Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 39 (25.9.1841)
- Date
- 1841-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 39. v. z<>hrg«»g. 311 lgerneine Zeitung des Zudenthuws. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Dr. Ludwig Philippsoll, Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Concessi'on.) Leipzig, den 25. September 1841. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen,- Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Aegypten. Alexandrien. Ueber den Fortgang der von Cremieux gegründeten Schule geben die.4rcb. isr. <!c Fr. folgenden Bericht. Den 26. Mai hatte Cremieux an den Herrn Valensino, einen der Administratoren jener Schule, geschrieben, mit der Frage, ob man eine Schule für Mädchen eröffnet habe, und mit dem Bedauern, daß die Pest gezwungen habe, die Knabenschule zu schließen, und daß der Oberrabbine nicht Theil nehme am Comite. Das Institut, schrieb er, ist jüdisch, gegründet durch einen für eine religiöse Sache abgesandten Juden, erhalten durch das Geld der vccidentalischen Juden. Er bestand auf den Unterricht im Hebräischen. „Es ist ein völlig jüdisches Ereigniß, schrieb er, welchem die jüdischen Schulen Alexandricn's und Kairo's ihre Gründung verdanken, die Hand der abendländischen Juden ist ihre Stütze: niemals darf man diesen Ursprung verleugnen." Endlich gab Cremieux zu erkennen, daß, wenn die Schule sich außerhalb der religiösen Ideen bliebe, und die arabischen Juden nicht bei ihr sich intereffiren würden, eine Spaltung zwischen den Israeliten Alcxandrien's zu fürchten sei. Den 26. Juni antwortete Herr Valensino folgendermaßen: Das Comite hat Ihren Brief reiflich in Erwägung gezogen, und mich beauftragt, Ihnen der Art zu antworten. Wir hatten den 15. Febr. zur Eröffnung einer Mädchenschule bestimmt, aber die Pest hatte bereits zu wüthen begonnen. Am I. Juli wird die Mädchenschule eröffnet, und der Kursus der Knabenschule wieder ausgenommen werden. In einer Generalversammlung, zu der wir die Häupter der arabischen Israeliten mit berathender Stimme berufen hatten, wie auch unser geistliches Oberhaupt, den Oberrabbinen Salomon, haben wir folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Der Oberrabbine ist zum geistlichen Inspektor der Schulen ernannt, mit berathender Stimme im Comite; 2. Derselbe wird zum Lehrer der hebr. Sprache und heil. Schrift in den unterrichtetsten Klassen ernannt; Herr Benedetti in den unteren Klassen; 3. Der Unterricht in der heiligen, wie in der arabischen Sprache beginnt den 1. Juli; 4. Das Comite hat einstimmig erkannt, daß die Unterstützung hinreichend zur Erhaltung der Schulen ist. Die Wahl des Comites fand in einer Generalversammlung offen und einstimmig statt; cs sind keine Araber darunter, weil die Frage ihrer Zulassung in das Comite durch sie selbst negirend beantwortet wurde, indem die Sache eine europäische sei. Jndeß jedesmal, wenn der Nutzen sich fühlbar macht, hat das Comite die Araber befragr, und