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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-09-25 · Heft 39 (25.9.1841) · p. Seite 557

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 39 (25.9.1841)
Date
1841-09-25
Page
Seite 557 (sequence 5)
Language
German
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557 gierung ist Herr Dr. Goldschmidt zum Prediger berufen worden. Dieser Umstand wird wichtige Folgen haben; denn wenn die Synagogen in Deutschland dem Außenwesen nach zum Muster genommen werden, so wird gewiß auch der Gottesdienst den Forderungen des Zeitgeistes entsprechen, und der gestreute Saame bald reiche Früchte tragen. Dies mit Gewißheit zu hoffen, berechtigt uns vorzüglich der Umstand, daß der Direktor der Nabbinerschule, Herr Eisenbaum, dem man für seinen unermüdeten Eifer um die Aufklärung der Israelitischen Zugend so viel zu verdanken hat, mit materiellen Mitteln von wohldenkenden Glaubensgenossen unterstützt, in die seiner Leitung anvertraute Schule den Gesangunterricht eingeführt hat, der in kurzer Zeit so weit gediehen ist, daß die Schüler an festlichen Tagen mit harmonisch gebildeter Stimme Lieder in der Landessprache absingen, und das'Singen der Gebetein Hebräischer Sprache nach dem Choräle Sultzers, des Kantors der Wiener Synagoge, einstudiren. Das jährliche Geburtsfest Ihrer Majestät, der Kaiserin wurde den 13. Juli in der Nabbinerschule mit besonderer Feierlichkeit begangen. In Gegen-' wart einer sehr zahlreichen Versammlung bedeutender Personen beiderlei Geschlechtes sangen die Schüler unter Leitung ihres Lehrers, Herrn Gukiels dIN 2t Psalm in hebräischer Sprache, worauf HM, Goldschmidt in einer beredten Predigt (in deutsche?'' Sprache) darthat, daß die Religion und die Regierung göttlichen Ursprungs sind, daß sie zwei Hauptzweige des Wirkens im Leben bilden, und daß daher die Verbindung sowol der religiösen als der Regierungspflichten ein ungetrenntes Ganzes ausmacht. Denn die Religion sichert uns den inner« Frieden,! die Ruhe der Seele, die Regierung umgiebt uns! mit äußerer Sicherheit (Schutz). In der Religion i liegt die Bürgschaft für die Regierung, in der Rej gierung die Bürgschaft für die Religion. Der Heerd | der Religion ist Gott, der Heerd der Regierung der Monarch. Gott und der Monarch ergießen ihre Gnade in gleicher Weise über Alle, und befehlen eben dadurch, in jedem Menschen ohne Unterschied der Religion den Nächsten zu achten. — Wenn die Achtung und Liebe zum Monarchen und seiner erhabenem Gemahlin täglich in uns wach sind, so müssen sie besonders während einer Feier rege werden, welche wir als eine wahre Huldigung der Ehrfurcht begehen, gemeinsam mit Millionen Menschen, die unter dem Scepter unseres allergnädigsten Monarchen leben. — Ein angemessenes Gebet für langes und glückliches Leben der erhabenen Familie, so wie ein 1?« Ovum von Elsner und ein Hymnus von Lwow beschlossen diese Feierlichkeit. A. Literarische Nachrichten. Magdeburg, im September. Von unserm Bibelwcrke sind bereits das dritte Buch Mosche und das Buch Jehoschua fertig, und werden die letzten Lieferungen in diesen Tagen versandt. Das vierte Buch Mosche und das Buch der Richter ist begonnen. Je weiter das Werk gedeiht, desto mehr und innigere Freunde erwirbt es sich, desto unentbehrlicher wird es für Lehrer wie für gebildete Bibelfreunde, die nicht auf der Oberfläche der bloßen Lektüre stehen bleiben wollen, und denen das bedeutende Material, was ihnen heranoebrachl wird, den Weg zu lieferm Eingehen eröffnet und erleichtert. Belletristik. Die Jüdin und der Chan. (Eine karaitische Sage.) Baktschi-Serai ist eine herrliche Stadt. In der Nähe unübersehbarer Steppen, dennoch von einem Gürtel von Hainen und Gärten eingeschlossen; umgeben von mächtigen Felswänden, die die rauschende Woge des Stroms bespült, dennoch umlacht von Wiesengründeu; mit krummen, engen Gäßchen, dennoch überragt von vielen Minarets mit vergoldeten Spitzen, unterbrochen von den gepflegtesten Begräbnißplätzen, und geschmückt mit glänzenden Bazars und Kiosks. Ich hielt mich längere Zeit daselbst auf, und das lebhafte Völkchen, das all' seine Geschäfte auf den Straßen treibt, interessirte mich, gefiel mir gar sehr. Ich hatte das Glück, auch einige karaitische Judenfamilien näher kennen

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