerkt ein Mitassek, daß dem Kranken Gefahr droht, so muß er den Monatsvorsteher sogleich davon benachrichtigen, damit dieser die gehörigen Anordnungen für das Seelenheil des Sterbenden treffe, ihn durch einen seiner Bekannten zur Beichte veranlasse, an Testament und Bestellung des Hauses erinnere, überhaupt an jede Mirthcilung, welche das Gewissen eines Menschen erleichtert. Wie rührend ist diese so praktische, Sterbende und Ucberlebende gleich berücksichtigende Vorsicht, die jenen ihr Ende erleichtert, diese aber vor manchen unnothigen, oft kummervollen Verwickelungen schützt. Wol entschließt sich nicht jeder gern zu Verfügungen auf den Todesfall. Manche fürchten dadurch gerade ihr Ende zu beschleunigen, und dies könnte einen ängstlichen Mitassek des Kranken leicht zur Verzögerung dieser an sich beschwerlichen Pflicht verleiten. Jndeß wird diese Handlung als ein Gott wohlgefälliges Werk dargestcllt, nur muß sie auf eine schonende, und den Zustand des Kranken nicht im Mindesten gefährdende Weise ausgeübt werden, wie solches in der Lehre von der Wartung des Kranken vorgeschrieben ist. Zu noch größerer Erleichterung und Beruhigung für den Kranken sagt der §. ganz ausdrücklich, daß diese Sitte in allen Eli. Kad. von Israel vorkommt. Für unsere Brüderschaft ist dieser Satz zunächst wichtig, weil das, was wir schon oben behaupteten, daß sie eine israelitisch -nationelle Bedeutung habe, aus einer gewiß glaubwürdigen Lluelle bestätigt wird. — Will oder kann ein Mitassek I die Wacht nicht übernehmen, so muß er 3 Sgr. zahlen, doch ist die Wohlthat persönlich verrichtet edler." lForrsetzung fol'gt.) Deutschland. Ohne die folgende Nachricht, so wie sie dasteht, als richtig bezeichnen zu können, unterlassen wir nicht, den Artikel aus dem Franks. Journal hierherzustellen, um resp. zur Vorsicht in den bezeichneten Dingen zu machen. Mainz, 12. Sept. Zum Drittenmale seit wenigen Wochen wurden die Bewohner unserer Stadt in der vorletzten Nacht zwischen 12 und 1 Uhr durch Feuerlärm erschreckt. Ein jüdisches Gasthaus in der Rechengasse stand bei dem ersten Anblicke in Hellen Flammen. Hier war an Rettung nicht mehr zu denken; in kurzer Zeit war dieses Haus und ein Hintergebäude, das erst am Tage vorher aufgeschlagen worden war, ein Raub des, Feuers. Allein der schnell herbeigeeilten sehr thätigen Hülfe gelang es, den Fortschritten des Elements Einhalt zu thun und es auf diesen Raum zu beschranken. Drei Fremde, die in dem Gasthause logirten, sprangen, da die Stiege bei ihrem Erwachen schon abgebrannt war, zum Fenster hinaus aus die Straße; einer davon hatte dabei das Unglück, ein Bein zu brechen. Ueber das Entstehen des Brandes erfährt man, daß die Juden ihre Sabbatskost, die schon am Freitage gekocht wird, in mit glühenden Spanen angefüllten Kröppen während der darauf folgenden Nacht ausbewahren, um am Samstage nicht kochen zu müssen; bei der mindesten Unvorsichtigkeit soll nun bei der Bauart ihrer Küchen sehr leicht Brand entstehen können. Bemerkenswerth ist es, daß vor ohngefähr 49 Jahren dasselbe Haus in einer Nacht von Freitag aus Samstag gleichfalls abbrannte. Oesterreich. Aus Ungarn. (Bcrl. Zeit.) Man bemerkt jetzt in Ungarn vielseitig Bemühungen der Israeliten, die ungarische Sprache sich so viel als möglich eigen zu machen. Mit außerordentlichem Eifer bestrebt sich Jung und Alt, diese Sprache zu erlernen.

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