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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-09-11 · Heft 37 (11.9.1841) · p. Seite 533

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 37 (11.9.1841)
Date
1841-09-11
Page
Seite 533 (sequence 13)
Language
German
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588 wurde auch ein Bote, den Löbl Kurtzhandel Tags zuvor von Manetin mit Briefen nach Prag an seine Mutter abgeschickt hatte, ergriffen, aber auch dieser Umstand förderte die Untersuchung nicht. Der Brief enthielt, nach der Aussage eines Juden, der ihn der Mutter des Löbl Kurzhandl vorgelesen hatte, ganz andere zur Sache nicht gehörige Mittheilungen. — Doch konnte der Originalbrief nicht mehr herbeigeschafft werden, da die Mutter selbst plötzlich verschwunden und nicht mehr erfragt werden konnte. — Noch am selben Abende, an dem Löbl Kurzhandl in die Frohnfeste angelangt war, wurde ein Verhör mit ihm vorgenommen, aber alle seine Antworten bestanden in ineris siinpliciliu8 negativis, er wies jede Beschuldigung entschieden von sich. Nichts schien unter solchen Umständen der verordneten Commission zweckdienlicher und nothwendiger zu sein, als möglichst bald eine Confrontation des Löbl Kurtzhandl mit der Lea Abeles und der Hannele Köchinn zu veranlassen. Diese fand gleich den folgenden Tag statt und begann mit wiederholten Fragen an die Hennele Köchinn und Lea Abeles, welche bei ihren früheren Aussagen in Bezug auf Löbl blieben, und alle Umstände auf's neue wiederholten. Allein bei den Konfrontationen leugnete Löbl Kurzhandl alle Aussagen der Zeugen wider ihn rund ab. Wir stellen nur die Aussage des dritten Zeugen, Reb Lipmann her: F. Rcpp Lippmann! du wirst hiermit ernstlich ermahnet die rechte Wahrheit zu reden, und Keinem ein Unrecht zu thun; sage also was dir bewußt ist wegen des Löbl Kurzhandl, und was er denselbigen Sonntag in des Abeles Haus als der Simon ums Leben kommen mit dem Jungen vorgehabt? A. Weil sie mich fragen, ich will mich nicht plagen lassen, ich will die Wahrheit sagen. Als der Kurzhandl denjenigen Sonntag dem Buben ein Stück Hering geben, so sagten die andern Kinder, der Bub hätte den Hering nicht gessen. Da fragte der Lazar Abeles, ob der Bub das warme Brod gessen? da sagten sie ja, da ist der Lazar und der Löbl Kurzhandl in die Kammer gegangen und der Lazar den Buben in die Kammer gerufen: „Simmele! komm her;" alsdann da sie in der Kammer waren, habe ich das Geschrei gehört: „Aweh! meine Nas!" und da ist des Abeles Weib von dem Tische, wo sie gearbeitet zu der Kammer geloffen, und hinein geschaut, dann zu mir zum Fenster gegangen, sich niedergesetzt und ist ihr übel worden. Da habe ich gerufen, auf den Abeles, daß er sollte herauskommen, da ist er kommen und auch der Kurzhandl und dieser hat Essig über sie gegossen. F. Was hastu weiters dorten gemacht? A. Ich bin gleich darnach nach Haus gangen; den andern Tag frühe bin ich hinkommen, in Meinung den Schlüssel zum Laden im Tandelmarkt, wo ich zuweilen gesessen bin, zu hohlen; da käme der Lazar Abeles und sagte mir der Simele ist todt; nachdeme ich aber nachdenkte, da hat mir wollen der Lazar anfangen zu erzählen, der Löbl Kurzhandl wäre Ursache darzu, ich sagte ihm aber: ich will nichts davon hören, gehet hinunter auf die Gassen, und höret was die Leute reden, da haben die Leute ja geredet, daß nicht recht mit dem Kind zugegangen. Dieselbe Aussage wiederholte dieser dritte Zeuge dem ihm vorgestellten Löbl Kurzhandl ins Gesicht, ihn mit den Worten anredend: du bist zwar mein naher Befreund - und Anverwandter, aber was soll ich thun, ich muß die Wahrheit sagen, wenn du auch mein Feind wärest. — Wie immer stellte Löbl Kurzhandl Alles und Jegliches in Abrede. So endete das Verhör. Die drei Zeugen mußten in Folge des Beschlusses des Appellationskollegiums ihre Aussagen mit einem wirklichen Eid, die rechte Hand auf den Talmud und die linke auf die bloße Brust legend, bekräftigen. — Die Art und Weise jener Eidesablegung wollen wir, als minders wesentlich zur Geschichte, übergehen. Auch der ursprüngliche Angeher Josel der zur Denuntiation des Conzipisten Constantin Frenklin zuerst Veranlassung gegeben, wurde mittlerweile ausgemittelt, aufs Rathhaus citirt, und hat in seinem examini Folgendes vorgebracht. „Als ich am letzten Christen-Fastnachts-tag bei „dem Sonnenthor, so in die Judenstadt geht, „vorbei gangen, habe von den kleinen Kindern „auf der Gaffen, die alldort gespielt haben, ge- „hört, daß des Lazar Abeles Kind vorgestern „frisch und gesund gewesen und gestern schon be- „graben worden seie. Darauf habe ich gefragt, „welches Kind es sei, da haben mir die Kinder

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