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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-09-11 · Heft 37 (11.9.1841) · p. Seite 532

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 37 (11.9.1841)
Date
1841-09-11
Page
Seite 532 (sequence 12)
Language
German
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532 A. Der Löbl hat ihm Finger an die Gurgel gesteckt, und hat ihm die Gurgel eingedrukt und ist auf ihn gekniet, mein Mann hat mir es erzählt und als ich bei dem Tisch in der Stuben über meiner Arbeit gesessen, und den Buben in der Kammer schreien gehört, da bin ich hinzu gelosten, und habe auch gesehen wie ich die Thür aufgemacht, daß der Löbl und mein Mann an dem Buben waren. F. Was war die Ursache dieser Ermordung? A. Weil er draußen bei dem Kawka gewesen, und hat wollen getauft werden. F. Hat dein Mann schon lange diese Meinung gehabt, diesen Buben zu ermorden? A. Drei Wochen davor haben sie schon dasselbe machen wollen, so habe dem Löbl gesagt, er soll es bleiben lassen, so sist er gleichwohl kommen, da habe meinen Mann gefragt, was er mit Löbl zu reden hatte, da hat er mir nichts gesagt. F. Also hast du von dieser Mordthat gute Wissenschaft gehabt, sage also auf was Weise ist dieselbe verübt worden? A. Nachdeme es schon geschehen, da hat er mir erst gesagt, wie sie es ihm gemacht, ob sie ihm das Knack abgebrochen, oder die Gurgel abgedrükt das habe nicht gesehen. F. Um welche Zeit war es, als die That ist geschehen? A. Es ist gegen Abend noch später als jetzt ist eine Stund Abend gewesen. F. Also ist es wahr, daß ihme der Vater hiebevor eingesperrt? A. Es ist wahr, daß ihn der Vater eingesperrt, auch daß er ihn geschlagen. F. Ist die Köchin auch oben gewesen im Zimmer, als der Bub ums Leben kommen? A. Die Köchin ist nicht oben gewesen als sie den Buben umgebracht, sie hat auch nichts davon gewußt. F. Wann hast du diese Mordthat einen worden? A. Als ich habe hinzu in die Kammer geschauet, da lag der Bub auf der Erden, und sie beide über ihm, da bin ich in Ohnmacht gefallen. F. Du hast einmahlen von Mein die beste Wissenschaft, und Haft wohl selbsten mit geholfen, läugne nicht, sage die Wahrheit, sonst wird es schärfer zugehen! A. Ich habe sonsten keine Wissenschaft davon; Gott soll mich strafen. F. Du hast ja eben auch also falsch, wie andere Angelernte, geredet? A. Als ich meinem Mann vorgehalten: Was hast du gethan? da sagte er: halte das Maul und sage nichts, und hat mich also angelcrnet. F. Man sagt dirs nochmahlen in der Güte, lasse es nicht zu der Schärfe kommen, und bekenne wie er ermordet worden. A. Das hat mir de^ Mann erzählt, das ihm der Löbl die Gurgel abgcstoßcn und das Knack mit den Knien abgedruckt. F. Sage die eigentliche Wahrheit, warum der Bub ist ermordet worden. Ob es dann dessentwegen geschehen, wie du vorgesagt, daß er hat wollen ein Christ werden? A. Ja deßhalben haben sie ihn umgebracht, weil er hat wollen ein Christ werden. In diesen Aussagen so wie in dem gewaltsamen Tode, durch den Lazar Abeles, den Leiden, die noch seiner gewartet hätten, zu entgehen gewußt, glaubte man eine hinreichende Bestätigung für die Gewißheit des zur Last gelegten Verbrechens zu finden. Da aber Lazar Abeles zur Strafe nicht gezogen werden konnte, so erachtete das Appellations-Collegium für zweckdienlich, wenigstens „an dem tobten Körper eine besondere Saevitiem durch die Hände des Scharfrichters verüben zu lassen und solches in majorern terrorein öffentlich publiziren und exequiren zu lassen. Es wurde durch Urtheil beschlossen, daß der tobte Körper des Lazar Abeles von dem Orte seiner Erwürgung durch den Scharfrichter abgeworfen, durch die Stadt auf den Richtplatz geschleppt, alldorten eröffnet, das Herz herausgerissen, ihm um das Maul geschlagen, und sodann der Leib in vier Theile getheilt, auf dem Scheiterhaufen geworfen und öffentlich verbrannt werden sollte." — Das Urtheil wurde buchstäblich vollzogen. Nunmehr handelte es sich darum, daß man auch des mitschuldigen Löbl Kurtzhandel, der sich mittlerweilen von Prag entfernt und zu Manetin im pilsner Kreise aufgehalten hatte, habhaft werde. Er wurde eiligst ergriffen und mit besonderer Vorsicht, um jede Gelegenheit zur Zusammenkunft und Besprechung mit Andern abzuschneiden, am 22. März 1694 nach Prag in die Frohnfeste gebracht. — Mittlerweile

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