Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 39 (25.9.1841)
- Date
- 1841-09-25
- Page
- Seite 554 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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551 selbst die Herren S. Haschim und Rüben Abusnach zu Direktoren für das, was das Arabische betrifft, ernannt, mit berathender Stimme. Türkei. Die neueste, nach Berlin gekommene Nummer der Türkischen Zeitung Takwimi Wakaji vom 27. Dschemasi li (15. August) meldet folgendes: „Se. Hoheit der Sultan hat kürzlich die Patriarchen der Griechen, der Griechischen Armenier und der katholischen Armenier, ingleichen den jüdischen Oberrabbincn, zur Audienz gezogen und ihnen einen mit dem hohen Schriftzuge Sr. Hoheit (der Tugra) geschmückten Ferman überreichen lassen, worin Höchstselbige Ihren Großherrlichen Willen kundgieot, den in Syrien wohnenden Raja's aller Konfessionen in jeder Lage Schutz zu gewahren und ihre Woblsahrt und Sicherheit fest zu begründen. Bei dieser Gelegenheit erhielten sie von Seiten des mit anwesenden Großwesir's noch mündlich die Zusicherung des thatigen Erbarmens Sr. Hoheit, nebst den nöthigcn Ermahnungen und Warnungen. Diese ausgezeichnete Gnade des Sultans bestimmte die geistlichen Oberhäupter der Raja's, ihre dankbaren Gefühle in einem Gebete um Steigerung der Macht und Herrlichkeit ihres Gebieters auszusprechen." Oesterreich. Aus Böhmen, 3. September. Die Hofverordnung über Erweiterung der Rechte der hiesigen Juden, war zwar auf einige Tage suspcndirt, ist aber bereits ins Leben getreten und von allen Klassen der Bevölkerung auf das günstigste ausgenommen worden. Man ist allgemein der Ansicht, daß die eben so humane als weise österreichische Regierung auf Grundlage günstiger Berichte von den Landes - und Localbehörden weitere Begünstigungen ufld namentlich die gleichmäßige Besteuerung der Juden von der bewährten Milde des Kaisers zu erlangen suchen werde. (L. A. Z.) Von der böhmischen Gränze, 4. Sept. (Privatmitth.) Sie haben das Detail der neuen Verordnung über die Juden mitgetheilt, und kann ich Ihnen die Zusichrung geben, daß die verhängte Suspension bereits wieder suspendirt worden. Allerdings ist der größere Theil der Verordnungen so beschaffen, daß sie keine verschiedene Interpretation zulassen, namentlich bei den Artikeln, welche die Rabbinen betreffen. Jndeß kann man leicht einsehen, daß die anderen Zugeständnisse vielfach auf den Geist der Lvkalbehörden rechnen, um in die Wirklichkeit zu treten, da sie von deren Berichten, Auf- und Abfassungen abhangen. Dem Prinzipe nach gehört das Gesetz in die Kathegorie derer, die einen allmaligen Fortgang, je nach den dringendsten Forderungen der Zeit, zugestehen. Mögen wir bald auch mit solchen Maßnahmen beglückt werden, die daS Leben der ganzen Masse durchdringen, befördern und erleichtern! Frankreich. Metz, im August, In No. 34 berichteten wir von der Sitzung des Konsistoriums zu Metz, in welchem Herr Adolph Worms im Namen seiner Kollegen seine Abschiedsrede hielt, worin derselbe sich insonders beklagte, von den Freigesinnten in Stich, und ohne Zeichen der Theilnahme gelassen zu sein. Dies veranlaßte 33 Männer in Nancy, (wo übrigens ein anderes Konsistorium ist,) durch eine Adresse ihre Sympathie für die scheidenden Mitglieder des Konsistoriums zu Metz zu erkennen zu geben. Die Adresse, wie sie die Areli. israel. de France giebt, lautet in wörtlicher Ueberlragung folgendermaßen. „Die moralischen wie die religiösen Meinungen, die Sie, meine Herren, durch Ihren ehrcnwerlhen Präsidenten in der Sitzung vom 22. Juni aussprachen, haben unsre ganze Sympathie, und um Ihrer Klage wegen einer vollständigen Jsolirung zu begegnen, beeilen wir uns, Ihnen unsre unbedingte Bcistimmung zuzusichern. Ja, meine Herren, das Uebcl ist groß! Es ist endlich Zeit zu handeln. Der israelitische Familienvater sucht auf allen Seiten für seine Kinder eine Zuflucht gegen den einreißenden Unglauben, und was findet er? Verlebte Cercmonien, welche den Geist unsrer Lehre ersticken, und in vollkommnem Widerstreit mit unseren Sitten und Gewohnheiten des Lebens stehen! den Zweifel überall, das Mittel, ihn zu bekämpfen nirgends. Die Mehrheit unsrer Bevölkerung, der gesunde und intelligente Theil gewahrt das Uebel, faßt dessen