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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-10-02 · Heft 40 (2.10.1841) · p. Seite 570

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 40 (2.10.1841)
Date
1841-10-02
Page
Seite 570 (sequence 6)
Language
German
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570 Füßen legen zu dürfen. Wir sind von Ew. Majestät der hohen Gnade gewürdigt worden, den Ausdruck ihrer tiefergebrnen treuen Unterthanengesinnungen, welchen sie uns schriftlich übergeben haben, mündlich mit kurzen Worten vor Ew. Majestät bringen .zu dürfen. Unser hochseliger König hat uns aus dem Schutzverhältnisse in den meisten Beziehungen zum Range der Bürger emporgehoben; tiefer Dank lebt dafür unaussprechlich in unseren Herzen. Ew. Majestät huldvolle Aeußerungen erfüllen uns mit der unaussprechlich frohen Hoffnung, daß das Werk der Gnade gegen die Juden fortgesetzt werde und wir allmählig den übrigen Unterthanen Ew. Majestät gleichgestellt werden. Gleich in Liebe und Treue gegen unfern allergnädigsten Landesvater, gleich in Gehorsam gegen das Gesetz, gleich in den Rechten, welche das Gesetz verleiht, unterscheiden wir uns dann nur noch von den übrigen Unterthanen in dem religiösen Bekenntnisse) das, ehrwürdig durch sein Alter, in der irdischen Regierung einen Abglanz der himmlischen, göttlichen erblickt'. Im Namen dieser Religion, welche nahe an 200,000 Bekenner in Ew. Majestät Staaten zählt, welche bis jetzt blos geduldet, durch die Gnade Ew. Majestät zu größerer Anerkennung huldvoll erhoben werden wird, im Namen dieser Religion erflehen wir für die Regierung Ew. Majestät lange Dauer, Heil und Segen!" Der König nahm diese Anrede gnädig auf, empfing die von den sämmtlichen Gemeinden vollzogene schriftliche Adresse eigenhändig und unterhielt sich ungefähr 20 Minuten mit den Deputirren. Diese Unterhaltung zeigte wiederum, mit welcher Klarheit der König alle Verhältnisse erfaßt, und gab die frohe Bürgschaft, daß derselbe mit Wohlwollen die jüdischen Angelegenheiten betrachtet. Seine huldvollen, Fortschritt verheißenden Aeußerungen erfüllten die Deputirten mit dem tiefsten lebendigsten Dank. Unter Anderm wurden dieselben mit den Bemerkungen erfreut, welche sie aus dem Munde des Königs vernahmen, er habe bereits mit dem Staatsministerium darüber gesprochen, daß die Amtsfähigkeit der Juden erweitert werde, und daß er es für angemessen finde, daß die Bestimmungen, welche das Edikt vom II. März 1812 für die Regulirung der kirchlichen und Gemeindeangelegenheiten in Aussicht stellt, ins Leben treten. Die Mittheilung, welche ihm auf seine Frage gemacht wurde, daß am hiesigen Orte in derSynagoge gepredigt werde, nahm der König sehr wohlgefällig aus und erwähnte mit Anerkennung, daß in den größeren Gemeinden schon früher wie auch jetzt Männer von „gefeierten Namen" unter den jüdischen Glaubensgenossen seiner Staaten lebten. (L. A. Z.) -Oesterreich. Prag. Die Wiener Zeitung vom 3. Sept. enthält einen Nekrolog des in den letzten Tagen des vorigen Monats zu Prag verstorbenen Schulraths und ehemaligen Oberaussehers der jüdischen Schulen, Herz Homberg, der im I. 1749 geboren und ein Schüler Moses Mendelssohn's war. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 1. Juni. (Schluß der Recenston über Benjamin Tudela aus No. 35.) Alsdann erzählt Benjamin noch von Juden in der Wüste, die lleberbleibscl von 4 Stammen sein sollten, und frei auf Bergen wohnten. Er selbst kehrte nach Khuzistan am Tigris zurück, geht nach El-Cathif, wo 5000 Juden, nach Chulam, wo wenige Juden, die er aber sehr lobt. Auf der Insel Khandy (Ceylon) sollen 23,000 Juden gewohnt haben. Von hier aus wirft Benjamin einige Blicke auf China und Afrika. In Aden kennt er freie, unabhängige Juden, welche Räuberei treiben, und in unersteiglichen Gebirgen Hausen. Von da geht er auf Aegypten über, wo in Kuts, der Granzstadt, 30,000 Juden leben, in Fayum (Pithom) 20 Juden, aber noch Bauwerke von den Israeliten in ägyptischer Knechtschaft, Memphis mit 2000 Juden und 2 Synagogen, die eine der palästinensische«, die andre der babylonischen Juden, jene lesen die Tora in drei Jahren, diese in einem'Iahre. Außerdem zählt er noch mehrere Städte auf, wo einige hundert Juden wohnen, bis Alexandria, wo 3000 Juden leben. Auch in Damiette wohnen, 200 Juden. Er besucht noch den Berg Sinai und das rothe Meer, und schifft dann nach Meffina in Sicilien über, mit 200 Juden, Palermo 1500 Juden. Dan» durchzieht Benjamin wieder Italien bis an, die Gränzen Deutschlands. Hier nennt er nur einige Städte bis Prag, da die genauere Kenntniß ihm abgeht.

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