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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-09-25 · Heft 39 (25.9.1841) · p. Seite 556

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 39 (25.9.1841)
Date
1841-09-25
Page
Seite 556 (sequence 4)
Language
German
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556 ausgesetzt sein kann? Antw. Ja, aber nur provisorisch, mit der Absicht die Gebeine spater wo anders hinzubringen J. D. 363. H. I. Art. 3. — Am Schlüsse der Diskuffion hielt Cremieux ein sehr beredtes Resume. Er hob hervor, daß die Nothwendigkeit es ist, vor der Alles weichen muffe; 24,030 Todte verlangen jährlich in Paris einen Platz, und Paris kann nicht ein bloßer Gottesacker werden. Dieser Nothwendigkeit weicht die christliche Bevölkerung, wir müssen es auch. Vor den Gerichtshöfen würden wir auch verlieren, denn da wir Concessionen auf Zeit gefordert haben, so haben wir auch das Recht der Rückforderung anerkannt. Im Grunde sollen auch nur die Grabsteine versetzt werden. Die Versammlung beantwortete nun die gestellten Fragen: Soll man auf gerichtlichem Wege die Rückforderung des Theils des Gottesackers, der auf Zeit bewilligt oder vom allgemeinen Begrabniß (la fosse commune) eingenommen ist,' bekämpfen? .Einstimmig: Nein. Zweite Frage: Soll man Boden kaufen, um die Gebeine aller der auf dem genannten Platze begrabenen Israeliten zu begraben, soll man sie ausgraben, in besondere Kästen legen, und sie auf dem zu erwerbenden Platze begraben? Einstimmig : Nein. Dagegen wurden angenommen: I) den Präfekten um einen Aufschub von 3—8 Monaten zu bitten, damit unterdeß wer will die Konceffion auf Zeit in eine ewige (durch Bezahlung) umändern könne. 2) Man soll den Präfekten bitten, nicht allen auf Zeit gegebenen Boden zurückzunehmen, sondern nur nach Maßgabe des Bedürfnisses, und je nach Dccennien, so daß zuerst der Boden genommen wird, wo Leichen ruhen, die 23—30 Jahre begraben sind, dann der, wo jetzt seit 10—20 Jahren Leichen liegen, und so fort. 3) Für die temporären Gräber soll man verlangen, daß keine Ausgrabung statt finde, sondern daß 4 Fuß tief gegraben, in diese Tiefe der Stein, der jetzt auf der Oberfläche des Bodens liegt, hineingelegt/ und über dem mit Erde bedeckten Stein ein neues Grab gemacht werde. 4) In Bezug auf den allgemeinen Begräbnißplatz, soll man verlangen, einen neuen Damm aufzuführen, um die neuen Leichen aufzunehmen. Zuletzt beauftragt man das Departemental-Konsistorium mit der Ausführung dieser Beschlüsse, und votirt Cromieur den Dank der Versammlung. Preußen. Breslau, I. September. Am heutigen Tage fand die feierliche Einweihung des Antonien-Straße No. 6 belcgenen neu erbauten „Fränkelschen Hospitals" statt, zu welcher Feier der Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde, die König!, und städtischen .Behörden, so wie viele Andere, welche sich für die großartige Anstalt interessirten, eingeladen hatte. Die Feierlichkeit begann nach einem einleitenden Gesänge mit der Uebergabe der Urkunde durch Herrn Kaufmann Jonas Frankel, der alle Anwesenden durch die Mittheilung überraschte, daß er seine bereits 75,OOOThlr. betragende Schenkung auf .100,090 Thlr. erhöhen zu wollen erklärte, welche ergänzende Summe er der hiesigen israelitischen Gemeinde übereigncte, wahrend er deren Verwaltung der Kuratel des jüdischen Obcrvorsteher-Kollegiums überwies und den Genuß der Zinsen zur Verwendung der erwähnten beiden Institute, so wie zu milden Zwecken, bestimmte. Auch hat Herr Kaufmann Frankel die Feier des heutigen Tages dadurch erhöht, daß er dem hiesigen Magistrate zur Verwendung für einige Institute unserer Stadt 600 Thlr. zugesteüt hat, und zwar für das Hospital der barmherzigen Brüder, der Elisabethineeinnen, des Blinden-Jnstituts, der Taubstummen-Anstalt, des Hausarmen-Medizinal-Jnstituts und des Allerheiligen-Hospitals. Rußland und Polen.. Warschau, 26. August. (Prioatmitth.) In diesem Lande steigt die Morgenröthe der Aufklärung unter dem Volke Israels allmälig glänzender herauf, und der ersehnte Augenblick rückt stets näher, wo die Vorurtheile schwinden, und die Grübeleien über theologische Spitzfindigkeiten wirklicher Erleuchtung Platz machen werden. Seit nicht langer Zeit rann man die Erfahrung machen, daß der Gedanke auf Einführung eines zeitgemäßeren Gottesdienstes die wohlmeinenden und civilisirten Israeliten der hiesigen Stadt fast ausschließlich beschäftigt. Herr Matias Rosen und Herr vr. Berg reprasentiren den Ausschuß, durch deren Einfluß und Eifer schon bedeutende Kapitalien zur Errichtung einer neuen Synagoge für die sogenannten deutschen Israeliten zusammengcbracht sind, und mit Erlaubniß der Re-

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